Shuttle zur Urban Tech Republic geplant - Berlin und Siemens schließen Rahmenvertrag für neues Siemensstadt-Quartier

Übergabe des Siemensstadt Rahmenvertrags (Quelle: rbb/Sebastian Schöbel)
Video: Abendschau | 05.08.2021 | Iris Sayram | Studiogast Sebastian Scheel | Bild: rbb/Sebastian Schöbel

Nun ist sie auch vertraglich fest vereinbart, die Siemensstadt²: Fast 3.000 Wohnungen, tausende Quadratmeter Fläche für Gewerbe und Produktion, Kitas, eine Schule. Zudem wird bereits an der Verbindung zur neuen Urban Tech Republic in Tegel gearbeitet.

Für den Bau des neuen Siemensstadt-Quartiers haben der Berliner Senat und der Siemenskonzern am Donnerstag einen städtebaulichen Rahmenvertrag unterzeichnet. Darin wird vor allem vertraglich festgelegt, was auf dem 76 Hektar großen Industrieareal im Berliner Nordwesten entstehen soll.

Grafische Darstellung der "Siemensstadt Square"
Grafische Darstellung der "Siemensstadt Square" | Bild: Siemens

Fast 3.000 Wohnungen, rund 20.000 neue Jobs

Geplant sind demnach rund 2.700 Wohnungen, von denen rund ein Drittel mietpreisgebunden sein sollen. Dazu kommen 150.000 Quadratmeter Fläche für Industrieproduktion und über 400.000 Quadratmeter für Gewerbe. Siemens sichert außerdem zu, zwei Kitas, eine 4-zügige Europa-Grundschule und weitere soziale Infrastruktur zu bauen. Rund 8.000 Menschen sollen einmal auf dem Siemenscampus leben, 20.000 weitere Jobs sollen entstehen, so der Konzern.

"Vor allem als Berliner freue ich mich sehr, dass dieses Projekt so schnell funktioniert hat", sagte Cedrik Neike, Vorstandsmitglied der Siemens AG. Gemeinsam werde man "eine Million Quadratmeter mehr Berlin schaffen", so Neike, " das ist dreizehn mal der Alexanderplatz". Die ersten Gebäude sind bereits in Planung, der Baustart wird für 2023 anvisiert. Parallel dazu will die S-Bahn die sogenannte "Siemensbahn" zwischen der Insel Gartenfeld und Jungfernheide bis 2029 wieder in Betrieb nehmen.

Der Konzern verspricht, das Areal nachhaltig und CO2-neutral zu entwickeln. Zudem soll der Campus für die Öffentlichkeit zugänglich und mit innovativen Mobilitätskonzepten erschlossen werden. Das Land Berlin sagt seinerseits vertraglich zu, das Gelände an schnelles Internet anzuschließen. Dabei soll auch der neue 5G-Mobilfunkstandard zum Einsatz kommen. Der Konzern, der einst in Berlin gegründet wurde, will insgesamt rund 600 Millionen Euro in das Projekt mit dem offiziellen Namen "Siemensstadt²" investieren.

Darstellung des neuen 60-Meter-Hochhauses am Rohrdamm
Die ersten beiden neuen Gebäude sind schon geplant: Ein Anbau am historischen Siemens-Verwaltungsgebäude (li.) und ein 60-Meter-Hochhaus (re.) | Bild: Siemens

Shuttle mit autonomen Fahrzeugen zur Urban Tech Republic

Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) dankte Siemens dafür, mit dem Campus in die Stadt seiner Gründung zu investieren. "Immerhin war Siemens 1847 so eine Art Startup in dieser Stadt." Der Rahmenvertrag sei nun ein "Meilenstein" für die gemeinsame Entwicklung des Quartiers, das Maßstäbe setzen werde.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) kündigte an, dass zwischen dem Siemenscampus und der geplanten Urban Tech Republic auf dem ehemaligen Flughafen Tegel ein Shuttle entstehen soll. Details würden aktuell noch ausgearbeitet, so Pop, geplant sei allerdings eine Lösung mit autonom fahrenden Fahrzeugen. Insgesamt zeige der Siemenscampus, was möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Blaupause für die Zukunft sein wird", sagte Pop dem rbb.

Sendung: Inforadio, 13:00 Uhr, 05.08.2021

3 Kommentare

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  1. 3.

    "immer ein Dorf bleiben."

    RRG ist aber die progressivste Konstellation, die Berlin zu bieten hat. CDU kann nicht Großstadt, erst recht nicht die provinzielle Berliner CDU. Die Czaja-FDP kann man nicht ernst nehmen. Und die andere Oppositionspartei - kein Kommentar.

    Aber ich glaube, sehr viele Berliner wollen gar nicht, dass Berlin eine Metropole wird.

  2. 2.

    Sie glauben wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann, völlig illusorisch. Im nächsten Senat sitzt Frau Pop eh nicht mehr und die ganzen Pläne werden wieder verworfen. Mit RRG wird Berlin nie zur Weltstadt und immer ein Dorf bleiben.

  3. 1.

    Und dann noch eine Straßenbahnlinie vom Kurt-Schumacher-Platz über das Flughafengelände und Siemensstadt "Parralel zur U7 über die Nonnendammallee nach Rathaus Spandau mit Abzweig über Haselhorst, Wasserstadt und Rathaus Spandau zum Neuen Strasenbahn-Betriebshof am Flughafen Gatow. Selbstverständlich mit 365/20 Betriebstagen/-Stunden. - Von mir aus, auch mit Fahrradseitenstreifen.

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