Tarifeinigung für Berlin und Brandenburg - Beschäftigte im Einzelhandel bekommen mehr Geld

Di 19.10.21 | 17:33 Uhr
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Archivbild: Warnstreiks im Berliner und Brandenburger Einzelhandel, Demonstration von Verdi auf dem Wittenbergplatz. (Quelle: imago images/A. Friedrichs)
Audio: Inforadio | 19.10.2021 | R. Westphal | Bild: imago images/A. Friedrichs

Nach langem Ringen mit vier Verhandlungsrunden ist eine Einigung im Tarifstreit im Einzelhandel da: Die Beschäftigten in Berlin und Brandenburg bekommen mehr Geld - zunächst im November und dann noch mal im Sommer 2022.

Die knapp 220.000 Beschäftigten des Einzelhandels in Brandenburg und Berlin bekommen mehr Geld. Nach monatelangem Ringen und vier Verhandlungsrunden einigten sich Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaft am Dienstagnachmittag auf einen neuen Tarifvertrag, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

Danach steigen die Gehälter in den niedrigen Einkommensgruppen zum 1. November um drei Prozent. Beschäftigte in höheren Entgeltgruppen erhalten einen Festbetrag in Höhe von 80 Euro. Ab Juli nächsten Jahres erhalten alle Beschäftigten des Einzelhandels weitere 1,7 Prozent mehr Geld. Die Laufzeit dieses Abschlusses beträgt 24 Monate.

Erst vergangenen Donnerstag letzter Ausstand

"Den Versuch der Arbeitgeber, die Beschäftigten je nach Unternehmen unterschiedlich zu bezahlen und damit die Tarifgemeinschaft spalten zu wollen, haben wir gemeinsam gestoppt. Die Binnendifferenzierung im Einzelhandel ist damit vom Tisch, und es wird weiterhin keinen brancheninternen Wettbewerb über die Löhne geben", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Conny Weißbach.

Mehrfach hatte Verdi die Beschäftigten in den vergangenen Monaten zu Warnstreiks aufgerufen. Filialen wurden deswegen aber nicht geschlossen. Erst am vergangenen Donnerstag war es zu einem Warnstreit gekommen.

Handelsverband enttäuscht

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg äußerte sich am Dienstag enttäuscht über den Abschluss. "Da gibt es nichts schön zu reden", sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. Es sei demnach nicht gelungen, tariflich zwischen solchen Unternehmen zu unterscheiden, die gut durch die Krise gekommen seien und solchen, denen es sehr schlecht gehe. "Das wird tariflich jetzt alles über einen Kamm gescherrt", kritisierte Busch-Petersen.

Sendung: Inforadio, 19.10.2021, 17 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Sie haben absolut und dies müsste die wirkliche Lösung sein, weil es das ehrliche Leben widerspiegelt. Die ehrliche und harte Arbeit die gern übersehen wird.

  2. 14.

    Kann man mehrmals in den Kommentaren über die Lieferrer per Rad ( Gorillas ) lesen: Moderne Sklaverei.

  3. 13.

    Letztendlich schlägt sich diese Erhöhung leider wieder auf die Verbraucherpreise nieder, leider nicht auf die Gewinne der Lebensmittelkonzerne.

  4. 12.

    Na siehste, ohne Gewerkschaften kein Geld.

  5. 11.

    Nicht das was man erwartet hat und vorallem wird gleich wieder 5Monate gespart, weil es nicht rückwirkend gezahlt sondern erst ab November traurig .

  6. 9.

    Oh Gott, was könnte ich ko***n..!!!
    Es geht um die Menschen die das Leben aufrecht gehalten haben. Leute an der Kasse beim Discounter; Frauen beim Einräumen der Regale im Supermarkt. Nicht Mal um die, die Nachts Coronaviren weggewischt haben.
    Und obwohl genau diese Menschen es sind die "den Laden am Laufen gehalten haben" speisen wir sie mit 1,7% ab.

    Wir wäre meine Idee:
    1.500 % (kein Schreibfehler 1500%) für die wirklich wichtigen Teile der Gesellschaft, und dafür Investmentschmaro**er und Supererben einfach auf Existenzbasis enteignen?

    Oder hat während der Pandemie jemand wirklich den Kontakt zu seinem Banker vermisst..?

  7. 8.

    Dafür haben sich alle in der Coronazeit abgerackert. Echt traurig, der kleine Arbeiter ist immer der letzte Ar....!!
    Das wird sich nie ändern

  8. 7.

    Bei Preissteigerungen bei Lebensmitteln um 30% und mehr, sollte es den Unternehmen nicht schwer fallen die Lohnsteigerungen zu stemmen.

  9. 6.

    Das Ergebnis ist ein wenig enttäuschend!Vor nicht allzu langer Zeit gab es bei Lohnerhöhung noch richtige harte lange Arbeitskämpfe. Die Gewerkschaften sind nicht mehr das gleiche wie früher. Mir kann keiner erzählen das der Lebensmitteleinzelhandel keine größeren Gewinne während der Corona Pandemie gemacht hat

  10. 5.

    Das ist wieder mal ein typisches Beispiel schlecht mit extrem schlecht zu vergleichen.
    Die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Selbstständigen in diesem Land werden sich noch wundern wenn man nach Erhöhungen der Krankenkassen- und Rentenkassenbeiträge und drastischen Heizkosten- und Strompreiserhöhungen und einem Benzinpreis von über 2 Euro 2022 und 2023 mit 30.000 Euro Jahresbrutto sehr bescheiden leben muss. Bis zur Rente mit 68 !

  11. 4.

    Heftige Erhöhung. Mehr als in anderen Branchen, aber vielleicht nötig. Bei uns, IG-Metall, dieses Jahr Nullrunde und dann 1,8% 2022. Das ist die beste Ausrede der Händler, die Preise wiedermal um 15% anzuheben. Inflation, ohne Zinssteigerung.

  12. 3.

    Echt jetzt? Drei läppische Prozent und nächstes Jahr 1,7% bei 24 Monaten Laufzeit- das ist Summasumarum Reallohnverlust. Unglaublich, dass man das als Erfolg bei Verdi verbucht und die Arbeitgeber da auch noch heulen (in Wahrheit wohl vor Freude).

    Was ist nur mit diesem Land los?

  13. 2.

    Es gibt mehr Geld. Das ist aber nicht einmal Inflationsausgleich. Brutto nicht und netto schon garnicht. Kraftstoffe, Gas, Strom sowie frische Lebensmittel sind und werden weiter erheblich teurer. Weit über vier Prozent. Spätestens Anfang 2022 werden die Krankenkassenbeiträge erhöht.

  14. 1.

    ... mehr als die GDL rausgeholt hat. Bei fast 5% Inflation.

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