Mindestens 12 Euro - Beschäftigte im Brandenburger Gastgewerbe bekommen mehr Geld

Fr 19.11.21 | 19:26 Uhr
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Kellnerin trägt Speisen und Getränke an einem Tisch im Außenbereich eines Cafés (Bild: imago images/Ralph Peters)
Video: Inforadio | 20.11.2021 | R. Marienfeld | Bild: imago images/Ralph Peters

Die Beschäftigen im Brandenburger Gastgewerbe bekommen ab dem 1. Januar 2022 mehr Geld. So steigt der Mindestlohn für ungelernte Kräfte auf 12 Euro, wie der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nach Abschluss der Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft NGG am Freitag mitteilte. Bislang galt der gesetzliche Mindestlohn von 9,60 Euro.

Weitere Erhöhung im Oktober

Den Angaben zufolge steigen die Löhne in den anderen Tarifgruppen um durchschnittlich 7 Prozent. Für Facharbeiter bedeute das laut Dehoga eine Steigerung auf über 13 Euro. Ab Oktober sei eine weitere Steigerung von 4 Prozent vorgesehen. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023. Bis dahin sollten alle Löhne im Vergleich zu jetzt um insgesamt 15 Prozent steigen, sagte Geschäftsführer Olaf Lücke.

Die Ausbildungsvergütungen würden ab 1. Februar 2022 im ersten Lehrjahr 850 Euro, im zweiten Lehrjahr 1.000 Euro und im dritten Lehrjahr 1.100 Euro betragen. Ab 2023 werde es eine Erhöhung um 50 Euro geben. Damit erhielten Auszubildende nun so viel Geld wie in Berlin, sagte Lücke.

Sendung: Fritz, 19.11.2021, 18:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Tja, was wäre dann die Alternative? Die Aufgabe vieler Betriebe?
    Heutzutage können sich junge Leute mehr oder weniger aussuchen, wo und wie sie arbeiten wollen. Die Vorzeichen haben sich - zum Glück - umgekehrt, die Arbeitgeber müssen den Leuten etwas anbieten, damit diese in ihren Dienst treten und dort auch bleiben.
    Insbesondere den "neuen" Bundesländern wird im Kontext der Arbeitswelt ihre Ablehnung von Einwanderung noch übel auf die Füße fallen.

  2. 6.

    Diese Erhöhung ist für beide Seiten ein Dilemma. Ausgebildete und Fachkräfte mit Berufserfahrung sind zum großen Teil nicht mehr in der Gastronomie u, im Hotelgewerbe vorhanden und erhalten in einer anderen Branche mindestens das gleiche Einkommen oder mehr bei geregelteren Arbeitszeiten. Andererseits wird sich die Gästezahl in absehbarer Zeit nicht erhöhen. Weiterhin klafft immer noch eine Verdienstlücke zwischen Ost und West. Ein Niveau wie vor Corona wird es künftig wohl nicht mehr geben, sagen Fachleute.

  3. 5.

    Solidarisch wäre es, wenn a l l e Einkünfte auf dem Lohnzettel rentenwirksam stehen...
    Es hat keiner einen Vorschlag gemacht, wie das gelingt und Schwarzarbeit unlukrativ werden lässt, was wirklich nicht einfach ist...

  4. 4.

    Ich gehe davon aus, dass das Gewerbe auch hier Möglichkeiten finden wird, um diese Löhne zu unterwandern durch unbezahlte Mehrarbeit, Erpressbarkeit durch befristete Verträge, Schwarzarbeit usw.

  5. 3.

    Die Lohnsteigerung ist ganz schön unsolidarisch da sie die Inflation weiter in die Höhe treibt.

  6. 2.

    Der tarifliche Mindestlohn ist so lange für die Füße wie der nicht für allgeneinverbindlich erklärt ist. Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben kein Interesse an einer Tarifierung und umgehen zudem gerne die Sozialgesetzgebung. Die Schwarzarbeiterquote word sicherlich mit dem neuen TV nicht kleiner werden.

  7. 1.

    Dann sind die Angestellten ja bald reich!! „Ironie aus!“. Letztens habe ich die Gastronomen doch sooo laut jammern hören - wir finden keine Arbeitskräfte…
    Bei DEM Lohn und den Arbeitszeiten braucht sich keiner wundern! Vielleicht sollten die Restaurantbetreiber*innen mal frisch und selbst kochen, statt Tütensoße und TK-Produkte auf den Teller klatschen zu lassen. Da kocht doch kaum noch jemand richtig. Wenn doch - dann kommen auch meist die Gäste wieder - und die bezahlen auch gern 3€ mehr…

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