Verschieben, stornieren, ausweichen - Welche Möglichkeiten Bahnkunden während des GDL-Streiks haben

Archivbild: Bahnkunden warten in einem Reisezentrum der Deutschen Bahn. (Quelle: imago images/U. Koch)
Video: Brandenburg Aktuell | 01.09.2021 | Mona Ruzicka | Bild: imago images/U. Koch

Im Personenverkehr der Bahn streiken ab Donnerstagfrüh die Lokführer - für insgesamt fünf Tage und damit so lange wie noch nie im laufenden Tarifkonflikt. Diese Möglichkeiten haben Bahnkunden, die für diesen Zeitraum eine Fahrt geplant haben.

Bei der Bahn sind die Lokführer ab Donnerstag zu Streiks im Personenverkehr aufgerufen. Der Ausstand soll um 2 Uhr morgens beginnen und bis Dienstag, 7. September ebenfalls 2 Uhr dauern. So hat es die Lokführergewerkschaft GDL angekündigt.

Neben dem Fernverkehr werden in Berlin und Brandenburg auch wieder der S-Bahn- und Regionalverkehr stark betroffen sein, schreibt die Bahn auf ihrer Internetseite [bahn.de].

Folgende Kulanzregeln sollen laut Bahn für Betroffene gelten:

Was tun mit bereits gekauften Tickets?

Die Bahn kündigt für die GDL-Streiktage besondere Kulanzregelungen im Bereich des Fernverkehrs an: Tickets für Reisen zwischen dem 2. und 7. September können bereits ab dem 30. August bis einschließlich 17. September flexibel genutzt oder kostenfrei storniert werden, so die Bahn auf ihrer Internetseite [bahn.de]. Auch Sitzplatzreservierungen können kostenfrei umgetauscht werden.

Um am Wochenende 4./5. September eine gleichmäßige Auslastung der Züge zu ermöglichen, empfiehlt die Bahn, die geplante Reise für Samstag- oder Sonntagvormittag zu planen.

Die Zugbindung bei Sparpreisen und Super Sparpreisen ist aufgehoben. Für die Weiterfahrt können auch andere Züge genutzt werden.

Auf der Internetseite der Bahn können Betroffene das Erstattungsformular [bahn.de] für online gebuchte Tickets ausfüllen.

Wo können sich Betroffene informieren?

Die Bahn hat wie bei den jüngsten GDL-Streiks eine kostenlose Telefon-Sonderhotline geschaltet: 08000 996633. Sie ist seit Montagabend, 19 Uhr, erreichbar.

Auf welchen Linien der Berliner S-Bahn Züge verkehren, ist auf der Internetseite der S-Bahn [sbahn.berlin] abrufbar.

Wie organisiert die Bahn den Verkehr?

Die Deutsche Bahn kündigte am Montag an, auch im dritten Streik "ein verlässliches Mobilitätsangebot" von rund einem Viertel der üblicherweise geplanten Züge im Fernverkehr zu machen.

Im Fern- und Regionalverkehr gilt ein Ersatzfahrplan, mit dem die Bahn einen Teil der Verbindungen aufrechterhalten will. Nähere Informationen dazu gibt es auf einer eigens eingerichteten Serviceseite der Bahn [bahn.de]. In den Zügen, die fahren, wird es voraussichtlich sehr voll. In diesem Zusammenhang erinnerte die Bahn an die Maskenpflicht.

Die Berliner S-Bahn hat am Dienstag einen Ersatzfahrplan [sbahn.berlin/pdf] veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass die Ringbahnlinien während des Streiks erneut nicht befahren werden. Auf anderen Linien soll ein 20-Minuten-Takt ermöglicht werden, manche Linien wie die S8 und die S46 fahren nur stark verkürzt.

Wie können Fahrgäste den Streik umfahren?

In Berlin ist die BVG nicht vom Streik betroffen. Bus, U-Bahn und Tram fahren wie gewohnt. Allerdings kann es gerade im Berufsverkehr deutlich voller werden, da die BVG keine Kapazitäten hat, um ihr Angebot aufzustocken.

In Brandenburg können Fahrgäste auf die Züge von Odeg und NEB ausweichen. Die beiden Bahn-Konkurrenten sind nicht vom Streik betroffen. Im Fernverkehr fahren auch die Züge von Flixtrain wie gewohnt.

