Verkehrswende - Berliner Landesbetrieb soll 2.000 Ladepunkte für E-Autos errichten

Mo 20.12.21 | 17:35 Uhr
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An einer Ladestation für Elektroautos in Prenzlauer Berg werden 2 Autos geladen. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Berlin soll deutlich mehr Lademöglichkeiten für Elektroautos erhalten. Bis 2030 werde ein landeseigenes Unternehmen voraussichtlich 2.000 neue öffentliche Ladepunkte errichten, davon mindestens 200 Schnellladepunkte, wie die Senatsverkehrsverwaltung am Montag mitteilte.

Die Gesellschaft Berliner Stadtwerke KommunalPartner solle außerdem alle bereits bestehenden, das sind rund 1.000 öffentliche Ladepunkte, übernehmen. Sie waren vom Dienstleister Allego errichtet worden.

Insgesamt stehen von 2020 bis 2030 rund 12,2 Millionen Euro zur Verfügung, knapp 10 Millionen davon für die Stadtwerke.

Investitionsklima für private Drittanbieter

Der Senat hatte im Sommer beschlossen, den weiteren Aufbau nach Auslaufen des Vertrags an ein Landesunternehmen zu vergeben. Jedoch sollen auch Drittanbieter die Möglichkeit erhalten, Ladepunkte zu bauen.

Dazu hatte die Verkehrsverwaltung im Sommer erklärt, auf die privaten Unternehmen zugehen zu wollen und diese über die Konditionen zu "informieren". Am Freitag teilte die Verwaltung mit, Grundlage um Ladestationen zu errichten und zu betreiben seien "Sondernutzungserlaubnisse". Entsprechende Vertragsangebote seien derzeit in Vorbereitung.

Theoretisch könnte die Verwaltung aber auch den Abbau oder die Übernahme vorhandener Ladestation verlangen. Das Start-Up On Charge aus Köln hatte deshalb nach eigenen Angaben zuletzt nicht in Berlin investiert.

So viele Ladestationen hat Berlin

1.777 öffentlich zugängliche Ladepunkte gibt es in Berlin laut der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) (Stand Juni 2021). Allerdings fahren auf Berliner Straßen immer mehr neue E-Autos, während die möglichen Ladepunkte deutlich langsamer mehr werden: Während sich 2018 noch nicht einmal fünf Autos mit Ladestecker eine Ladesäule teilten, waren es im Februar dieses Jahres schon fast elf. Diese Zahlen beziehen sich sowohl auf batterieelektrische wie auch Plug-in-Hybride, die notfalls einfach mit fossilen Brennstoffen weiterfahren können, wenn sie nicht mehr genug Strom haben.

Verschiedene Lademöglichkeiten

Die allermeisten Berliner Ladepunkte sind im öffentlichen Straßenland, zum Beispiel direkt an Parkplätzen, zu finden.

Während die öffentliche Hand bisher vor allem Ladesäulen errichtet hat, an denen die Fahrzeuge mehrere Stunden (Wechsel-)Strom tanken, setzen private Unternehmen bisher stärker auf Schnellade-Stationen mit Gleichstrom. Tankstellen aber auch Supermarktparkplätze bieten sich dafür an. Automobilkonzerne tüfteln noch an ganz anderen Lösungen. Zum Beispiel Induktionsvorrichtungen, die Autos beim kurzen Stopp an der roten Ampel aufladen.

Laut Verkehrssenatorin Regine Günther (Die Grünene) läge mit der neuen Beauftragung nun auch bei den landeseigenen Ladestationen ein besonderer Schwerpunkt auf dem Ausbau von Schnellladesäulen in allen Berliner Bezirken: Mindestens 200 der geplanten 2.000 Ladestationen sollen an einem Ort mit mehreren Ladepunkten in sehr kurzer Zeit ein E-Auto komplett laden können.

Sendung: Inforadio, 20.12.2021, 15:54 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Bin nun auch seit einigen Wochen elektrisch unterwegs. Wie erwartet sehr gutes fahren.
    Die Ladeproblematik hab ich zum Glück nicht. Dienstwagen der auf Arbeit geladen wird.
    Winterbetrieb ist komfortabel aber energetisch ziemlich ernüchternd.
    Die Preise die ich so an öffentlichen Ladesäulen unseres Anbieters sehe haben noch reichlich Potential nach unten.
    Längere Touren bedürfen einer exakten Planung, das gefällt mir erstmal nicht.
    Warum die Deutschen bzw. tschechischen Autobauer nur 11kW AC Onboard einbauen erschließt sich mir nicht. Mit 22kW wäre die Ladesäulenproblematik zumindest technisch deutlich entspannter. 2 Stunden Einkauf oder Restaurant und das Ding ist wieder quasi voll geladen. DC sehe ich aktuell nur entlang der Autobahn sinnvoll.
    Zentrale Einwohnerparkhäuser mit reichlich Ladesäulen wären meiner Ansicht nach eine gute Lösung für die Innenstädte, so wie früher die Garagenkomplexe nur mehrstöckig.

  2. 14.

    Kaum stehen irgendwo neue Ladesäulen, schon werden sie von Asozialen beschmiert. Siehe Titelfoto. Irgenwann kommt noch Vandalismus am Ladekabel dazu.

