Pflegepersonal in Berliner Kliniken - Verdi und Vivantes einigen sich auf Eckpunkte für Tarifvertrag

Di 12.10.21 | 17:21 Uhr
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Teilnehmer tragen bei einer Demonstration der Berliner Krankenhausbewegung unter dem Motto "Wir helfen euch - Wer rettet uns?" Transparente und Plakate, u.a. mit der Aufschrift "Jetzt reicht es - TVÖD für alle". Mehr als 2000 Menschen haben laut einer Verdi-Sprecherin in Neukölln für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in Berliner Kliniken demonstriert. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Audio: Inforadio | 12.10.21 | Birgit Raddatz | Bild: dpa/Christophe Gateau

Die Fronten waren verhärtet: Seit September befand sich in Berlin das Pflegepersonal bei Vivantes im Streik. Sogar der Brandenburger Ex-Ministerpräsident Platzeck vermittelte. Nun gibt es einen Durchbruch - und bald wohl einen neuen Tarifvertrag.

Im Streit um die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals bei Vivantes gibt es eine Einigung. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, haben sich beide Parteien auf Eckpunkte für einen Tarifvertrag geeinigt.

Die Eckpunkte sehen vor, dass Pflegekräfte ab dem Jahr 2022 gestaffelt Punkte für außergewöhnliche Arbeitsbelastung bekommen. Einen Punkt bekommt beispielsweise eine Pflegefachkraft, wenn sie eine Schicht lang in Unterbesetzung arbeiten musste. Für eine bestimmte Anzahl von Punkten gibt es dann entweder frei oder 150 Euro, teilte die Gewerkschaft mit.

Streiks vorerst ausgesetzt

Auszubildende sollen künftig eine Mindestzeit für Praxisanleitungen sowie ein Dienst-Notebook bekommen. Der Tarifvertrag soll laut Verdi noch in diesem Jahr ausgearbeitet werden und zu Beginn des Jahres 2022 in Kraft treten. Die Streiks sind demnach vorerst ausgesetzt.

Im Streit über die Anwendung des Tarifvertrages auf alle Beschäftigen der Vivantes-Tochterunternehmen sind weitere Gespräche am Donnerstag geplant. Auch hier könnte es zu einer Einigung kommen. Der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck war in der Auseinandersetzung als Mediator im Einsatz.

Sendung: Inforadio, 12.10.2021, 16:40 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    In der Pflege muss jetzt dringend digitalisiert und automatisiert werden. Pflegeroboter müssen kommen, damit Pflege angesichts von 4000 Euro monatlich Plus AG-Kosten auch zukünftig noch finanzierbar sind. Was soll ein Pflegeplatz zukünftig kosten? Wem nützt es, wenn sich in Zukunft keiner mehr Pflege leisten kann?

  2. 1.

    Also gibt es kein - mehr - Personal ?
    Die Belastung bleibt und bei
    noch - mehr - Belastung, wird durch Arbeitsfreie Zeit die Belastung - noch - größer ?
    Also wird in Zukunft die Pflege bei Vivantes - noch - schlechter. Es wandert noch - mehr - Personal ab.und in Folge schließen sich die Kliniken selbst ?
    Dafür haben Wir nicht geklatscht ( : -(( )=
    Legen Wir Uns halt in sie Charite, da wird die Pflege - auch - nicht besser, aber dass Management und die Beschäftigten scheinen daran arbeiten zu wollen.

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