Vonovia erhöht Aktien-Anteile - Berliner Konzern Deutsche Wohnen steht vor dem Dax-Aus

Di 26.10.21 | 17:37 Uhr
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Symbolbild: Die High-Deck-Siedlung der Vonovia liegt im Berliner Ortsteil Neukölln. (Quelle: dpa/A. Riedl)
Bild: dpa/A. Riedl

Vonovia hat seine Vormachtstellung bei der Deutsche Wohnen zementiert. Der Bochumer Wohnungsriese hält mittlerweile fast 90 Prozent der Aktien des Berliner Unternehmens. Die Tage der Deutsche Wohnen im Dax sind damit gezählt.

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia baut seine Macht bei der Deutschen Wohnen aus. Der Konzern hat noch einmal Aktien an der bisherigen Nummer zwei der Branche einsammeln können und hält nach Ablauf der zweiten Annahmefrist 87,6 Prozent, wie Vonovia am Dienstag mitteilte.

Dem Bochumer Konzern war vor kurzem die mehrheitliche Übernahme von Deutsche Wohnen im dritten Anlauf geglückt. Damit entsteht ein europäischer Immobilienriese mit rund 568.000 Wohnungen vor allem in Deutschland.

Vonovia kam Deutsche Wohnen-Aktionären entgegen

"Wir können jetzt mit vereinten Kräften die großen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen im Wohnungsmarkt angehen", erklärte Vonovia-Chef Rolf Buch laut einer Mitteilung. Vonovia habe vielfach bewiesen, dass mit der Bewirtschaftung einer größeren Zahl von Wohnungen erhebliche Vorteile erzielt werden könnten, die allen Anteilseignern zugute kämen. "Wir stehen zu unserer Verantwortung, gemeinsam mit der Politik an konkreten Lösungen für bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum zu arbeiten", betonte er.

Buch hatte 2016 einen ersten Übernahmeversuch gestartet, damals gegen den Willen des Deutsche-Wohnen-Managements. Beim zweiten Anlauf in diesem Jahr konnte er Vorstand und Aufsichtsrat des Berliner Unternehmens an Bord holen, aber nicht genügend Aktionäre. Sie boten zu wenige Aktien an.

Für den dritten Versuch erhöhte Vonovia das Angebot auf 53 Euro je Aktie. Weil Buch auch mehrere Bedingungen für die Offerte fallen ließ, hatte es zuletzt keine Zweifel gegeben, dass die Übernahme gelingen würde. Der Hedgefonds Davidson Kempner, der die Übernahme stoppen wollte, musste kleinbeigeben.

Deutsche Wohnen scheidet aus dem Dax aus

Umstritten ist der Deal vor allem in Berlin, wo der Deutschen Wohnen rund 114.000 Wohnungen gehören. Um Kritiker zu besänftigen, hatte Vonovia-Chef Buch unter anderem eine Begrenzung der regulären Mietsteigerungen in der Hauptstadt bis 2026 angekündigt. Außerdem haben Deutsche Wohnen und Vonovia in Berlin 14.750 Wohnungen für fast 2,5 Milliarden Euro an drei landeseigene Gesellschaften verkauft.

Die Tage des Immobilienunternehmens Deutsche Wohnen im Dax sind damit gezählt. Zwar reicht die Übernahme von 87,6 Prozent der Stimmrechte laut dem Experten Luca Thorißen von der Investmentbank Stifel Europe nicht für ein Ausscheiden aus dem deutschen Leitindex noch in der laufenden Woche. Doch sollte der Anteil frei handelbarer Deutsche-Wohnen-Aktien noch vor Ende November unter zehn Prozent sinken, könne es schnell gehen.

Sobald es soweit ist, müsste die Aktie zwei volle Handelstage danach aus dem Dax ausscheiden. "Ansonsten dürfte es bis zur Index-Überprüfung der Deutschen Börse im Dezember dauern", sagte Thorißen.

Sendung: Inforadio, 26.10.2021, 12 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Jetzt weiß ich endlich was mit meiner Nachzahlung von 600€ passiert. Kann jedem nur abraten bei der Vonovia zu wohnen…

  2. 2.

    Ich spekulier' mal...
    Nach zwei gescheiterten Übernahmeversuchen gab die BaFin grünes Licht für eine Übernahme. Vonovia war zum Schluß Mehrheitseigner an DW und beglückte die verbleibenden Kleinaktionäre der DW mit der Idee der Dividendenstreichung. V. hat nun eine Spitzenstellung in Deutschland. Der Bestand in Berlin wächst ja auch nicht unerheblich. Die Wahlen sind vorbei, der Senat / Bundestag noch nicht wirklich in trockenen Tüchern. Der Volksentscheid ist zwar durch - die Folgen aber noch unklar. Mit der jetzigen Übernahme hat V. ein ganz anderes "Gewicht" bei möglichen Verhandlungen ggü. dem Land und auch dem Bund. Ein knallharter Deal - zumal aus dem Bund eher kein Gegenwind zu erwarten ist. Zu hoffen ist, das die Mieter nicht auf der Strecke bleiben.

  3. 1.

    "Vonovia habe vielfach bewiesen, dass mit der Bewirtschaftung einer größeren Zahl von Wohnungen erhebliche Vorteile erzielt werden könnten, die allen ANTEILSEIGNERN zugute kämen."

    Ich habe mal die relevanten Teile hervorgehoben. Herzlichen Glückwunsch!

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