Einmalzahlungen und Tarifsteigerungen - Tarifeinigung für Beschäftigte der BVG erzielt

Do 28.10.21 | 11:31 Uhr
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Archivbild: BVG-Busfahrer macht Pause (Quelle Archivbild: dpa)
Audio: Inforadio | 28.10.2021 | Thorsten Gabriel | Bild: dpa

Für die Mitarbeiter von BVG und deren Tochterunternehmen BT gibt es einen überraschenden Tarifabschluss. Wegen der Pandemie habe man auf "Verhandlungfolklore" verzichtet und sich schnell geeinigt, hieß es.

Bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat es eine überraschende Einigung gegeben. Der kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaft Verdi bestätigten dem rbb, dass sich beide Seiten bereits am Dienstag auf einen Tarifabschluss geeinigt haben.

Die Einigung sieht für die rund 15.700 Beschäftigten der BVG und ihres Tochterunternehmens Berlin Transport GmbH (BT) sowohl Einmalzahlungen als auch Tarifsteigerungen vor. In diesem Jahr erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter demnach eine Einmalzahlung in Höhe von 450 Euro bei einer Vollzeitbeschäftigung.

Wochenarbeitszeit soll auf 37,5 Stunden sinken

In den kommenden zwei Jahren sind dann Tarifsteigerungen vorgesehen, abhängig von den jeweiligen Einkommensgruppen. Außerdem soll die Wochenarbeitszeit für alle Beschäftigten, die bislang 39 Stunden arbeiten, schrittweise auf 37,5 Stunden gesenkt werden.

Konkret erhalten Beschäftigte in den unteren und mittleren Einkommensgruppen ab kommendem Jahr eine Tariferhöhung von 2,1 Prozent und im Jahr darauf nochmals 1,2 Prozent mehr Geld.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den höheren Gehaltsgruppen ist im kommenden Jahr statt einer Tarifanhebung eine weitere Einmalzahlung vorgesehen und im Jahr darauf eine Erhöhung um 1,9 Prozent. Für alle Beschäftigten werden die Einkommen ab 2024 dann um weitere 1,2 Prozent angehoben.

Außerdem wird das Weihnachtsgeld in den nächsten drei Jahren um jeweils 100 Euro auf dann maximal 1.900 Euro erhöht.

Wegen der Pandemie schnell geeinigt

Aus Verhandlungskreisen hieß es, beide Seiten seien nicht zuletzt aufgrund der angespannten Pandemiesituation an einer schnellen Einigung interessiert gewesen und hätten deshalb auf "Verhandlungsfolklore" verzichtet.

Zwischen den Beschäftigten der BVG und dem kommunalen Arbeitgeberverband hatten am 7. Oktober die Tarifverhandlungen begonnen. Laut der Gewerkschaft Verdi wurde eine Gehaltserhöhung für die 15.700 Beschäftigten und eine Verkürzung der Arbeitszeit für rund die Hälfte der Mitarbeiter gefordert.

Sendung: Radioeins, 28.10.2021, 12 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Nein, hat man nicht. Auf der Seite von Verdi steht "bei vollem Lohnausgleich" Weniger Stunden gleiche Kohle. Alles in allem macht das geschätzt rund 5% für die Laufzeit... alle Erhöhungen (schon 4,1 zusammen), 13. Gehaltserhöhung, Arbeitszeit, Einmalzahlungen...

  2. 14.

    Dem kann ich nur zustimmen. Im Jahr 2005 verzichteten die Atbeschäftigten auf 18% Lohn damit mehr Personal eingestellt werden kann das Urlaubsgeld wurde gestrichen und das Weihnachtsgeld stark reduziert und alle wurden nicht mehr nach BAT bezahlt. Ich finde es auch zu wenig für die Arbeit die täglich geleistet wird.

  3. 12.

    Guter ÖPNV kostet viel Geld. Die Fahrerinnen und Fahrer der BVG haben viel Verantwortung. Ein Pilot geht im Monat mit ca. 5000 € nach hause, ein Straßenbahnfahrer, U-Bahnfahrer und Busfahrer gehen mit ca. 2100 € nach Hause. Außerdem verdient man bei der DB auch mehr Geld als bei der BVG. Ich gönne es dem Fahrpersonal und finde es dennoch zu wenig.

  4. 11.

    Wer sich nicht selbst vertritt muss sich den Massenlösungen beugen. Das hat Vorteile für die Leute die das Minimum erledigen und Nachteile für alle die einen Unterschied machen wollen.

    Man muss für sich selbst entscheiden was man will. Ich verhandle Gehalt und Arbeitsbedingungen immer selbst. Das hat sich für mich bezahlt gemacht. Mit gewerkschaftlichen Lösungen wäre ich nicht zufrieden aber es muss auch Busfahrer:innen und Müllentsorger:innen oder Krankenpfleger:innen usw. geben.

