Ausgebliebene Eintrittsgelder - Noch kein Durchbruch bei der finanziellen Rettung des Berliner Zoos

Mi 11.08.21 | 23:16 Uhr | Von Sebastian Schöbel
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Zwei Dscheladas sitzen im Tierpark Berlin eng zusammen (Quelle: DPA/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 11.08.2021 | Sebastian Schöbel | Bild: DPA/Paul Zinken

24 Millionen Euro weniger wird der Berliner Zoo in diesem und dem vergangenen Jahr weniger einnehmen. Ein rettender Deal konnte bisher nicht geschlossen werden. Im Abgeordnetenhaus gibt es Zweifel, ob die Schieflage allein der Pandemie geschuldet ist.

Die finanzielle Zukunft des Zoos bleibt weiter ungeklärt. Die Debatte über einen Zuschuss des Landes Berlin in Höhe von 16,5 Millionen Euro wurde am Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses vertagt. Zu dem Deal gebe es zahlreiche Fragen, wie der rbb aus Koalitionskreisen erfuhr.

Hintergrund sind finanzielle Probleme durch die Corona-Pandemie: Weil Besucher ausblieben, fehlen dem Zoo laut Senatsfinanzverwaltung 2020 und 2021 insgesamt rund 24 Millionen Euro.

Der Zoo hatte dem Senat nun angeboten, einen alten Zahlungsvertrag aus dem Jahr 1955 mit dem Land aufzulösen, um schnell an Geld zu kommen. Dieser Vertrag garantiert dem Zoo seit den 1950er Jahren jährlich eine Zahlung von über 380.000 Euro. Im Gegenzug für die Auflösung des Vertrages wollte die Senatsverwaltung für Finanzen dem Zoo nun 16,5 Millionen Euro aus Pandemierücklagen überweisen.

War Neubau des Affenhauses zu teuer?

Doch aus Koalitionskreisen regt sich Widerstand gegen den Deal. Demnach gibt es bei den Abgeordneten unter anderem Unklarheiten darüber, wie der Zoo künftig ohne die jährlich 380.000 Euro wirtschaften will.

Darüber hinaus gibt es Irritationen über die Art der Notfinanzierung, weil der Senat dafür Corona-Rücklagen nutzen will. Dabei sei unklar, ob die finanzielle Schieflage des Zoos allein mit der Pandemie zu erklären ist: Möglicherweise seien in der Vergangenheit auch Investitionen getätigt worden, die teurer ausgefallen sind, als geplant, etwa der Neubau des Affenhauses. Dafür dürfen die Corona-Rücklagen aber nicht herangezogen werden, heißt es aus Koalitionskreisen.

Zudem gibt es Diskussionen darüber, ob sich der vorgeschlagene Deal für das Land Berlin lohnt. Denkbar sei nämlich auch, dass das Land Aktien der Zoo AG kauft. Damit erhält es mehr Einfluss über das Geschäft, etwa bei den Eintrittspreisen. Bei der nächsten Sitzung des Haushaltsausschusses in zwei Wochen soll das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen.

Sendung: Inforadio, 12.08.2021, 08:00 Uhr

Beitrag von Sebastian Schöbel

37 Kommentare

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  1. 36.

    Also im Zoo kostet die Jahreskarte für ein Elternteil + Kinder 66 €. Ich denke das ist ein fairer Preis. Damit unterstüzt man den Zoo und kann ein Jahr so oft wie man möchte mit seinen Kindern exotische Tiere bestaunen.

  2. 35.

    Ja Markus, dieses einmal im Jahr vom Senat vergebene Scheckkheft ist mir noch gut in Erinnerung. Nur damals habe ich durch meine Arbeit wenig Zeit gehabt es auch zu gebrauchen. Oft habe ich meins verschenkt. Schade das es solch eine tolle Aktion leider nicht mehr gibt.

  3. 34.

    Ich wollte hier gerade mit dem "Berlin-Scheckheft" kommen, da gibt es ja viele Ermäßigungen. Ich habe leider festgestellt, dass es das nicht mehr gibt. Schade.

  4. 33.

    Danke für den Hinweis auf die Museen. Fürs Aquarium zahle ich gerne extra Eintritt. Da gehe ich am liebsten nur im Winter rein.

  5. 32.

