Personenverkehr ab Montag betroffen - Lokführer-Gewerkschaft ruft erneut zu Streik im Bahnverkehr auf

Die Zugbildungsanlage für Güterzüge am Güterbahnhof in Halle am 21.08.2021. (Quelle. dpa/Peter Ending)
Video: Abendschau | 20.08.2021 | 19:30 Uhr | Bild: dpa/Peter Endig

Nur eine Woche nach dem Streik bei der Bahn, will die Lokführergewerkschaft erneut die Arbeit niederlegen. Den Personenverkehr trifft es ab Montag, den Güterverkehr schon ab Samstag. Die GDL und Deutsche Bahn streiten weiterhin um Lohnerhöhungen.

Die Lokführergewerkschaft GDL ruft erneut zum Streik bei der Deutschen Bahn von Samstag bis kommende Woche Mittwoch auf. Ab Samstag soll zunächst der Güterverkehr bestreikt werden, ab Montag treffe es dann auch den Personenverkehr, kündigte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Freitag in Berlin an.

"Wir haben erneut Rücksicht auf das vor uns liegende Reisewochenende genommen", sagte Weselsky. "Das werden wir in Zukunft nicht mehr gewährleisten können."

Konkret starten soll der Streik ab Samstag, 17 Uhr durch den Ausstand im Güterverkehr. Ab Montag um 02 Uhr werde dann auch der Personenverkehr bestreikt. Enden soll der Ausstand am Mittwoch um 02 Uhr.

Bahn: "GDL treibt es auf die Spitze"

Die Deutsche Bahn kritisierte die vom GDL-Chef angekündigten neuen Streiks als "völlig überflüssige Belastung unserer Reisenden und unserer Kunden im Güterverkehr".

Dieser zweite Ferienstreik zeige wie ein Tarifpartner sich permanent verweigere. "Statt den Mut zu haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, treibt die GDL-Führung ihren gewerkschaftspolitischen Kampf um Ausweitung und Einfluss auf dem Rücken der Bahnkunden auf die Spitze", erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler in einer Pressemitteilung. Die GDL wolle mit der Aktion bei der Bahn in Bereiche vordringen, in denen sie bislang kaum Mitglieder habe.

Bahn will bei Streik ein Viertel des Fern-Fahrplans aufrecht halten

Die Bahn will beim Streik rund ein Viertel des normalen Fahrplans im Fernverkehr anbieten. Im Regional- und S-Bahnverkehr wiederum peilt die Bahn erneut etwa 40 Prozent des Zugverkehrs an, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

Demnach sollen auf ausgewählten Hauptstrecken etwa zwischen Berlin-Köln, Hamburg-Köln, Hamburg-Frankfurt oder München-Stuttgart die Fernzüge ab Montag im Zwei-Stunden-Takt fahren. Zwischen München und Berlin verspricht der Konzern mehrere Fahrten am Tag, ebenso zwischen der Hauptstadt und Frankfurt. "Die Anzahl der angebotenen Züge wird jedoch je nach Region stark schwanken."

Flexible Nutzung einiger Tickets

Die Bahn will für die Fahrgäste eine kostenlose Streik-Rufnummer einrichten und hat mehrere Kulanzregelungen angekündigt: So sollen vor allem gebuchte Tickets, die vom 23. bis einschließlich 24. August vom Streik betroffen sind, bereits ab diesem Samstag bis einschließlich 4. September flexibel genutzt werden können.

Auch bei Spar- und Supersparpreisen werde die Zugbindung entsprechend aufgehoben.

Bahn bot GDL Lohnerhöhungen in zwei Schritten an

Bereits in der vergangen Woche hatten die Lokführer weite Teile des Fern- und Nahverkehrs lahmgelegt. GDL-Chef Weselsky hatte danach mit weiteren Arbeitsniederlegungen gedroht, sollte die Bahn kein verbessertes Angebot vorlegen. Bisher hat dies der Konzern nicht getan. Die Bahn hat der GDL zuletzt Lohnerhöhungen in zwei Schritten angeboten: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent zum 1. März 2023, bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2024. Der GDL reicht dies nicht.

