Flughafen in Finanznöten - BER-Eigentümer geben weitere Hilfsgelder frei

Fr 10.12.21 | 21:45 Uhr
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Rollfeld des BER-Flughafens (Bild: imago images/Schoening)
Audio: Brandenburg aktuell | 10.12.2021 | Katrin Lange | Bild: imago images/Schoening

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) soll auch in Zukunft finanziell unterstützt werden, insofern das nötig ist. Das wurde nach einer Versammlung der BER-Gesellschafter Berlin und Brandenburg sowie Bund am Freitag deutlich. Vor einigen Wochen hatte der Flughafen weitere 2,4 Milliarden Euro bis 2026 gefordert.

Die Brandenburger Finanzministerin Katrin Lange (SPD) sagte Brandenburg Aktuell vom rbb, der Flughafen brauche auch im kommenden Jahr wieder Geld. Er bekomme das Geld, das vorgesehen sei, "nicht mehr und nicht weniger", so Lange wörtlich. Diese Mittel seien jetzt unter Vorbehalt der Haushaltsgesetzgeber auf den Weg gebracht worden.

Liquidität nur bis Ende März gesichert

Die FBB rechnet in diesem Jahr mit rund 267 Millionen Euro Umsatz und einem operativen Minus von 48 Millionen Euro, wie im November aus einem FBB-Bericht an den damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hervorging. Der Konzernverlust belaufe sich voraussichtlich auf rund 350 Millionen Euro und dürfte damit etwa 50 Millionen Euro geringer ausfallen als für 2021 geplant. Wegen spürbarer Erholung des Luftverkehrs habe man von Juli bis Oktober operativ Gewinn gemacht, hieß es.

Die Liquidität sei gleichwohl nur bis zum ersten Quartal 2022 gesichert. Das hatte die neue BER-Chefin Aletta von Massenbach mehrfach öffentlich eingeräumt. Die Eigentümer sollen dem BER bis 2026 mit Hilfen von rund 2,4 Milliarden Euro über die Krise hinweghelfen. Dies hatten sie bereits im März in einer sogenannten Patronatserklärung angekündigt.

Berlin und Brandenburg sind mit je 37 Prozent an der FBB beteiligt, 26 Prozent liegen beim Bund. Der Businessplan sieht vor, dass die Gesellschafter ab 2022 in fünf jährlichen Teilschritten knapp 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 10.12.2021, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Sonst ist doch die Gerichtsbarkeit ganz schnell auf der Bühne. Hier scheint es keine Rolle zu spielen wie mit Steuergeldern umgegangen wird. Dann wundert sich die Politik über die Verdrossenheit.

  2. 4.

    Und noch besser: Wo ist denn jetzt das Ergebnis des „Grüne*innengetöses“, dass erst Gelder freigegeben werden, wenn die Transparenz eine Unterscheidung zwischen Missmanagement und coronabedingt zulässt? Da ja Missmanagement nicht die weibliche Form von Management ist, darf die Frage nach dem Begriff und deren Bedeutung von ... Businessplan (!) neu bewertet werden. Zum Lachen ist das nicht...

  3. 3.

    Also ich bin schon eine Weile oben ( auf der sprichwortlichen Palme ).Unsere Generation hat noch gelernt, dass man nur das ausgeben kann, was man hat. Wie hier mit dem Geld der Allgemeinheit umgegangen wird ist fast schon kriminell. Wenn dafür aber niemand zur Verantwortung gezogen wird geht es immer so weiter.

  4. 2.

    Wenn der BER in privater Hand wäre, hätte er schon längst Insolvenz anmelden müssen. So hat er Glück, dass er noch existieren kann. Die fortlaufende Unterstützung mit finanziellen Mitteln aus öffentlicher Hand, belastet zumindestens die Landeshaushalte immer wieder neu! Auch entwickelt es sich zum immer weiter gehenden Trauerspiel, mit offenem Ausgang - eine Never Ending Story... Ist er vielleicht im Schwarzbuch für Steuerverschwendung nicht bereits kritisiert worden? Ich glaube da war was...

  5. 1.

    Der letzte Satz ist „der Knaller“ schlechthin... Jeder chinesische Suppenhändler oder schwäbische Hausfrau versteht mehr vom Kaufmännischen als ... und das da auch noch eine dreiste Selbstverständlichkeit mitschwingt, müsste jeden Steuerzahler „auf die Palme bringen“.

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