160.000 Wohnungen in Berlin - Vonovia startet neuen Übernahme-Versuch der Deutsche Wohnen

Der Hauptsitz des Immobilienkonzerns Vonovia (Quelle: dpa/Dennis Ewert)
Bild: dpa/Dennis Ewert

Wenn die Unternehmen Vonovia und Deutsche Wohnen fusionieren, könnte der größte Immobilienkonzern Europas entstehen. Vor einer Woche hieß es, der Plan sei gescheitert. Doch jetzt startet Vonovia einen neuen Anlauf - und bietet mehr Geld.

Der Immobilienkonzern Vonovia versucht erneut, die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen zu übernehmen. Wie beide Unternehmen am Sonntag mitteilten, bietet Vonovia nun insgesamt 19 Milliarden Euro.

Die Aktionäre der Deutsche Wohnen sollen demnach 53 Euro je Aktie erhalten. Das ist ein Euro mehr als beim letzten Übernahmeversuch. Der war Ende Juli gescheitert, weil zu wenige Aktionäre der Deutsche Wohnen das Übernahmeangebot angenommen hatten.

Vonovia konnte sich beim letzten Übernahmeversuch nur 47,62 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte der Deutsche Wohnen sichern - hatte aber einen Mindestanteil von 50 Prozent als Bedingung in das Übernahmeangebot geschrieben.

Entscheidung bis Ende September?

Vonovia-Chef Rolf Buch erwartet noch in dieser Woche eine Entscheidung der Finanzaufsicht BaFin, die formal grünes Licht für die neue Offerte geben muss, wie er am Montag vor Analysten sagte. Schon Ende September solle dann klar sein, ob Vonovia im dritten Versuch bei den Aktionären von Deutsche Wohnen zum Zuge kommt.

Auch Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn ist weiterhin von dem Vorhaben überzeugt: Er habe den Eindruck gewonnen, dass viele seiner Aktionäre das Scheitern bedauert hätten, sagte er.

Europas größter Immobilienkonzern würde entstehen

Den Immobilienriesen Vonovia und Deutsche Wohnen gehören allein in Berlin zusammen fast 160.000 Wohnungen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Sonntag heißt es, man sei von den strategischen Vorteilen eines Zusammenschlusses überzeugt. Zusammen würden die beiden Unternehmen Europas größten Immobilienkonzern mit rund 550.000 Wohnungen bilden. Der Mieterbund sieht darin keine Vorteile.

Im Zuge der Fusionspläne hatten die beiden Konzerne dem Land Berlin angeboten, Mieterhöhungen bis 2026 zu begrenzen, neue Wohnungen zu bauen sowie Wohnungen aus ihrem Bestand an das Land zu verkaufen. Dabei geht es um rund 20.000 Wohneinheiten.

FDP: Nur "bauen, bauen, bauen" hilft

Die Finanzverwaltung erklärte am Montag, sie wolle die geplante Übernahme der Wohnungen "zeitnah" abschließen - unabhängig vom neuen Übernahmeversuch. Derzeit prüft das Land, wieviel die Immobilien wert sind.

Die FDP lehnt das Vorhaben des Senats nach wie vor ab. "Mit dem angestrebten Rückkauf würde die aktuelle Wohnungsnot nicht entschärft werden, denn es entsteht kein neuer Wohnraum", so der baupolitische Sprecher Stefan Förster. Stattdessen helfe nur "bauen, bauen, bauen".

Sendung: Inforadio, Nachrichten, 02.08.2021, 06:40 Uhr

26 Kommentare

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  1. 26.

    Da ich weder Expertenverzeichnis, noch Quellenverzeichnis führe, kann ich nur mit einem Tip dienen, nämlich: sich selbst bemühen. Auf diese Art bekommt man im digitalen Zeitalter alle Infos , die man sucht. Viel Erfolg.





  2. 25.

    Nennen Sie noch bitte die Experten und die Quelle, das hilft beim Verständnis.

  3. 24.

    Die Linksextremisten wollen NUR den globalen Kapitalismus abschaffen?
    Dann sollte man sich mit diesem Thema eingehend befassen, das öffnet die Augen.

  4. 23.

    Ihre Theorien und Unterstellungen seien Ihnen gegönnt.
    Mit diesen Thema haben sich hinreichend Experten für Extremismus beschäftigt, sie kamen zu diesem Ergebnis, und deren Ergebnis zählt.

  5. 22.

    Hoffentlich beibt es nicht dabei, erfolgreich fuer die Aktionäre den Preis zu dominieren und dabei jedes soziale Maß zu verlieren. Das befürchte ich nämlich als Mieter der Venovia.

    Mieterfreundlicher wäre es, Wettbewerb über qualitative Kriterien zu führen, statt die Monopolstellung anzustreben, koste es, was es wolle. Bei uns im Hochhaus zum Beispiel, beginnt der Fahrstuhl erst im Hochparterre. Barrierefrei für Behinderte, Alte und Eltern mit Kinderwagen ist das nicht. Ich hatte diesen Zustand vor Monaten schon einmal in einem Fragebögen der Venovia kritisiert. Aber Papier und Bytes sind geduldig.

  6. 21.

    Das stimmt. Ich frage mich nur, warum die Vonovia unbedingt die Deutsche Wohnen übernehmen will?

  7. 20.

    Richtig so, aber ich glaube nicht, dass diese Information auch ankommt.

  8. 18.

