Tarifkonflikt - Achttägiger Warnstreik der Awo Berlin hat begonnen

Mi 10.11.21 | 16:51 Uhr
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„100 Jahre AWO - 100% T-VL!" steht auf dem Transparent, das Demonstrantinnen und Demonstranten in Wedding halten (Bild: dpa/Annette Riedl)
Video: Abendschau | 10.11.2021 | Tom Garus | Bild: dpa/Annette Riedl

Bei der Berliner Arbeiterwohlfahrt wird seit Mittwoch gestreikt, unter anderem in Kitas und Betreuungseinrichtungen. Rund 5.000 Eltern und Kinder in der Hauptstadt sind betroffen. Der Warnstreik soll bis zum Freitag nächster Woche andauern.

Bei der Arbeiterwohlfahrt Berlin (AWO) haben zahlreiche Beschäftigte an diesem Mittwoch mit einem insgesamt achttägigen Warnstreik begonnen. "Zahlreiche Einrichtungen, zu denen auch Kitas gehören, sind geschlossen", teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittag mit. "Wir wollen mit dem Streik erreichen, dass die Arbeitgeber ihr Angebot nachbessern." Einige hundert Beschäftigte beteiligten sich laut Verdi an der zentralen Demonstration vor dem AWO-Hauptgebäude im Berliner Ortsteil Wedding bis zum Max-Josef-Metzger-Platz gegenüber dem Kurt-Schumacher-Haus.

Warnstreik soll bis kommenden Freitag andauern

"Trotz der Warnstreiks im September 2021 und der leichten Verbesserung des Gesamtangebots der Arbeitgeber sind wir noch immer viel zu weit vom Niveau des Tarifvertrages der Länder entfernt", teilte Verdi mit. Die Gewerkschaft fordert eine schrittweise Anhebung der Entgelte auf das Niveau des Länder-Tarifvertrags. In einem ersten Schritt soll die Bezahlung noch in diesem Jahr auf mindestens 98 Prozent dieses Tarifniveaus angehoben werden.

Der aktuelle Warnstreik soll bis zum kommenden Freitag dauern, das Wochenende sowie die Nachtdienste sind von den Aktionen ausgenommen. Von dem Streik sollen unter anderem mehr als 5.000 Berliner Eltern und Kinder betroffen sein.

Bezahlung nach Länder-Tarifvertrag gefordert

Bestreikt werden unter anderem Kitas sowie Beratungs- und Betreuungseinrichtungen der Awo, teilte Verdi weiter mit. "Betroffene Eltern sind bereits über Elternbriefe über den Warnstreik und die damit verbundenen Einschränkungen bzw. Schließungen informiert worden."

Die Gewerkschaft fordert eine schrittweise Anhebung der Entgelte auf das Niveau des Länder-Tarifvertrags. In einem ersten Schritt soll die Bezahlung noch in diesem Jahr auf mindestens 98 Prozent dieses Tarifniveaus angehoben werden.

Mehrere hundert Euro weniger im Monat

Derzeit erhielten Awo-Beschäftigte zum Teil mehrere hundert Euro weniger im Monat als für vergleichbare Tätigkeiten im öffentlichen Dienst, hieß es in einer Verdi-Pressemitteilung vom September. Dabei leisteten sie einen ebenso wichtigen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge wie ihre Kolleginnen und Kollegen beim Land.

Sendung: Inforadio, 10.11.2021, 07:00 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Vom Streik betroffen sind u.a. Kitas, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen der AWO.

    Nur zur Klarstellung für die Teletextredaktion die nur Kitas kennt.

  2. 9.

    Hallo Elenka,
    es geht nicht um private Träger, sondern um freie Träger. Die werden nur zu einem bestimmten Prozentsatz refinanziert vom Senat in Berlin. Diese Refinanzierung ist Argument der freien Träger nicht mehr zu zahlen an ihre Angestellten. Forderung der Beschäftigten der freien Träger, hier Awo, ist es die Refinanzierung aufzustocken, damit sie ihren Angestellten nicht hunderte Euro weniger bezahlt als der Senat es für die landeseigenen tut. Ich finde das ist undiskutierbar, da sie die gleiche Arbeit machen für mindestens 10% weniger Gehalt. Aber danke für das Interesse an der Diskussion. Grüße Dirk

  3. 8.

    Die Berlinzulage gibt's nur im öffentlichen Dienst. Dazu gehören aber Mitarbeiter freier Träger nicht.

  4. 7.

    Nun ja, mehr Gehalt geht bei freien Trägern nur über weniger Personal. Wenn die Mitarbeiter mit den Bedingungen nicht zufrieden sind, können sie sich ja beruflich verändern.

    Aber vielleicht sollte man Kinderbetreuung voll kostenpflichtig machen. Dann hätten die freien Träger die Möglichkeit, mehr zu zahlen. Denn mehr als die aktuellen Zuschüsse bekommen freie Träger nicht.

    Also liebe Eltern, zahlt endlich Gebühren für die Betreuung eurer Kinder. Dann bekommen die Erzieher der freien Träger auch mehr Gehalt!

  5. 6.

    @andi

    Mal auf dem Teppich bleiben. Niemand wird ausgebeutet. Wenn die Arbeitsbedingungen angeblich so schlecht sind, warum existieren die freuen Träger denn noch?

    Daher mein Vorschlag: Krippe, Kita und Hort werden ohne Ausnahme kostenpflichtig zu den anfallenden kosten und dafür bekommen die Mitarbeiter dann mehr Geld. Das wäre fair, oder?

  6. 5.

    ... es ist so, dass das Land Berlin den privaten Trägern circa 5 Prozent weniger zahlt pro betreutem Kind, allerdings erheben die privaten Träger Zusatzbeiträge um das zu kompensieren, das zahlen sie ihren Angestellten aber meist nicht aus. Da fragt man sich, wo bleibt das Geld- wohnt da jemand in einer Villa? Private Träger müssten vom Land verpflichtet werden, Tarife zu zahlen... dann wäre in Berlin der Erziehermangel auch kleiner!

  7. 4.

    Eigentlich bezahlt die AWO nichtmal 90 Prozent, denn die Berlinzulage gibt es für die Beschäftigten bei den freien Trägern auch nicht. Die Arbeit bei der Awo ist auch nicht leichter eher schwieriger, da es personell häufiger zu Engpässen kommt.

  8. 3.

    Was versehen Sie unter einem guten Gehalt? Und was bedeutet "es ist üblich"? Fast 70 Prozent der Kitaplätze in Berlin werden von freien Trägern angeboten, also zu 90% der Kosten auf dem Rücken der Arbeitnehmer outgesourced. Das ist also üblich. Es ist üblich, dass Menschen ausgebeutet werden. Es ist auch üblich, dass viele Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Erklären Sie mir doch bitte einmal was Ihr Satz bedeutet... Grüße

  9. 2.

    Erzieher verdienen im öffentlichen Dienst sehr gut.
    Es ist üblich, dass freie Träger weniger bezahlen.

    Mein Vorschlag: Krippe, Kita und Hort generell kostenpflichtig und Erhöhung der Kosten, wenn das Gehalt der Mitarbeiter steigt.

  10. 1.

    Erzieherinnen müssen endlich mal ordfentlich bezahlt werden. Das ist im Öffentlichen Dienst schon spärlich. Und dann zahlt die AWO davon nur 90%. Da kann man den Streik nachvollziehen.

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