Sie fordert unter anderem frühere Lohnerhöhungen, eine kürzere Laufzeit und einen Corona-Bonus von 600 Euro. Die Bahn hatte am Donnerstag signalisierte, dass es vorerst keine neue Offerte geben werde. Aber man sei zu Kompromissen bereit und in der Lage, am Verhandlungstisch Lösungen zu finden, hieß es beim Staatskonzern. Deshalb sei ein weiterer Streik überflüssig und unnötig.

Sendung: Inforadio, 20.08.2021, 11:30 Uhr

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106 Kommentare

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  1. 106.

    Meine Solidarität ist eher bei der GdL. Auch, wenn mein Weg zur Arbeit etwas umständlicher und länger wird.

  2. 105.

    Pädagogen weden gewerkschaftlich auch duch die GEW vertreten -

  3. 103.

    Gerade wir ehemaligen DDR Bürger habe denke ich mehr Geschichtswissen als viele vorherige BRD Bürger, wir wurden immer schön unterrichtet über den bösen Kapitalisten und die Streikaktionen der "ARbeiterklasse"im Staatsbürgerkundeunterricht. Es geht hier aber darum,das jetzt unter Pandemiebedingungen es unverantwortlich ist,die Pendler in überfüllte Ersatzbusse oder Züge zu quetschen, wenn überhaupt was nach Berlin rein fährt dann....schon im Normalbetrieb kann kein Abstand eingehalten werden!!

  4. 102.

    Die S Bahnen in Berlin sind immer voll! Egal ob gestreikt wird oder nicht

  5. 101.

    Es wird Zeit, diese Gruppe inklusive ihres Fürsten vor Gericht zu bringen. Arbeitskampf ist richtig und wichtig- JA!
    Aber er ist gedacht um ein Instrument der Arbeitnehmer gegen die Arbeitgeber zu haben. Nicht gedacht ist es jedoch um Mehr Mitglieder einzuwerben und die eigene Existenz zu legitimieren. Für mich kämpft hier ein kleiner Provinzfürst gegen den restlichen Staat. Dieses ist mitnichten durch das Grundgesetz gedeckt.
    Herr Weselsky gehört wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung verurteilt.

  6. 100.

    Zu meiner Kollegin
    Ich hatte mit ihr ein sehr gutes vertrauensvollen Verhältnis unter Kollegen ,wir haben uns alles erzählt
    Sie hatte keinerlei vorerkrankungen , sie war nie krank oder im Krankenhaus
    Solch einen Zusammenhalt auf der Arbeit kennt man bei der DB wohl nicht
    Zu lang life Corona
    Erstens ,ist es ein großer Fehler, corona mit der Influenza Grippe zu vergleichen ,ist kein Vergleich
    Von Long
    live Influenza habe ich persönlich noch nichts gehört
    Könnte RBB Berlin mal nachhaken ,würde mich interessieren ,ob es das wirklich gibt

  7. 99.

    Fällt Ihnen auf, dass Ihr Posting nun völlig am Thema vorbei ging?
    Aber zu Ihrem Angebot: Das nehme ich doch gern an.

    Beste Grüße

  8. 98.

    Bitte erstmal richtig lesen warum der Streik untersagt wurde....

    Aber nein erstmal lieber hetzen.....

  9. 97.

    Postuliere: Wer sich hier über den Streik aufregt, sitzt in einem Bullshit-Job fest und ist eigentlich nur neidisch auf Eisenbahner, die in ihrem Beruf etwas sinnvolles tun.

    Es gibt nun mal Berufe, in denen Streiks neben dem Arbeitgeber noch viel mehr die Mitmenschen treffen (Bahn, Kita, Krankenhaus, Müllabfuhr, ...). Diese sind ausnahmslos nicht Bullshit-Jobs. Aber es ist doch naiv, Menschen in diesen, den wichtigsten Berufen, die unser Leben wie wir es kennen überhaupt erst ermöglichen, gerade deshalb das Recht auf Arbeitskampf abzusprechen.

    Früher war die Beeinträchtigung der gesellschaftlichen Abläufe eines der legitimen Ziele im Arbeitskampf/politischen Streik. Aber die "liberalen" haben das Recht auf politischen Streik ja abgeschafft; schöne neue Welt...


    https://de.wikipedia.org/wiki/Bullshit_Jobs

  10. 96.

