GDL im Ausstand - Bahn plant nach Streik wieder weitgehend Normalbetrieb

DB-Kunden vor dem Reisezentrum am Berliner Hauptbahnhof. (Quelle: dpa/Z. Ales)
Audio: Inforadio | 24.08.2021 | | Bild: dpa/Z. Ales

Auch am zweiten Streiktag der Lokführer-Gewerkschaft GDL ist es in Berlin und Brandenburg zu massiven Behinderungen im Schienenverkehr gekommen. In der Nacht zum Mittwoch wird der Zugverkehr wieder hochgefahren.

Die Deutsche Bahn bereitet nach dem zweitägigen Streik der Lokführergewerkschaft GDL alles für eine schnelle Normalisierung des Zugverkehrs vor. "Dazu müssen zum Beispiel nachts Züge überführt werden, damit sie zu Betriebsstart am Mittwochmorgen wieder am geplanten Bahnhof losfahren können", teilte der Konzern am Dienstag mit.

Beschäftigte machten sich demnach bereits auf den Weg, um am richtigen Ort zu sein, sobald es wieder los geht. Die Bahn geht davon aus, dass der Zugverkehr am Mittwoch wieder weitgehend normal laufen werde.

Ringbahn am Dienstag außer Betrieb

Pendlerinnen und Pendler in Berlin und in Brandenburg mussten auch am zweiten Streiktag starke Einschränkungen im Schienenverkehr hinnehmen.

Erneut fielen die Ringbahn-Züge am Dienstag vollständig aus, ebenso wie die S-Bahnen auf den Linien S26, S45, S47 und S75. Die S85/S9 zwischen dem neuen Flughafen-Terminal am BER in Schönefeld und Pankow fuhr ebenso wie alle anderen Linien nur im 20-Minutentakt.

Diese S-Bahn-Linien werden im bahnstreik bedient
| Bild: S-Bahn

Ersatzfahrplan mit Zügen und Bussen

Im Regionalverkehr fielen die Linien RB10/14, RB13, RB20, RB21, RB22, RB31, RB49, RB55 und RE/RB66 aus, genauso wie der Flughafenexpress FEX.

Auf zahlreichen anderen Strecken galt ein Ersatzfahrplan mit Zügen und Bussen. Weitere Informationen auf der Webseite der Bahn [bahn.de].

Die Busse, U- und Straßenbahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren dafür ohne Einschränkungen. Am Morgen verzeichneten die Verkehrsträger ein leicht erhöhtes Fahrgastaufkommen aufgrund des Streiks, wie die BVG am Dienstag mitteilte. Zu Verspätungen von bis zu 20 Minuten kam es demnach lediglich auf den Buslinien 165 und 265. Darüber hinaus fahre der gesamte Linienverkehr planmäßig "mit nur geringen Verspätungen".

Jeder dritte Zug sollte fahren

Die Deutsche Bahn meldete am Morgen auf ihrer Internetseite, dass im Fernverkehr jeder dritte Zug fahren solle. Im Regional- und S-Bahnverkehr sollten erneut rund 40 Prozent der Züge verkehren.

Auch im Güterverkehr wird weiter gestreikt. Um 2 Uhr in der Nacht zu Mittwoch soll der Arbeitskampf beendet werden.

Tickets bleiben gültig

Die Bahn teilte mit, dass ihre Informationsseite im Netz bisher 1,5 Millionen Mal aufgerufen worden sei, während bei der Streikhotline rund 70.000 Anrufe eingegangen seien. Alle bereits gebuchten Tickets für Verbindungen, die vom Streik betroffen sind, "behalten ihre Gültigkeit und können bis einschließlich 4. September flexibel genutzt werden", so die Bahn. Bei entsprechenden Sparpreisen und Super Sparpreisen sei die Zugbindung aufgehoben. Für die Weiterfahrt könnten auch andere Züge genutzt werden, dies gelte auch für Züge des Nahverkehrs (RE, RB, IRE und S-Bahn).

Kein Durchbruch bei Verhandlungen

Die Bahn hatte am Wochenende Verhandlungen über eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und zugleich ein Aussetzen des Streiks verlangt. Die GDL besteht allerdings auf einem konkreten, bezifferten neuen Angebot der Bahn. "Wenn sie nichts tut, werden wir die nächste Arbeitskampfmaßnahme ansagen, und die wird, denke ich, länger sein", sagte GDL-Chef Claus Weselsky Reuters TV.

