Pläne für ein Rechenzentrum - Google plant Großinvestition in oder bei Berlin

Philipp Justus, Vice President Google Zentraleuropa, spricht anlässlich der Vorstellung des Investitionsplans für Google Deutschland vor der Hauptstadtrepräsentanz von Google in Berlin-Mitte. (Quelle: dpa/B. Jutrzcenka)
Audio: Inforadio | 31.08.2021 | J. Frewel | Bild: dpa/B. Jutzczenka

Höhere Rechenkapazität für die boomenden Cloud-Dienste: Google will in Berlin oder Brandenburg in ein neues Großrechenzentrum investieren. Als Ausgleich für den Stromverbrauch steckt der Konzern auch Geld in Umwelt- und Energieprojekte.

Google will in den kommenden Jahren einen hohen Millionenbetrag in den Bau eines Rechenzentrums im Großraum Berlin investieren. Das kündigte der US-Internetkonzern am Dienstag in Berlin an.

Der Bau ist Teil der Investitionsvorhaben des Unternehmens im Umfang von rund einer Milliarde Euro in Deutschland, zu denen auch der Ausbau erneuerbarer Energien gehört sowie der Bau eines weiteren neuen Rechenzentrums in Hanau (Hessen). Der nun vorgestellte Investitionsplan für diese Vorhaben reicht bis ins Jahr 2030.

Philipp Justus (M), Vice President Google Zentraleuropa, steht anlässlich der Vorstellung des Investitionsplans für Google Deutschland zusammen mit Eveline Metzen (l-r), Director Government Affairs and Public Policy, Google DACH, Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutsche Energieagentur (DENA), Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen), Berliner Wirtschaftssenatorin, und Jörg Steinbach (SPD), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, bei einem Fototermin vor der Hauptstadtrepräsentanz von Google in Berlin-Mitte. (Quelle: dpa/B. Jutrczenka)
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Wirtschaftsminister Steinbach rechnet mit Standorten in Brandenburg

Mit dem Aufbau dieses neuen Rechenzentrums für Berlin und Brandenburg wolle Google eine neue Cloud-Region Berlin-Brandenburg einrichten, wie es hieß. Der genaue Standort der Server wurde nicht mitgeteilt. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) äußerte sich am Dienstag bei Brandenburg aktuell aber zuversichtlich, dass auch Brandenburg davon profitieren werde: "Es gibt ganz konkrete Gespräche, dass diese Cloud auch zusätzliche Hardware braucht. Ich gehe davon aus, dass in absehbarer Zeit mitgeteilt werden kann, wo zusätzliche Rechenzentren in Brandenburg gebaut werden."

Der Ort für die zweite große Cloud-Anlage, ein Rechenzentrum in Deutschland, dagegen steht fest: Sie soll nur rund 20 Kilometer vom weltgrößten Internetknoten DE-CIX entfernt in Hanau entstehen, sagte Philipp Justus, Googles Zentraleuropa-Chef bei der Vorstellung der Investitionsvorhaben.

Das vierstöckige Gebäude in Hanau entstehe dabei nun zuerst. Mit einer Nutzungsfläche von rund 10.000 Quadratmetern soll es bereits im kommenden Jahr voll betriebsbereit sein. Google passe damit die Frankfurter Cloud-Region an die wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten in Deutschland an.

Die verschiedenen Cloud-Regionen dienen vor allem dem Zweck, mit den eigenen Dienstleistungen räumlich näher an die Kundschaft zu rücken. Dadurch reduzieren sich beispielsweise Datenlaufzeiten (Latenz) im Vergleich zu einer trans-atlantischen Datenverbindung erheblich. Für die Kunden gibt es aber auch rechtliche und regulatorische Gründe, besser auf Cloud-Rechnern zu arbeiten, die in Deutschland stehen, statt Anlagen in den USA zu verwenden.

Erneuerbare Energien für die stromfressenden Rechenzentren

Ein erheblicher Teil des Google-Investments fließt in die Produktion erneuerbarer Energie in Deutschland, denn die Rechenzentren sind auch riesige Stromverbraucher. Seit 2017 gleicht Google bereits seinen weltweiten jährlichen Stromverbrauch durch den Einkauf von Öko-Strom aus.

Der Konzern kündigte nun an, dass der lokale Energiepartner Engie Deutschland aus Köln in den kommenden Jahren mehr als 140 Megawatt (MW) an Solar- und Windenergie in das deutsche Netz einspeisen wird. Dazu gehörten eine neue 39-MW-Photovoltaikanlage und die Erhaltung von 22 Windparks. Damit soll sichergestellt werden, dass "ab 2022 zu jeder Stunde rund 80 Prozent der an die Google-Infrastruktur gelieferten Energie aus CO2-freien Quellen stammt".

Sendung: Inforadio, 31.08.2021, 11 Uhr

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65 Kommentare

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  1. 65.