    Also ich habe Zoo und Aquarium. Wenn ich dann in den Tierpark gehe bekomme ich dort auch noch eine Ermäßigungen. Man muss das halt für sich durchrechnen was man nutzt. Als Rentnerin muss ich auch rechnen. Aber es lohnt sich. Auch wenn das nicht das Thema ist, auch für die Museen lohnen sich die JK.

  6. 31.

    Berlin hat nur 1 Zoo. Aber beide Einrichtungen müssen erhalten bleiben.

  7. 30.

    Der Eintritt in den Zoo und den Tierpark können sich auch Familien und einkommensschwache Menschen leisten. Es gibt sehr gute Familienkarten und diverse Ermäßigungen. Vielleicht vorher informieren! Fahre mal in andere große Tierparks. Da kostet der Eintritt richtig viel Geld und so viele Ermäßigungen gibt's auch nicht

  8. 28.

    Sehr richtig. Und eine Jahreskarte werde ich mir Anfang nächsten Jahres besorgen für beide Zoos.

  9. 27.

    Liebe Eve, bitte schauen Sie mal bei den vergleichbaren anderen Grossstadtzoos. Dort sind die Preise noch höher. Da sind Sie dann als Erwachsener 20 Euro und mehr, Kinder um die 18 Euro los. Ausserdem ist so ein Zoo sehr kostenintensiv. Gehen Sie in die Staatl. Museen. Da zahlen Sie auch 16 Euro. Wie schon ein anderer Kommentator schrieb. Jahreskarte lohnt sich. Die finde ich sogar recht preiswert.

  10. 26.

    Muss man doch gar nicht mehr außer in den Häusern....
    Also Leute gibt's -.-

  11. 24.

    Eigentlich braucht man kein spezielles Spendenkonto. Aber gucken Sie mal hier: https://www.zoo-berlin.de/de/helfen/spenden. Ich denke mal, jeder Euro zählt.

  12. 23.

    Hi Lothar, ging mir auch so. Aber ich dachte mir, was hätte ich ausgegeben und etwas mehr und das habe ich dann gespendet. Der Zoo muss wirklich erhalten bleiben! Als Ossi hänge ich natürlich am Tierpark. Aber Zoo und Tierpark gehören für mich zusammen. Ich denke gerade über eine Tierpatenschaft nach. Danke übrigens für Deine Zeitreise nach Münster... ;)

  13. 22.

    Nicht einen Cent bekommen die von mir, solange man immer noch dort Maske tragen muß

  14. 21.

    Ja, vor einiger Zeit ...
    Jetzt: Kein Test nötig (außer für die Innengastronomie, da gilt 3G ü6), Maskenpflicht besteht nur in den Tierhäusern* und im Aquarium oder wenn's draußen eng wird, die Zeitfenster haben übrigens 4h (außer für den letzten Einlass des Tages, da sind's nur 3,5h), das Flexticket (Zoo+Aquarium) gibt's ganz ohne Zeitfenster als Tagesticket.
    Tickets gibt's online oder an der Kasse vor Ort.
    Und wer mehr als 3x im Jahr hin will, für den lohnt sich eine Jahreskarte ...

    *Panda Garden, Affenhaus und Welt der Vögel
    (Raubkatzen und Nachttierhaus sind noch nicht ganz fertig mit dem Umbau, die geplante Nashornanlage ist erst 'ne Baustelle)

  15. 20.

    Bei den horrenden Ticketpreisen können sich einkommensschwache Familien und Einzelpersonen doch gar keinen Zoobesuch leisten. Eine Familie ist da ganz schnell bei 100€ pro Besuch. Das ist Wucher. Preise runter, dann kommen auch wieder mehr Besucher, ganz einfach.

  16. 19.

    Genauso mit Marzahn! ... Ach nee, is ja schon bebaut...
    Aber 'mal dicht machen und neu bebauen schadet da auch nicht ...

  17. 18.

    Warum steigt Frau Pop nicht endlich von ihrem hohen Ross herunter und lässt im neuen BVG-Verkehrsvertrag die Scheibenwerbung an Bussen und Bahnen weiterhin zu, anstatt sie verbieten zu wollen? Das spielt immerhin 32 Mio. (laut Tagesspiegel) in die immer klammen Kassen, also genug für den Zoo, den Tierpark Friedrichsfelde und vielleicht sogar noch für die Tafel und die Arche. Ich muss morgens um 5:54 Uhr im Bus auf dem Weg zur Arbeit keine klare Sicht aus dem Fenster haben. Bei den Bussen vom Touri 100er oder vom M29 kann man sie ja weglassen…

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