Die GDL verlangt eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die von der Gewerkschaft geforderten 3,2 Prozent Lohnerhöhung will die Bahn nicht sofort, sondern in zwei Schritten zahlen: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent zum 1. März 2023, bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2024.

Sendung: Inforadio, 24.08.2021, 7:00 Uhr

47 Kommentare

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  1. 47.

    Nun ist auch das klar: Die GDL fordert Coronaprämie, damit ein Gleichklang mit dem öffentlichen Dienst, um gleichzeitig mit jedem Streik die Fahrgäste gesundheitsschädlich in viel zu wenige Not-Züge zu zwängen! = Verarsche. Die GDL-Internetseite ist wirr gestaltet, man findet nicht auf Anhieb, was man sucht. Die EVG-Seite hingegen = PERFEKT!

    Liebe DB, bitte nicht nachgeben, sonst machen die Fahrgäste richtig Generalstreik und dann geht sehr vieles den Bach runter.

  2. 46.

    Ob der lokdown Sinn hatte oder nicht ,können Sie, wie ich nicht beurteilen, jeder wäre froh ,corona gäbe es nicht
    Das ich " Zoomi " hier als coronaleugner betitelt habe ,tut mir leid und das war von mir völlig daneben
    Was das Thema corona angeht bin ich vielleicht sehr dünnhäutig ,ich habe am 19 .07.2021 eine Arbeitskolegin verloren, mit der ich mich sehr gut verstanden habe ,aber das nur nebenbei ,
    Sie hatte keine vorerkrankung ,und ist an corona gestorben
    Nur zum Verständnis

  3. 45.

    Lesen Sie mal meinen Text von 18 Uhr 29 Uhr ganz unten ,und lesen Sie alle weiteren Texte was mich und Zoomi angeht
    Was für Ein Niveau herrscht zeigt ihr Text

  4. 44.

    Na dann, kuscheln Sie mal los mit ihrem Lieblingsgewekschafter...
    Gibt ein Sprichwort: Liebe macht blind... Sorry

  5. 43.

    Es geht bei Gewerkschaften idealerweise weder um Kuschelkurs noch um Krieg gegeneinander. Um gemeinsam erfolgreich zu sein, braucht es ein konstruktives Miteinander, bei dem die Gewerkschaft für die Beschäftigten das Optimum unter den jeweiligen Gegebenheiten herausholt. Es bringt dem Arbeitnehmer rein gar nichts, wenn er heute mehr verdient, morgen oder übermorgen aber überflüssig und arbeitslos wird, weil wegen der (auch deshalb) gestiegenen Preise die Kunden weglaufen. Gerade die Bahn hat in der Logistik eine harte Konkurrenz, sowohl auf den Autobahnen, wie wir täglich sehen können, als auch durch billigere Konkurrenzunternehmen. Kunden sind durchaus bereit, einen gewissen Aufschlag für Zuverlässigkeit und Schnelligkeit zu zahlen, aber genau das Vertrauen darin zerstört die GDL gerade massiv. Weselsky ist das egal, der hat seine Schäfchen im Trockenen. Die Lokführer sind die, die die eigenen Forderungen am Ende ausbaden müssen.

  6. 42.

    Warum müssen hier Einige unbedingt und krampfhaft die Aussagen Anderer verdrehen, nur um sich dann darüber zu ereifern? Was ist das denn für ein Diskussionsniveau?
    Man muss ja mit der Meinung von "Zoom" nicht übereinstimmen, aber dann bitte sachlich dagegen argumentieren. Er/sie hat nirgends und zu keinem Zeitpunkt Corona geleugnet sondern nur die Sinnhaftigkeit des Lockdowns in Frage gestellt, was mehr als berechtigt ist. Schweden steht ohne Lockdown heute wirtschaftlich nicht schlechter und gesellschaftlich deutlich besser da als Deutschland. Trotz hoher Inzidenzen verhängen viele andere Länder inzwischen keine Lockdowns mehr und es passiert trotzdem nichts. Darüber muss man eben auch diskutieren dürfen. Man kann die Risikogruppen auch ohne Lockdown schützen.
    Ob den Lokführern deshalb eine Corona-Prämie zusteht, darüber kann man mehr als genug streiten.

  7. 41.