    Sie haben immer noch nicht verstanden, woher der Strom für Google kommen soll.

  2. 64.

    Soso, Baerbocks "Vergesslichkeit " tolerieren sie ? So etwas will nun kanzlern; da hat der Autor Grandt ein interessantes Buch geschrieben. Schon gelesen ? Gibt es bei amazon.

  3. 63.

    Politische Verdächtigung ist ein Straftatbestand nach § 241a des deutschen Strafgesetzbuches (StGB). Strafbar ist danach Denunziation, wenn diese zu politischer Verfolgung führen kann.

  4. 62.

    Android? Ist doch google. Browser sind Chromium und Firefox ist BND.

  5. 61.

    Mag ja sein das Sie recht haben, aber in Deutschland wird man ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Sein Sie froh das Sie Google von hier nutzen können. Andere Suchmaschinen basieren auf dem gleichen wenn nicht sogar Google-Algorithmen. Es gibt nur noch Google. Überprüfen können Sie dass mit der Übereinstimmung der Suchergebnisse und der Sperr- und Löschquote unerwünschter Suchergebnisse. Die stecken alle unter einer Decke.

  6. 60.

    Warum überracht mich Ihr "Es kotzt mich an; ihr Politiker" nicht?
    Wenn man wie Sie die hier im langen Artikel beschriebene Methode der Energieerzeugung außer acht ... Bzgl. der Abhärme hängt es vom genauen Standort ab. Bisher wird die oft an die Umgebung abgegeben, vereinzelt aber auch zu Heizzwecken genutzt.

  7. 58.

    Sie wären überrascht, wie viele Rechenzentren in Deutschland gebaut werden. Nach Hanau sind die vielleicht sogar nur ausgewichen weil in Frankfurt kaum noch Platz ist. Googlen Sie z.B: mal nach Interxion.

  8. 57.

    Die ziehen doch nur uns Bürgern das Fell über die Ohren. Wichtig wäre auch, dass man erfährt was mit der Abwärme geschieht. Inforadio berichtete kürzlich über die Mehrbelastung einer 4-köpfigen Fam. durch die CO2-Steuer. Über 350 € ! Darüber lacht doch die Baerbock nur. 5000 € Weihnachtsgeld; wofür ? Es kotzt mich an; ihr Politiker.

  9. 56.

    Warum sollte man in Deutschland ein neues Rechenzentrum eröffnen?

    Wir haben die höchsten Strompreise der Welt [1], Deutschland ist daher für so ein Rechenzentrum der denkbar schlechteste Standort.

    > [1] https://www.statista.com/statistics/263492/electricity-prices-in-selected-countries/

  10. 55.

    Die G20 haben allerdings schon eine Mindeststeuer beschlossen. Größte Hürde sind aber in der Tat Länder wie eben Irland.

  11. 54.

    Deshalb investiert Google nicht nur in zwei neue Rechenzentren bei FFM und im Sendegebiet des RBB, sondern auch in erneuerbare Energien - s. letzter Absatz in https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2021/08/google-milliarde-euro-bau-neues-rechenzentren-grossraum-berlin.html

  12. 52.

    Na hoffentlich gibt's dann auch genug Ökostrom um das Ding auch zu betreiben :-)

  13. 51.

    Gejammere hilft nicht weiter. Die diversen Merkel-Regierungen in den letzten Jahren haben halt nichts dagegen getan. Es liegt letztlich an den Politikern, ob der öffentlichen Hand Milliarden an Steuern entgehen. Regierungen und Parlamente haben es in der Hand, solche Schlupflöcher zu schaffen, aber eben auch, sie zum Wohle ihrer Gemeinwesen endlich zu schließen.
    Hinzu kommt die EU Konstrukion. Irland, ein Mitgliedsland der der disfunktionalen EU, konnte sich lange wie eine Steueroase aus der Karibik gerieren.

  14. 50.

    Touche ;-) Der Osten kann einem echt Leid tun. Das böse Berlin als größte deutsche Stadt und Hauptstadt zieht die Unternehmen in die Region. Bringen auch noch Arbeitsplätze, so ein Mist. Muss der Sozialist arbeiten gehen, weil das Jobcenter ihm was anbieten kann.

  15. 47.

    Da haben Sie Toller dem Kapitalismus ein echtes Schippchen geschlagen. Nur um das kurz aufzudröseln : Google hat Teile des Codes von Android freigegeben, ^was LineageOs überhaupt möglich macht. Im Gegenzug fließen Entwicklungen zurück ins Android Projekt. Das ist als Nehmen und Geben. Müssen Sie also überlegen, ob Sie da so mitgehen können, Ihnen liegt ja eher das Nehmen...

  16. 46.

    Die Wallstreet haben Berlin-Brandenburg ja, sie wissen es nur nicht mehr oder verdrängen es.

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