Eine Taxifahrt erstattet die Bahn nur in bestimmten Fällen: Die Kosten übernimmt die Bahn nur, wenn es zu einer Verspätung bei einem Zug kommt, der sein Ziel zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens erreichen soll und die Verspätung zusätzlich über 60 Minuten beträgt. "Dann bekommt man eine Taxifahrt bis 80 Euro erstattet", erklärte Rechtsanwalt Kay Rodegra im ARD-Morgenmagazin. Fargäste müssten sich aber vorher bei der Bahn erkundigen, ob diese nicht selbst ein Alternativangebot bereitstellt.

Sendung: Abendschau, 30. August 2021, 19:30 Uhr

49 Kommentare

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  1. 49.

    Sie klingen ja wie die Propagandaabteilung der Bahn. Die Lokführer werden natürlich von Zuhause direkt auf den Führerstand gebeamt und haben sonst keine Aufgaben als dort zu sitzen.
    Die EVG hat keinen maßvollen Abschluss verhandelt sondern ihre Mitglieeder verraten. Die GDL fordert das, was der öffentliche Dienst bekommen hat. Jetzt, wo die EVG ihre Verträge auch überdenkt wird deutlich, wie schnell sie sich abspeisen lies.
    Die sind der DB entgegengekommen und haben ihre Forderung auf 3,2% heruntergeschraubt. Informieren Sie sich doch erst mal bevor Sie hier mit Halbwissen rumpoltern.
    Wiselsky bekommt kein Geld vom Konzern sondern von denen, für die er kämpft.
    Woher wissen Sie denn so genau, wieviel der verdient?
    Ich habe eine Beispielrechnung für deren Betriebsrenten gesehen. Dort geht selbst die DB von einer jährlichen Gehaltssteigerung von 2,5% aus! Was liegt auf dem Tisch? Null dieses Jahr, 3,2% für 36 Monate. Rechnen Sie mal ! 0,8%

  2. 48.

    Vielleicht in dem man für Wochen den Güterverkehr lahm legt und den Personenverkehr in Ruhe lässt.

  3. 47.

    Wer bezahlt mir meinen Verdienstausfall wenn ich am 2. September nicht zur Arbeit fahren kann?
    Aufgrund des Streiks.

  4. 46.

    Ich kann immer noch nicht erkennen, wieso ein Triebfahrzeugführer an seinem Arbeitsplatz besonders der Infektion mit Corona ausgesetzt sein sollte. Soweit mir bekannt, sitzt ein Triebfahrzeugführer allein in der Lok.

    Übrigens hat die EVG vor einigen Monaten einen maßvollen Abschluss verhandelt.

    Jetzt verhält sich der Chef der GDL wie ein Kleinkind. Er will nicht an den Verhandlungstisch noch will er eine Schlichtung. Was will er dann? Verhandeln sicher nicht

    Ebenso ist nicht erkennbar, in welchen Punkten die GDL der DB AG entgegengenommen ist. Denn genauso funktioniert eine Tarifverhandlung. Man trifft sich In der Mitte und handelt einen Kompromiss aus, mit dem beide Seiten leben können

    Da Herr Weselsky deine pathologischen Verhaltensweisen auslebt, muss ein ganzes Land leiden. Das ist keine Anwendung eines Grundrechts mit Augenmaß

    Dann erzählt der weselsky noch Unwahrheiten und stellt Mitglieder der Konzernleitung mit Angestellten gleich.

    Kleine Anmerkung: Herr Weselsky verdient soviel wie ein Aufsichtsratsmitglied mit einer jährlichen Erhöhung von 6%. Hat er denn, genau wie die Aufsichtsratsmitglieder, auf einen Teil seiner Bezüge verzichtet? Nein!!!!

  5. 45.

    Wer entschädigt die Kunden für Zeitverlust und ggf. Umbuchung auf andere Verkehrsmittel?

    Herr Weselsky will weder verhandeln noch schlichten. Was wir er dann?

    So langsam reicht es. Denkt überhaupt jemand an die Kunden?

  6. 44.

    Sehr geehrter Herr Markus2,
    und die Rechnung an Herrn W. oder der GDL zwecks Erstattung schicken.
    Mit freundl. Grüßen

  7. 43.