    " Zoomi" hat gestern was geschrieben ,was mich nachdenklich gemacht hat ,was coronaprämie angeht
    Er hat geschrieben ,jeder der raus musste zur Arbeit ,hätte eine Coronaprämie verdient ,da hat Zoomi recht
    Allerdings müssten dan auch die Kurzarbeiter ,sogar die Leute die Homeoffice hatten oder haben , coronaprämie bekommen
    Diese müsste vom Staat kommen ,aus Steuergelder ,die wir Arbeitnehmer dem Staat erbringen,
    Leider glaube ich ,könnten wir da noch bis 2098 warten
    Dan wären auch die Lokführer im Boot, und man hätte diese Diskussion um coronaprämie vielleicht garnicht
    Was Lohnerhöhung ,betriebsrente ,Arbeitsbedingungen angeht bin ich bei den Lokführer
    Was die Methoden Weselsky, s angeht ,die sind absolut Unterirdisch ,respektlos ,er zeigt keinerlei einigungswillen ,
    Ihm geht's nur um sich ,um seine Macht
    Wäre es nicht so ,gäbe es sicherlich längst eine Lösung
    Vergessen: Nicht jeder der Homeoffice hat ,sitzt auch jeden Tag daheim ,

  8. 40.

    @Mr Neumann,

    von der politischen Ebene wurden Menschen in Deutschland plötzlich in systemrelevante und unrelevante Menschen unterteilt.
    Es wurde Kurzarbeit aufgrund des Lockdowns angeordnet, einer politischen Entscheidung die, wenn alle Menschen in diesem Land gleich wären dann müssten alle Einwohner gleiches bekommen.
    Entweder hätten wir alle Zuhause bleiben müssen od. wären wie Krankenpfleger, Polizei, Wasserwerker etc. weiter arbeiten gegangen und somit auch in den Genuss von der Politik weiter der Ungleichbehandlung geforderten Coronaprämie für einzelne Berufsgruppen gekommen.
    Jegliche Diskussion darüber ob gerecht oder ungerecht, unter dem Schirm einer größeren Ungerechtigkeit Seitens der Politik, ist sinnlos.

  9. 39.

    Die GdL kann froh sein, daß die Tf nicht kurzarbeiten mußten, sondern im gegensatz zu vielen anderen ihr volles Gehalt im Lockdown bekamen. Sie hatten kein erhöhtes Coronarisiko und keine zusätzlichen Belastungen. Deshalb gibt es keinen grund für Coronaprämie und die Forderungen der GdL.@8; Ich widerspreche. Der Vorstandsvorsitzende der DB AG, Richard Lutz, ist mit der EIsenbahn groß geworden und hat sehr viel Ahnung davon.Ihre behauptzung trifft nur auf die vergangenen Vorstände Mehdurn und Grube zu. @1+2+4+7+8+10+24+33+35 stimme ich zu.

  10. 38.

    Richtig wäre es.. die DB will nicht nur nicht sofort zahlen, obwohl der alte Tarifvertrag bereits ausgelaufen ist, sondern zu dem nicht sofort obendrein auch noch gestückelt und noch obendreiner mit exorbitanter Laufzeit. Klingt doch ganz anders als "die Bahn ist zu 3,2% bereit". Wann denn? Im nächsten Leben und erst mal nur einen Bruchteil?
    Bei jeden Verhandlungen werden mit dieser Methode die neuen Verträge nach hinten verschleppt. Ich meine ist ja ok, dann muss die Bahn aber 8% anbieten. (z.B.) Bis Juni 2024 ist ja eine halbe Ewigkeit.
    Die sollen ruhig ordentlich streiken und sich nicht veräppeln lassen.
    Ich habe irgendwo den Joke gelesen, dass man wenn die Fahrkarte ausgelaufen ist ja ebenso einfach noch 1 Jahr weiter fahren können müsste, so wie die Bahn es mit den Tarifverträgen versucht. Das findet die Bahn dann wohl selber nicht lustig. Ich kaufe mir bei der BVG eine Umweltkarte und sagen dann, die gilt aber bis Juni 2024. Wer findet denn so ein Vorgehen realistisch?

  11. 37.

    Es hat immernoch kein Lokführer eine verständliche Begründung abgegeben ,warum ein Lokführer coronaprämie bekommen soll
    Mehr Gehalt ,bessere Arbeitsbedingungen ,betriebsrente erhalten ,alles OK, aber coronaprämie?????....

  12. 36.

