Fluglärm in Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf - Easyjet will ab Oktober die Hoffmannkurve wieder fliegen

Ein Passagierflugzeug der britischen Fluggesellschaft EasyJet ist im Abflug von der südlichen Start- und Landebahn des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg BER. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 23.09.2021 | Hanno Christ | Bild: dpa/Patrick Pleul

Seit Wochen klagen Anwohner der östlichen BER-Anrainerorte über starken Fluglärm. Grund sind Überflüge die so nicht vorgesehen waren - vor allem die Fluggesellschaft Easyjet hielt sich nicht an die Vorschrift. Jetzt gibt es Hoffnung für die betroffenen Menschen.

Flugzeuge der Gesellschaft Easyjet werden ab Oktober wieder die sogenannte Hoffmannkurve am BER fliegen. Das kündigte der Deutschland-Chef des Unternehmens, Stephan Erler, auf Nachfrage des rbb an.

"Wir sind uns sicher, dass wir - sobald Ostwind herrscht - die Hoffmann-Kurve fliegen werden", sagte er am Rande des Spatenstichs für einen Wartungshangar am BER. "Wir haben bei easyJet keinerlei Interesse, eine andere Abflugroute zu wählen", so Erler. Es sei der direkteste Weg zu den meisten Zielen der Fluggesellschaft. Man sei sich sicher, dass man in Gesprächen mit der Flugsicherung und deren Aufsichtsbehörden einen gemeinsamen Weg gefunden habe.

Auf einer Karte sind Flugrouten vom Flughafen BER in Berlin zu sehen. (Quelle: rbb)
| Bild: rbb

Die Hoffmannkurve, wegen des scharfen Flugmanövers auch umgangssprachlich "Kotzkurve" genannt, sollte möglichst viele Anwohner vom Fluglärm bei Starts von der südlichen BER-Start- und Landebahn Richtung Osten entlasten. So hatte es die Fluglärmkommission vor zirka zehn Jahren beschlossen. Abweichungen seien nur per Einzelabfrage vom Tower möglich.

Seit Eröffnung des BER registrierten Anwohner allerdings zunehmend Abweichungen. Besonders belastet fühlten sich die Einwohner der östlichen Anrainer-Ortschaften Zeuthen, Schulzendorf und Eichwalde. Dort verfügen Häuser und Wohnungen nicht über einen speziellen Lärmschutz, weil direkte Überflüge laut den offiziellen Routen nicht vorgesehen sind.

Allein im August hätten mehr als 20 Prozent der Piloten die Route nicht mehr genommen, hieß es im Infrastrukturausschuss des Brandenburger Landtages. Besonders auffällig waren dabei Easyjet-Maschinen.

Die Fluggesellschaft hatte bislang stets Schwierigkeiten geltend gemacht, mit vollen Flugzeugen die vorgegebene Mindestflughöhe zu erreichen und damit entsprechende Wegpunkte anzufliegen.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 23.09.2021, 19:30 Uhr

38 Kommentare

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  1. 38.

    Na klar, mal wieder Sperenberg als Standort. Wäre dort der BER erbaut worden, hätte es nur kurze Zeit gedauert, bis das Gelänge rings herrum bebaut worden wäre. Und dann hätte es dort Lärmschutzforderungen gegeben.

  2. 37.

    Aus Umweltschutzgründen fliege ich nur, wenn es absolut sein muss. Falls es sich in Zukunft wirklich einmal nicht vermeiden lässt, werde ich wegen der Hoffmannkurve nicht in Berlin abfliegen. Vielleicht denken andere auch so.

  3. 36.

    Meine Anwort bezog sich auf den Post des Users "Sommer". Sollte es bei Ihnen jedoch in den nächsten Tagen an der Tür klingen, öffnen Sie einfach, es könnte die Ironie sein, die sich Ihnen vorstellen will.
    Schönes WE

  4. 35.

    Da kann ich Ihnen nur beipflichten ! Sarkastisch müsste mal ein Notfall Fall eintreten aber "gut" ausgehen, dann wäre Schluss mit diesem wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Wahnsinn. Außerdem wird niemand per Saldo entlastet, sondern der Lärm wird auf "Neubetroffene" umgeleitet, die vorher nicht mal in einer Fluglärmkomission waren, weil "nicht betroffen".
    Ökologisch ist es ja auch sehr sinnig einen "Umweg" zu fliegen und das noch direkt in Königs Wusterhausen über das Krankenhaus.

  5. 34.

    Was haben Sie denn bitte schön ein Verständins von "Lärm"! Es ist ja wohl ein Unterschied, ob man in 1500 bis 3000 Metern überflogen wird oder das Teil fast über ihr Haus in 500 m Höhe !! Das Lärmempfinden ist aufgrund des Weber-Fechner-Gestzes definiert. 10 dB sind gefühlt das Doppelte. Bei einer Höhe von 1500m können Sie den "Lärm" fast "vergessen";: natürlich ist er noch zu hören, aber bei Ihnen wackeln nicht die Scheiben.
    Das Skandalöse ist ja noch die Nactruhe von Null bis fünf Uhr !!! Das gibt es nirgends in einer Großstadt, aber wird sind ja die doofen Brandenburger, die mit 5 Stunden Schlaf auskommen und deren Kinder ja auch verblödet werden, denn der wenige Schlaf wird Langzeitfolgen haben. Aber das ist Ihnen ja bestimmt egal, sonst würden Sie hier nicht so einen Kram schreiben. Ein Volksbegehren mit Nachtruhe von 22-6 Uhr wird mit Füßen getreten, obwohl es im Landtag beschlossen wurde. Viele Berliner meinen ja sowieso, dass Schönefeld irgendwo da "DRAUßEN" ist !