    Sehr geehrter Herr Jan,
    dem stimme ich zu. Das kann man sehr gut an den Stellwerksstörungen sehen. Vor allem an den EStw's Frankfurter Allee, Warschauer Straße und Lichtenberg.
    Mit freundl. Grüßen

  8. 42.

    Man und ich soll mein Auto verkaufen wie ich dann zur Arbeit komme interessiert nicht

  9. 41.

    Wieder ganz viele Leute mit ganz wenig Ahnung vom Beruf des Triebfahrzeugführers. Mal abgesehen davon daß die Tarifverhandlungen seit letztem Jahr laufen, hat die GDL schon frühzeitig angekündigt das Streiks folgen wenn die Gegenseite nicht reagiert.
    Es geht auch nicht um mehr Geld sondern einen Inflationsausgleich und gesicherte Altersvorsorge.
    Auch selbst fahrende Züge sind schon möglich, die Verspätungen würden aber deutlich zunehmen.
    PS: die Lohnkosten im Bahnverkehr sind der kleinste Posten an den Kosten. Das EVGs rote Zahlen schreiben liegt nicht an unseren Löhnen sondern der schlechten Planung.

  10. 40.

    Nach diesem Streik ist die Kasse leer, also doch noch dieses eine Spielchen, dann ist Schicht im Schacht!

  11. 38.

    Da haben sich wirklich zwei gefunden: bescheuerte DB -asoziale GDL. Da ich mit der BVG nicht zur Arbeit komme, fahre ich Taxi. Kann ich wenigstens von der Steuer absetzen.

  12. 37.

    Die sollen sich zusammen an den Tisch setzen. Ich würde mich auch bereit erklären, den Raum hinter ihnen abzuschließen. Raus kommen die erst wieder, wenn die sich geeinigt haben. So ein Gockelgehabe ist unerträglich.

  13. 36.

    Sie tun ja gerade so, als ob einige gezwungen werden, bei der DB zu arbeiten. Wenn es bei den anderen beiden netter ist, nüscht wie wechseln.

  14. 35.

    Aufs Auto umsteigen ist die einfachste Lösung ;-)

  15. 34.

    Die Einkommenserhöhung ist nur ein Teil der Forderungen. Es macht sich jedoch kaum ein Journalist die Mühe, auch die jeweiligen zusätzlichen Forderungen der Gewerkschaften aufzudröseln. Auch vom RBB wird in Bezug auf die GdL meist bestenfalls nur die Corona-Prämie aufgegriffen.

  16. 33.

    "In Brandenburg können Fahrgäste auf die Züge von ODEG und NEB ausweichen." Ich stelle mir gerade vor, wie man auf dem Weg von Berlin nach FFO auf die ODEG oder die NEB ausweichen kann. Die Parallelverkehre im bestellten Regionalverkehr dürften überschaubar sein. Und ob im Fernverkehr die paar Rosinen von Flix wirklich eine Alternative sind, sei auch dahingestellt.-Das Rumpfangebot der DB dürfte deren fahrplanmäßigen Betrieb wahrscheinlich übertreffen. Vor ein paar Tagen fuhren jedenfalls 1/4 der Fernzüge der DB trotz Streik.

  17. 32.

    Dieser Meinung schließe ich mich vollauf an. Diese Gier nach immer mehr Geld auf Kosten der Bevölkerung sind untragbar. Das schließt aber auch das Spektrum der Reichen und Superreichen ein.
    Was ich noch kritisieren muss ist die lapidare Aussage, dass diese Gehaltsforderungen gleich auf die Beamten mit ausgeweitet werden. Warum denn. Die bekommen mit Zuschlägen u.a. Zuwendungen schon genug Geld ohne einen Pfennig in ihre "Rente" einzahlen zu müssen. Sie dürfen krank feiern so lange sie es irgendwie begründen können und sind unkündbar, egal ob sie etwas leisten oder aber auch nicht. Das muss geändert werden, wenn der innere Frieden nicht noch mehr gestört werden soll.

  18. 31.

    Ein Bahnstreik ist in der Bundesrepublik kein Offizialdelikt, bei dem die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werden muss, sondern im Rahmen z.B. von Tarifverhandlungen legitim. Selbst politische Streiks z.B. gegen das Tarifeinheitsgesetz wäre nicht per se illegal.

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