    Ich möchte doch keine Gewerkschaft verteufeln
    Sie haben schon recht ,wenn sie sagen ,wir brauchen starke Arbeitnehmervertretung
    Lesen Sie mal alle Kommentare von Kritikern gegen Weselsky
    Fasst alle kritisieren Weselsky, s Methoden ,seine Art wie er sich in der Öffentlichkeit darstellt ,wie er mit den Kunden umgeht ,und kaum ein Kritiker versteht ,warum ein Lokführer coronaprämie bekommen soll
    Bekommen ihre bekannten in kurzarbeit coronaprämie ,wen ja würde mich das wundern ,
    Er mag vielleicht was für die Angestellten rausggeholt haben
    Aber seine aussendarstellung kommt ganz schlecht an
    Kaum ein Bahnkunde sieht es auch ein ,das auf deren Rücken ein Machtkampf ausgetragen wird ,das muss er intern lösen
    Wie gesagt ,ich habe nichts gegen Streiks, aber die müssen berechtigt sein ,da habe ich hier meine Zweifel
    Streikrecht sollte nicht für einen Machtkampf missbraucht werden

  13. 35.

    Die GDL beruft allerdings selber auf eine Studie, nach der es kein erhöhtes Ansteckungsrisiko in den Zügen gegeben habe.

  14. 34.

    Habe soeben Herrn Weselsky im Fernsehen gesehen. Nach seinen Worten hat er nichts verstanden. Er kloppt weiter auf der DB herum und hat nichts verstanden.

  15. 33.

    Weselsky ist kein Diplomat, er ist und bleibt eine Planschkuh. Kein Gefühl für Diplomatie oder Verhandlungsgeschick.

  16. 32.

    @ Michael,
    das wissen mit Sicherheit die Lokführer auch dass es dort draußen diejenigen gibt die ebenfalls das Rad (BIP) am laufen halten und vom Chef nur einen feuchten Händedruck gibt.
    Mein Verwandter ebenfalls alleinerziehend und mit Kind und ebenfalls Kurzarbeit; wie er es schafft, ich ziehe da immer wieder meinen Hut.
    Noch ein Bekannter, der hat in seiner "gehobenen Laufbahn" auch nur Lohnerhöhung bekommen wenn es die Arbeiter dort unten "erstreikt" haben denn sonst würde sein Chef ihn niemals mehr freiwillig geben.
    Ja, wir haben in Deutschland riesige Probleme aber auch Möglichkeiten.
    Die Lokfüher können vom Glück reden dass sie gewerkschaftlich organisiert sein können und so einen großen Arbeitgeber (Steuerzahler) haben.
    Dass es Gewerkschaften gibt ist ein gutes Los für die Arbeitnehmer das zu verteufeln wäre ein Fehler der nur dem Kapital nützt.

  17. 31.

    Die GDL kann sich mit Herr`n Weselsky als Vorsitzenden glückchlich schätzen, der ist nämlich nicht auf Kuschelkurs mit der DB, so wie die wohlgesinnte EVG.
    Die DB will die GDL wieder mal in die Knie zwingen, aber das wird wieder nichts.
    Das meine ich als Mitglied in einer DGB Gewerkschaft.

  18. 29.

    Eins aber noch zu. Bedenken
    Ich hatte 10 Monate kurzarbeit und keine Aussicht auf coronaprämie ,wie es vielen anderen Arbeitnehmer auch geht ,hätte auch kein Sinn für die Firmen ,coronaprämie auszuzahlen
    Kurzarbeit wurde gemacht ,um Firmen und Arbeitsplätze zu retten
    An den Tagen ,wo ich auf Arbeit war ,musste ich auch raus ,,und war gefährdet ,Kundenkontakt täglich
    Wie gesagt ,nix mit coronaprämie ,nur 60 Prozent meines Gehaltes, und das mit Familie ,2 Kindern und alleinerziehend
    Mein Hintergrund ist ,euch darauf mal aufmerksam zu machen ,das es viele gibt ,denen es viel mieser geht als euch bahner
    Übrigens ,euer Bahnvorstand ,naja ,unprofessionell

  19. 28.

    War pünktlich da und pünktlich zurück und habe sogar noch den Einkauf bis zur Haustür gebracht.
    Ich brauche weder jetzt noch künftig die Bahn.
    Ich freue mich schon jetzt auf die neue Mobilität, das autonome Fahren und die Technik die das Autofahren noch einfacher, sicherer und Umweltfreundlicher macht.
    Freust Du Dich auch aufs autonome Fahren mit der Bahn wie ich mich mit dem Auto?

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