    Ehe ich in Berlin überteuerte Miete für ein Altloch bezahle würde ich lieber auf einem Dauercamperplatz in einem nachisolierten Wohnwagen wohnen. Nach und nach perfektionieren mit Vorbau etc. Es gibt dort auch Arbeit. FS hat genug Beispiele gezeigt. Wer nicht nach 89/90 sofort neues Auto haben mußte oder überteuerten Altschlorren oder gar unbedingt in die "Dominikanische" mußte, der schaffte es sogar zur ETW.

  9. 17.

    In der Tat ist die Verwendung einschlägiger Tiermotive auf menschliches Verhalten hin sehr bedenklich. Das betrifft die bildhafte Verwendung von Ratten, um das Verhalten Missliebiger zur NS-Zeit zu charaktisieren, ebenso wie das Bemühen eines zähnefletschenden Bären zur Adenauer-Zeit, um Russland zu charakterisieren und so eben auch die bildhafte Verwendung von Heuschrecken, um die ungehemmte Immobilienspekulation der Ist-Zeit zu charakterisieren.

    Meine persönliche Auffassung dazu: Von derartigen Bildvergleichen sollte schlichtweg gelassen werden. Es gibt genügend Argumente dafür, Wohnraum nicht der hemmungslosen Spekulation zu überlassen.

  10. 16.

    Was ist daran fabuliert, wenn 50% der Bevölkerung in Miete wohnen, also ohne Vermieter hätten die keine Wohnung. Die linksextreme Kreise behaupten doch, die meisten Vermieter wären Kapitalisten und Abzocker.
    Das Fabulieren besorgen doch diese Leute selber.
    Wie ich diesen Sachverhalt bewerte? Das bleibt mir überlassen.

  11. 15.

    "Ja, linksextrem und rechtsextem sind zwei Verwandten, das will man nicht wahrhaben, und deswegen sofort diese Unterstellungen."

    Die unsinnige Vergleich wird sehr häufig von Rechtsextremen oder von denen benutzt die Rechtsextremismus verharmlosen wollen und nennt sich Hufeisentheorie. Den Unsinn widerlege ich ihnen in 5 Minuten.

  12. 14.

    Das scheinen mir aber sehr entfernte Verwandte zu sein, bei denen der eine generell antidemokratisch ist, der andere "nur" den globalen Kapitalismus abschaffen will.

  13. 13.

    "Kennen Sie Thyssen-Krupp, Astra-Zeneca, Daimler-Chrysler uvm.? " Haben diese Firmen eine marktbeherrschende Stellung?

    "So funktioniert das bisher praktisch erfolgreichste Wirtschaftssystem weltweit: Marktwirtschaft." Ja, mit Kriegen und Ausbeutung. Gerade auf ZDF info: Trumps Erbe: Das zerrissene Amerika.

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/trumps-erbe-das-zerrissene-amerika-100.html

  14. 12.

    "Ja, linksextrem und rechtsextem sind zwei Verwandten, das will man nicht wahrhaben, und deswegen sofort diese Unterstellungen."

    Die unsinnige Vergleich wird sehr häufig von Rechtsextremen oder von denen benutzt die Rechtsextremismus verharmlosen wollen und nennt sich Hufeisentheorie. Den Unsinn widerlege ich ihnen in 5 Minuten.

  15. 11.

    Weil wir nicht im Sozialismus oder Kommunismus sind wo einfach enteignet wird und das ist auch gut so.

  16. 10.

    Die AfD verteidigen, es liegt mir nichts ferner. Ich habe lediglich einen Vergleich solcher Werbung zu dieser, von mir verachteten, Partei gezogen.
    Ja, linksextrem und rechtsextem sind zwei Verwandten, das will man nicht wahrhaben, und deswegen sofort diese Unterstellungen.

  17. 9.

    "Ohne diesen Kapitalismus, hätte ca 50% der Bevölkerung keine Wohnung."

    Und sie wagen es von "Verschwörungstheorien" zu fabulieren?

  18. 8.

    "Die FDP lehnt das Vorhaben des Senats nach wie vor ab. "Mit dem angestrebten Rückkauf würde die aktuelle Wohnungsnot nicht entschärft werden, denn es entsteht kein neuer Wohnraum","

    es stimmt, es entsteht kein neuer Wohnraum dadurch- das ist aber auch gar nicht Ziel _dieser_ Maßnahme (dafür gibt es andere). Dafür wird den bisherigen Mietern ermöglicht, ihre Wohnungen zu behalten. Zwei völlig unterschiedliche Ziele, beide völlig legitim.

    Dass Neubau alleine das Problem steigender Mieten nicht löst, weiß natürlich auch die FDP ganz genau. Aber man startet ja gerne hin und wieder mal Nebelkerzen.

    Ansonsten machen dann die demnächst erfolgenden Enteignungen die Fusionsträume hier sowieso obsolet.

  19. 7.

    Warum ist das "schlimm"?
    Hier fusionieren zwei Unternehmen, die auf dem Markt gemeinsam erfolgreicher wirtschaften möchten. Es entstehen täglich neue Unternehmen. Einige können sie alleine gut behaupten, einige fusionieren, einige spalten sich auf, einige gehen Pleite.

    Kennen Sie Thyssen-Krupp, Astra-Zeneca, Daimler-Chrysler uvm.?
    So funktioniert das bisher praktisch erfolgreichste Wirtschaftssystem weltweit: Marktwirtschaft.

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