  3. 13.

    Wieviel wollen das wirklich? Wieviel Prozent der Bevölkerung? Wieviel der arbeitendende aber auch einfach nur die, die generell mobil bleiben wollen, ohne auf irgendwelche Wartezeiten, eigenen Mobilitätsstatus oder Witterungsverhaeltnisse ?

  4. 12.

    Ganz ehrlich, als Mieter ohne festen Stellplatz ist die Elektromobilität kaum nutzbar. Bei unserem letzten Autokauf in 2018 konnte uns keiner ordentlich erklären, wie das mit den Elektroautos und deren Technik, den Ladesäulen und der dazugehörigen Abrechnung funktioniert. Die Auskünfte im Autohaus, von Stromanbietern und auf dem Amt waren vorsichtig gesagt: unterirdisch. Von daher hoffen wir nun auf Wasserstoff und fahren unseren Benziner so lange, bis er auseinander fällt.

  5. 11.

    Auch Autos mit Elektroantrieb und erst recht die unseeligen Hybriden sind eine Problem und nicht die Lösung. Die Lösung wird umfassen müssen, für den größten Teil der Fahrten in Ballungszentren auf das 2-Tonnen-Ressourcen-für-1,3-Mensch-bewegen zu verzichten. Dort wo MIV im Einzelfall wirklich nötig ist, kann dann Carsharing Lücken schließen. Ansonsten bedeutet der Verzicht auf Privatautos mehr Platz für alle, weniger verbrauchte Ressourcen beim Bau, weniger Verbrauch von Energie.

  6. 10.

    2000 Ladesäulen in Berlin?
    Das ist doch echt ein Witz wenn wir alle auf Batterieautos umsteigen sollen.
    Da reicht doch nicht mal die Steckdose an der Straßenlaterne, die bekanntlich alle 50m stehen.
    Einfach nur mal durchzählen wie viele Autos in der eigenen Straße parken, durch 2 Teilen, und dann kommt man auf die Anzahl der notwendigen Ladesäulen.

  7. 9.

    SenUVK! Meine Frage war eher rhetorischer Natur. ;-) Die Dienstwagen-Pendlerin hat ihre Ladesäule beim Büro ja schon bekommen, bei den Laternenladeanschlüssen nahm sie gewohnt den Mund voll während Weltstädte wie Langenhagen die installieren.

  8. 8.

    Dann ist so ein Reichweitenverlaengerer und Notlader für E Pkw s doch kein Witz.
    Benzingetriebener Elekrogenerator auf dem Anhänger, aber im Sinne des Senats.

  9. 7.

    Mir wollte OnCharge eine Säule vor die Tür bauen. Bis der Senat sagte, dass sie planen das Thema neu zu vergeben. OnCharge argumentierte, dass ihnen die Gefahr zu groß ist, die Säule wieder abbauen zu müssen. Das Ergebnis der Petition war dann, dass ein Abbau ja nicht zwingend sei, man müsse ja nur die neuen Bedingungen akzeptieren. Aber ganz ehrlich, ich baue doch auch kein Haus auf einem Grundstück, dass ich für 5 Jahre gepachtet habe und hoffe, dass der neue Pachtvertrag nicht zu teuer wird

  10. 6.

    Eine Ladesäule kostet vielleicht fünfstellig. Wie viele hätte man bauen können vom Geld das sinnlos in den Ausbau der Autobahn gesteckt wird?

  11. 5.

    2000 pro Jahr das waere eine Maßnahme.
    Habe meinen geleasten E Wagen mittlerweile wieder gegen einen Benziner eingetauscht. Abends nach der Arbeit noch ne Ladestation suchen und dann die meist zu knappe Reichweite über den Tag ohne Zwischenladen. Geht gar nicht, meine Kollegen denken aehnlich unausgereift, teuer und zu wenig schnelle Lademoeglichkeiten.

  12. 4.

    "2.000 Ladesäulen? Fehlt da eine Null?"
    Natürlich NICHT!
    Steht doch im Bericht: Berliner Landesbetrieb.........
    Wahrscheinlich war am Ende noch ein Null zu viel!


  13. 3.

    Was bitte sind 2000 Ladepunkte in 9Jahren. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Komischerweise passiert in den Ostbezirken so gut wie nichts. Marzahn/Hellersdorf 28 Ladepunkte. Ich lach mich tot. Aber bei den Grünen müssen wahrscheinlich auch die E-Autos komplett aus der Stadt verschwinden . Der ÖPNV wird nie alle Bedürfnisse erfüllen.

  14. 2.

    2.000 Ladesäulen? Fehlt da eine Null?

  15. 1.

    "Bis 2030 werde ein landeseigenes Unternehmen voraussichtlich 2.000 neue öffentliche Ladepunkte errichten"

    Ich fahre seit 2015 elektrisch. Was sich mit Ladesäulen so getan hat, ist überschaubar.
    Wenn ich lese, "landeseigene......" kann also nur schief gehen.
    Ich bin in den Jahren sehr gut, mit z.B. IKEA usw. zurecht gekommen.
    Letzte Woche erst - 1 Std. Laden und gleichzeitig die dritte Imfung - alles in einer Stunde........!!!

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