  6. 33.

    Hoffmannskurve aus Sicherheitsgründen verbieten !!!!

  7. 32.

    Ich hoffe, Ihre Schreibfehler sind beabsichtigt. Sie leben also nach dem Prinzip: Mir doch egal, geht mich nichts an, ich bin den Lärm los, sollen sich doch andere rumärgern? Zwar entsprechen Sie damit der Mehrheit des menschlichen Naturell, vergessen aber, dass der BER mittlerweile respektive unlängst wieder ein innerstädtischen Flughafen ist und sehr viele Teile Berlins überfliegen und weiter verlärmen wird Die Argumentation " die Spandauer etc" ist abgedroschen und interessiert auch keinen mehr

  8. 31.

    Ich war Fluglotse in Berlin. Schönefeld ist zum Glück fast an mir vorbeigegangen. Ich habe viel für den BER geplant. Aber die „Hoffmann Kurve“ habe ich aus Sicherheitsgründen immer abgelehnt!!
    Die Steigraten und die Kurve sind nicht nur laut und und ineffektiv sondern auch gefährlich gals mal beim Start ein Triebwerk ausfällt

  9. 30.

    Völlig richtig. Gut für Zeuthen, schlecht für KW.
    Die Flugzeuge schaffen die erste Rechtskurve nach dem Abheben, die darauf folgende Linkskurve dann aber nicht.
    Folge: Statt über der Autobahn fliegen einige Flieger über KW.
    Schade, dass KW keine Lobby hat...

  10. 29.

    Das Problem der zu eng beieinander liegenden Bahnen bestand in Tegel und nicht am BER.
    Am BER können die beiden Bahnen, mit einem Abstand von fast 2000m zueinander, völlig unabhängig voneinander betrieben werden.

  11. 28.

    Die FBB spart mit dem betreiben nur einer Bahn bares Geld. Solange der noch reduzierte Flugverkehr dies zulässt wird, auch um die Lärmbelastung gleichmäßig zu verteilen, immer monatlich die Bahn gewechselt.
    Sobald die Fluggastzahlen es erlauben, werden auch beide Bahnen im Parallelbetrieb betrieben. Auch gleichzeitige Starts und Landungen sind dann möglich.

  12. 27.

    Was ist an der Aussage von Easyjet seltsam? Neuer und letzter Versuch: Gestartet wird, weil Auftrieb immer hilfreich ist, gegen den Wind. Wie würden Sie demnach (ohne Startabbruch oder gar Crash) eine Abflugroute Richtung Osten bei Westwind fliegen? Für diesen Fall gibt es geplante Abflugrouten auch Richtung Westen. Gar nicht so dumm, oder?

  13. 26.

    Ich bezog mich auf die seltsame Aussage von Easyjet, dass sie erst/nur bei Ostwind die vorgeschriebene Route/Kurve fliegen werden. Bei der gesamten Flugrouten-Planung dürfte ja wohl bekannt gewesen sein, dass hierzulande nur selten Ostwind herrscht!

  14. 25.

    ein anderer Blick : der Düsseldorfer " Vorort " Meerbusch liegt, je nach Windlage, immer in der Einflug-oder Startschneise.
    Trotzdem ist das ein begehrter Wohnort mit zahlreichen Villen und schönen Eigentumswohnungen, dort echauffiert sich niemand über den Fluglärm, warum beim BER ? Der Fluplatz Schönefeld war schon zu DDR Zeiten aktiv , was hat sich denn wesentlich seitdem für die umliegenden Orte so geändert ?

  15. 24.

    Das ist doch wieder Quatsch auf Stammtisch-Niveau! Die Hoffmann-Kurve wird nur von der Südbahn bei Ostwind geflogen.
    Über den Südwesten Berlins wird von beiden Startbahnen bei Westwind - also circa Zweidrittel des Jahres - geflogen.

  16. 23.

    Der Eine trage des Anderen Last. Spandau, Reinickendorf, Pankow "durften" lange genug die Nieten der Flugzeuge zählen, "freuten" sich über jede Ausnahme vom Nachtflugverbot und konnten sogar die von Wirbelschleppen weggerissenen Dachziegel aufsammeln weil Quax mal wieder gepennt hatte. Nun haben halt andere das Problem. Anyway. Aber das mit Wahnsee usw. stimmt schon irgendwie. Übrigens ist "Fuchshausen" und "Spandorf" im Weschten. Da lag auch der Flughafen Tempelhof. Mitten in der City. Eingerahmt vom "dünn besiedelten" Neukölln und Tempelhof. Nur so, als Info, damit das Jammern nicht so schwer fällt.

  17. 21.

    Bei Westwind wird nach Westen gestartet, dann ist Zeuthen gar nicht betroffen. Dort kommen dann nur die Landungen drüber, bei denen wird nur geringer Schub gegeben und ist deshalb viel leiser.

  18. 20.

    Als Passagier bin ich die Kurve schon geflogen, und kann sagen dass es aus der Perspektive harmlos ist.

  19. 19.

    Hier muss ich leider widersprechen - auch in Zehlendorf überfliegen die Flugzeuge den Bezirk in Höhen zwischen 1500 und 3000 Metern! Absolut ok!

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