Tarifkonflikt - Warnstreik trotz Fortschritt bei Vivantes-Tochtergesellschaften am Freitag

Archivbild: Zahlreiche Pflegekräfte nehmen an einer streikbegleitenden Kundgebung vor der Vivantes-Zentrale teil. (Quelle: dpa/J. Carstensen)
Bild: dpa/J. Carstensen

Im Tarifkonflikt um die landeseigenen Berliner Krankenhäuser werden die Beschäftigten der Vivantes-Tochtergesellschaften am Freitag in den Warnstreik treten. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch an. Allerdings zeichnen sich parallel dazu Fortschritte in den Tarifgesprächen zwischen Vivantes und der Gewerkschaft ver.di ab.

Entlastungstarifvertrag in Sicht

In der siebten Verhandlungsrunde mit der Arbeitgeberseite habe es am Dienstag Bewegung gegeben, teilte die Gewerkschaft weiter mit. So habe es beim Thema Entlastung von Pflegekräften eine Annäherung gegeben. Vivantes habe für den Entlastungstarifvertrag erstmals konkrete Verhandlungen zugesagt. Auch zur Bezahlung in den Vivantes Tochterunternehmen habe es Vorschläge gegeben, die Angebote seien aber noch nicht ausreichend.

Gespräche und Streik laufen weiter

Das Angebot sei "noch meilenweit von dem entfernt, was die Beschäftigten erwarten: die schrittweise Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst", so Verdi-Verhandlungsführer Ivo Garbe. Das würden die Beschäftigten mit einem weiteren Warnstreik am Freitag deutlich machen. Für die nächste Woche wurden aber weitere Gespräche vereinbart.

Diese Woche sind die Verdi-Mitglieder bei Charité, Vivantes und in den Vivantes-Tochtergesellschaften zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Die Ergebnisse werden am kommenden Montag (6. September) bekanntgegeben.

Sendung: Inforadio, 01.09.2021, 14:32 Uhr

9 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 8.

    Jeder will höhere Löhne für Pflegekräfte und andere Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

    Wenn dann aber der Beitrag zur Krankenversicherung oder der Preis für den Heimplatz steigt, ist das Geschrei wieder groß.

    Ebenso, wenn wegen immer höherer Löhne dir Abgaben und Steuerlasten steigen...

    Bevor die Arbeitgeber nach höheren Löhnen schreien, erstmal die Folgen beachten und auch an Rentner, behinderte und Empfänger von Sozialleistungen denken. Die bekommen in diesem Jahr nix

  2. 7.

    Sehr gut, nur nicht nachgeben wenn das Angebot nicht gut genug ist.
    Ich bin der Meinung, dass alle systemrelevanten Berufe ohne Home-Office Möglichkeit zeitnah für bessere Arbeitsbedingungen streiken sollten. Bevor die Menschen ihre Solidarität wieder in die Staubkiste vergraben.

  3. 6.

    Alle Steiks sind in diesen Zeiten wichtig und wertvoll. Die der Verkäufer*innen, der Lokführer*innen, der Putzfrauen* bei Vivantes und Charite, der Menschen, die die Betten schieben und eben auch der Pflegekräfte! Ihr alle habt meine volle Unterstützung!! Es reicht eben nicht zu klatschen - wovon sollen die Menschen denn ihre Miete bezahlen???
    Die wenigen, die die Profite einstreichen, z.B. alle Vorstände müssen endlich von oben nach unten umverteilen und nicht umgekehrt!!
    Steikt alle, auch wegen höherer Renten, wegen unsozialer Sozialleistungen, wegen armer Kinder usw. Es gibt genügend Gründe auf die Straße zu gehen und zu streiken!!

  4. 5.

    Es wird Zeit das noch mehr auf die Straße gehen.
    Die Politik treibt die Preise hoch ohne Ende. Inflation jetzt bei 3,9 %.
    Ich selbst habe heute eine Strompreiserhöhung von 6% bekommen (Grüner Strom). Wo ist denn die eingeführte Co Abgabe kostenneutral?
    Der linientreue Mainstream der gegen Streiks ist und immer meint die anderen verdienen zu viel werden sich umschauen wenn die preisttreiberei nächstes Jahr richtig fahrt aufnimmt.
    Verdi und GDL bleibt hart. Ich drück euch die Daumen.

  5. 4.

    hier geht es um etwas anderes
    1. die GDL legt das Land lahm
    wenn aber in den Krankenhäusern gestreikt wird, geht der Betrieb trotzdem weiter , ohne Notdienstvereinbarung darf nicht gestreikt werden, Patenten müssen immer versorgt werden und haben Priorität
    2. es geht bei den Tochtergesellschaften darum, das für die gleiche Arbeit der gleiche Lohn gezahlt werden soll
    die Mitarbeiter mit Altverträgen die bereits 15/20 und mehr Jahre bei Vivantes sind, haben für die gleiche Arbeit mehrere hundert Euro mehr als die Mitarbeiter die in den Tochtergesellschaften eingestellt wurden sind.

    das sind also 2 vollkommen unterschiedliche Sachverhalte

  6. 2.

    So, so, die landeseigenen Kliniken bezahlen ihr Personal nicht nach der Tarifvertrag des ö.D.!
    Ich breche das mal runter, landeseigen heißt, der Berliner Senat hat kein Geld für die ordentliche Bezahlung u.a. der Pflegekräfte. Dieselben, für die man mit Pathos und Bewunderung ob ihrer unglaublichen Leistungen geklatscht hat, sollen sich damit abfinden, dass ihre Leistungen weniger wert sind als z.B. die „ Leistung“ eines Sachbearbeiters im Bürgeramt, der geregelt seinen Arbeitstag auf seinem Bürostuhl verbringt. Bei den Krankenhäusern wird argumentiert, dass sie halt nicht genügend erwirtschaften. Und was erwirtschaften z.B. die Bürgerämter? Die Bezahlung dort erfolgt komplett durch Steuereinnahmen! Warum geht das bei den Krankenhäusern nicht auch? Verantwortlich für das Budget ist der Finanzsenator. Wenn kein Geld da ist für die gerechte Bezahlung in den Krankenhäusern, woher kommt dann die Berechtigung für die Bezahlung der Mitarbeiter im Bürgeramt oder die Finanzierung der neuen Radwege? Hofft man, dass es z.B. bei mehr Radwegen es im Gegenzug weniger kranke Menschen geben wird?
    Digitalisiert den gesamten ö.D., insbesondere all die zeitraubenden, ineffizienten Verwaltungen und schon haben wir genügend potentielle Umschüler in die Krankenpflege und gleich noch das Geld, alle zu bezahlen.

  7. 1.

    DA warte ich doCh auF die Kommentare derer, die sich so abfällig über den GDL-Streik und dessen Vorsitzenden geäußert haben.
    Nebenbei: ich finde jeder Streik der Arbeiterklasse gut und wichtig. Selbst, wenn sie die Komfortzonen Einzelner tangieren.

Nächster Artikel