  5. 10.

    Da hat man wohl etwas falsch verstanden. Die Löhne werden der Stundenzahl angepasst und im übrigen arbeiten die Mitarbeiter auch in der Pandemie.

  6. 9.

    Haben Sie auch gelesen, wie hoch die MwSt. in 2019 und 2020 gewesen ist?

  7. 8.
    Antwort auf [Eiskalle] vom 28.10.2021 um 12:23

    Warum bekommen Sie Lohn?

  8. 7.
    Antwort auf [Eiskalle] vom 28.10.2021 um 12:23

    Diese Einstellung schon wieder. Natürlich bazahlt das der Kunde, wer denn sonst? Selbst der Sterzahler sind auch wir. Sollen die Beschäftigten mit Hungerlöhnen da stehen, damit SIE billig shoppen fahren können? Die BVG wird zum Jahresende trotz Subventionen und Kostenübernahmen durch den Senat Schulden von deutlich über 1 Milliarde Euro anhäufen. Die BVG beteiligt sich mit rein gar nichts an den Reparaturen der Straßen die sie mit den schweren Bussen kaputt fährt und steht, Der Senat kauft Fahrzeuge, bezahlt Gleise und alle möglichen Institutionen schieben die Euros rüber. Meinen Sie z.B die U5 Erweiterung zahlen die Benutzer über ihre Fahrkarten? Für das, was dahintersteckt sind die Fahrpreise exorbitant zu niedrig.

  9. 6.

    Zur Gehaltserhöhung gehört auch weniger arbeiten für das gleiche Geld (+Erhöhungen). Und die Einmalzahlung muss man auch als Gehaltserhöhung ansehen (zumindest als einmalige geteilt durch die Monate)
    Was ich jetzt nicht verstehe.. warum hat die DB jetzt bei der GDL so einen Aufriss gemacht? Liegt wohl am linken Senat der Geld wie Heu hat ??
    Die BVG soll ohne diesen Abschluss bis Jahrenende 1,3 Mrd Schulden haben wurde vor paar Tagen vermeldet. Fahrpreise steigen nicht ?? Wo kommt die ganze Kohle her? Die Benutzer müssen endlich den wahren Preis bezahlen.
    Nicht missverstehen.. ich gönne es den Angestellten! Schicht, WE, Feiertage, Weihnachten...

  10. 5.

    Richtig sie konnten ihre Arbeitsplätze sichern sonst wären Sie ihren Job los. Warum sollte dann ein neubeschäftigter mehr Arbeiten es ist schon ungerecht das die alten einen sicherungsbetrag haben

  11. 4.

    Habe zwar für 2021 eine Inflationsrate von 3% auf der Seite vom Statistischen Bundesamt gelesen, aber ja: Dieses Ergebnis dürfte die Verdi Mitglieder der BVG nicht glücklich machen. Da kann auch nicht die 450€ Einmalzahlung hinweg trösten. Dieses Thema Arbeitszeitreduzierung wurde mir von Seiten der Verdi auch viel zu hoch gesetzt. Ja, es gibt bei der BVG einen Unterschied zwischen Alt- und Neubeschäftigten was die Arbeitszeit angeht. Aber dafür mussten die Altbeschäftigten ja auch mehrere Jahre auf Erhöhungen verzichten bzw. konnten so ihre Jobs damals sichern. In meinen Augen also keine Ungerechtigkeit gegenüber den Neubeschäftigten.

  12. 3.

    Habe zwar für 2021 eine Inflationsrate von 3% auf der Seite vom Statistischen Bundesamt gelesen, aber ja: Dieses Ergebnis dürfte die Verdi Mitglieder der BVG nicht glücklich machen. Da kann auch nicht die 450€ Einmalzahlung hinweg trösten. Dieses Thema Arbeitszeitreduzierung wurde mir von Seiten der Verdi auch viel zu hoch gesetzt. Ja, es gibt bei der BVG einen Unterschied zwischen Alt- und Neubeschäftigten was die Arbeitszeit angeht. Aber dafür mussten die Altbeschäftigten ja auch mehrere Jahre auf Erhöhungen verzichten bzw. konnten so ihre Jobs damals sichern. In meinen Augen also keine Ungerechtigkeit gegenüber den Neubeschäftigten.

  13. 2.

    Gott sei Dank! Muss man nicht mehr mit einem Streik rechnen!

  14. 1.

    2,1% diese Jahr und 1,2% im nächsten Jahr und das bei einer offiziellen Inflationsrate von >4% pro Jahr? Ich verstehe nicht, wie die Gewerkschaften und vor allem die Mitarbeiter damit zufrieden sein sollen, wenn jedes Jahr real weniger im Portemonnaie übrig bleibt.

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