Streik soll ausgesetzt werden - Asklepios-Vertreter wollen laut Verdi wieder verhandeln

Do 04.11.21 | 15:27 Uhr
Zwei Beschäftigte halten am 21.09.2021 bei der Kundgebung zum Beginn des viertägigen Warnstreiks bei den Asklepios-Kliniken in Brandenburg an der Havel, Teupitz und Lübben ein Schild mit der Aufschrift "26 Patienten - 1 Pflegekraft - No Go!". (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Im Tarifstreit bei den Asklepios-Kliniken in Brandenburg kehrt die Arbeitgeberseite nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wieder an den Verhandlungstisch zurück. Für den kommenden Montag sei ein erster Termin angesetzt, teilte Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit. Bedingung der Arbeitgeber sei, dass der Streik ausgesetzt werde. Dem werde die Gewerkschaft nachkommen und am Montag und Dienstag nicht streiken.

Streik hat am Donnerstag begonnen

Am Donnerstag seit 6 Uhr traten Beschäftigte an Tageskliniken an den Standorten in Brandenburg/Havel, Teupitz und Lübben (Dahme-Spreewald), sowie an zehn Tageskliniken, in den Ausstand.

1.300 nichtärztliche Mitarbeitende waren zum Streik aufgerufen. Rund 200 Beschäftigte demonstrierten am Vormittag vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin für bessere Arbeitsbedingungen. "Die Kollegen sind wütend, es war ihnen wichtig, ins Zentrum der Politik zu gehen und dort ihre Botschaft loszuwerden", sagte Franke.

Große Mehrheit sprach sich für Streik aus

Bei einer Urabstimmung Anfang Oktober hatten knapp 91 Prozent der befragten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt. Seit Juni haben die Brandenburger Asklepios-Beschäftigten in der laufenden Tarifauseinandersetzung nach Angaben der Gewerkschaft bereits an 18 Tagen gestreikt, ohne dass es ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber gegeben hätte.

Verdi: Hamburger Kollegen verdienen deutlich mehr

Hintergrund ist laut Verdi, dass die rund 1.450 Brandenburger Beschäftigten nach einem Haustarifvertrag entlohnt werden. Dadurch verdienen sie für die gleiche Arbeit teilweise bis zu 10.600 Euro weniger pro Jahr als die Kollegen an den Hamburger Asklepios-Standorten. Denn dort gelte der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, so Verdi. Die Gewerkschaft verlangt für alle Asklepios-Beschäftigten die gleichen Konditionen.

Der letzte Vorschlag der Arbeitgeber sah nach deren Angaben je nach Berufsgruppe innerhalb der zweijährigen Laufzeit Gehaltssteigerungen um bis zu 16 Prozent vor. Nach Berechnungen der Gewerkschaften entspräche dieses Angebot hingegen nur einer Gehaltssteigerung zwischen 5,3 und 8,5 Prozent. Hinzu käme zwar eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 1.200 Euro, für die es aber im Gegenzug ein Jahr lang keine Tarifsteigerung geben solle, so Verdi.

Der aktuell Streik sollte ursprünglich bis zum 10. November, 6:00 Uhr andauern. Erst vor gut einer Woche endete der letzte, ebenfalls sechs Tage dauernde Streik.

Sendung: Brandenburg aktuell, 4.11.2021, 19:30 Uhr

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