    Ich finde das Angebot der DB als völlig unzureichend, die Arbeitgeberseite muss sich bewegen und einen entsprechenden Vorschlag machen, dann wird nicht gestreikt.
    Die Lockführer haben recht, wenn sie für ihre Löhne kämpfen.
    Früher haben sich die Arbeitnehmer für ihre Lohnerhöhungen eingesetzt, heute scheinen sie lieber nach den politisch Verantwortlichen zu rufen.

  11. 95.

    Liebe Fahrgäste, solidarisiert Euch untereinander, sucht Ausweichfahrtmöglichkeiten oder bleibt zuhause und zeigt der GdL den Mittelfinger!

  12. 94.

    Wieviele Lkw-Speditions-Aktien besitzt die deutsche-staatseigene-DieBahn-Holding ?
    Und wieviele Reise- und Stadtbusse besitzt DieBahn ? DieBahn schaukelt die Güterzug-Verluste in Ihre Lkw-Flotte und deren Aktienwerte werden steigen. Im Personenverkehr, schaut mal auf die Besitzeranschrift :- ) .

  13. 93.

    Kollege "eisenbahner" wie bist du denn unterwegs 3 Knöpfe drücken und keine Verantwortung. Deshalb wollen alle Lokführer werden. Du kannst ja mal meinen Job machen anstatt hier rum zu tönen.

  14. 92.

    Ich muss ihnen leider widersprechen, long Influenza gab es schon immer es wurde nur nie breitgetreten.
    Zu der Verstorbenen Kollegin: nur weil keine Vorerkrankungen bekannt waren, es ist nicht dass sie sie nicht (unbekannterweise) hatte.

  15. 91.

    Würde sich Verdi nur mal so stark machen für Erzieher (vor allem die freien Träger). Aber da passiert leider so gut wie nichts, außer viele Rundmails, hier und da mal eine unbeachtete Kundgebung, dann wieder Stille und ständig neue Ansprechpartner usw.
    Ich täte feiern wenn Kitas einfach mal wegen Streik eine Woche zu machen damit endlich mal all das vesprochene Mehrgehalt ankommt.

    Bez. der Bahn… Streik ist ok wenn was wirklich nicht passt. Das ist das Recht eines jeden Arbeitnehmers der sich auch gewerkschaftlich engagiert.
    In Berlin finde ich es allerdings insoweit fatal, das es den wichtigen Stadtverkehr trifft. Das die Leute dann keinen Bock auf eine Mobilitätswende haben oder eine Autofreie Stadt, wenn ständig der Nahverkehr kolabiert und das sogar Tagelang, da kann nur Frust aufkommen.
    Berlin sollte dringlichst bei der S-Bahn eine Lösung finden das dies nicht immer wieder passiert.

  16. 90.

    Die GDL inklusive der Oberhäuptling haben wohl den Schuss nicht gehört, was bildet der Spinner sich denn ein

  17. 89.

    An alle die gegen der Streik sind und mit Corona-Problemen argumentieren: psst…schon mal die DAX Wachstumsrate letztes Jahres angeschaut? Nicht gerade wenig Leute glauben an wirtschaftlichen Schaden der Pandemie. Sehr gut. Genau die braucht man bei der Wahl im September! Weiter so!

  18. 88.

    Herrn Weselsky geht es nur noch um Machtdemonstration, verhandeln will er nicht, er will erpressen und seine Vasallen folgen ihm begeistert. Das ganze befeuert er mit einer völlig absurden Neiddebatte bezüglich der Vorstände. Hätte dieser Mann das geistige Potential, wäre er sicher Vorstand geworden. Von mir aus kann die GDL streiken bis sie schwarz werden, denn ich nutze seit Jahren keine Züge. Zu unpünktlich und zu dreckig.

  19. 87.

    Die Charité und Vivantes Mitarbeiter haben ihren Streik vorerst untersagt bekommen
    Das sagt viel aus ,wie solidarisch die Gdl ist ,oder ??
    Für mich ein Skandal ,das die Lokführer zur gleichen Zeit wegen eines Machtkampf streiken dürfen ,und die Gesundheit der Kunden aufs Spiel setzen dürfen

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