Tarifstreit in Brandenburg - Mehrtägiger Streik an Asklepios-Kliniken gestartet

Do 21.10.21 | 10:29 Uhr
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Beschäftigte der Asklepios-Kliniken aus Brandenburg/Havel, Teupitz und Lübben gehen bei einer Demonstration an dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam vorbei. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Video: Brandenburg aktuell | 21.10.2021 | Anja Meyer | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Rund 150 Mitarbeiter der Brandenburger Asklepios-Kliniken sind am Donnerstag mit Beginn der Frühschicht um 6.00 Uhr in den Streik getreten.

"Die Kollegen sind stinksauer auf den Arbeitgeber", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke vor Beginn einer Streikkundgebung in Potsdam. Er habe Notdienste gefordert, die über das bisherige Maß hinausgingen. Zum Streik aufgerufen wurden etwa 1.300 Beschäftigte in den Krankenhäusern in Brandenburg/Havel, Teupitz und Lübben sowie die zehn Tageskliniken.

Die Gewerkschaft Verdi verlangt, dass die Brandenburger Beschäftigten genauso viel verdienen wie ihre Kollegen an den Hamburger Konzern-Standorten. Mit den Streiks will die Gewerkschaft Druck in den Verhandlungen machen. Bei einer Urabstimmung Anfang des Monats hatten knapp 91 Prozent der befragten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt.

Gericht lehnt Antrag der Asklepios-Geschäftsführung ab

Zuvor hatte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat den Antrag der Asklepios-Kliniken auf Untersagung des Streiks zurückgewiesen. Für die Rechtmäßigkeit des Streiks sei es ausreichend, dass der erforderliche Notdienst tatsächlich sichergestellt werde, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Die Gewerkschaft sei in dem Zusammenhang zu Nachbesserungen aufgefordert worden.

Verdi kritisiert deutlich schlechtere Bezahlung

Verdi kritisiert, dass die rund 1.450 Brandenburger Beschäftigten für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 10.600 Euro weniger pro Jahr verdienten als die Kollegen an den Hamburger Standorten des Konzerns.

Der letzte Vorschlag der Arbeitgeber sah nach deren Angaben je nach Berufsgruppe innerhalb der zweijährigen Laufzeit Gehaltssteigerungen um bis zu 16 Prozent vor. Seit der jüngsten Verhandlungsrunde am 22. Juni traten Beschäftigte bisher an insgesamt zehn Tagen in Warnstreiks.

Sendung: Inforadio, 20.10.2021, 18:20 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ich wünsche meinen Kollegen viel Erfolg, dass sie den Arbeitskampf für sich entscheiden können und den TVÖD bekommen. Berlin hat es vorgemacht - es geht also.

  2. 2.

    Folge der Privatisierung

  3. 1.

    31 Jahre nach der so bezeichneten Deutschen Einheit ist gleiche Entlohnung für gleich getane Arbeit nur logisch und folgerichtig. Wenn privatrechtlich organisierte Betriebe - was ja Krankenhäuser leider sind - nicht von selber darauf kommen, muss eben nachgeholfen werden.

    Ich drücke die Daumen!

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