Arbeitsmarkt im Dezember - Zahl der Arbeitslosen sinkt in Berlin und steigt in Brandenburg

Di 04.01.22 | 20:24 Uhr
Archivbild: Baustelle Hochbau Berlin Alexanderplatz. (Quelle: dpa/M. Tricatelle)
Video: Abendschau | 04.01.2022 | Ulrich Crüwell | Gespräch mit Ramona Schröder | Bild: dpa/M. Tricatelle

Der Arbeitsmarkt in der Region wird sich laut der Bundesagentur für Arbeit 2022 positiv entwickeln - wenn die Pandemie keinen Strich durch die Rechnung macht. Die Dezember-Zahlen geben Hoffnung.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Berlin leicht zurückgegangen. Im Dezember waren laut der Bundesagentur für Arbeit 179.291 Menschen als arbeitslos gemeldet - 1.001 weniger als im Vormonat und 23.097 weniger als noch im Dezember 2020. Die Arbeitslosenquote beträgt damit in Berlin aktuell 8,8 Prozent.

In Brandenburg stieg die Zahl hingegen leicht: 71.763 Arbeitslose waren hier im Dezember 2021 gemeldet. Das waren zwar 1.603 Personen mehr als im November, einen solch niedrigen Wert zu einem Jahresende gab es aber bisher in Brandenburg noch nie. Die aktuelle Quote beträgt 5,4 Prozent. Im Dezember 2020 waren noch 81.421 Arbeitslose gemeldet.

Bundesagentur: Beschäftigung wird 2022 steigen

Während die Arbeitslosigkeit sank, ist die Zahl der Kurzarbeiter in Berlin leicht gestiegen. Das sei aber "längst nicht das Niveau wie 2020", sagte die Leiterin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Ramona Schröder, am Dienstagabend im rbb. Die Unternehmen seien unsicher in der Corona-Situation. "Und es ist ja gut, dass wir das Instrument der Kurzarbeit haben. Denn das hilft ja, dass gerade Unternehmen und Beschäftigte solche kritischen Phasen gut überstehen können", so Schröder.

Für das neue Jahr geht sie von einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus. Das gelte jedoch nur, wenn es "durch das aktuelle Pandemie-Geschehen zu keiner tiefergehenden Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung kommt. Dann sollte die Beschäftigung weiter zunehmen und die Arbeitslosigkeit sinken", sagte sie anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen.

Facharbeiterproblem "zurzeit ein bisschen vernebelt"

Schon 2021 stieg die Beschäftigungs-Zahl - sie liegt in beiden Ländern über den Werten vor der Corona-Krise: In Berlin ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rund 50.000 höher als vor einem Jahr. In Brandenburg ist sie innerhalb eines Jahres um rund 17.000 gestiegen.

Schröder wies darauf hin, dass das Facharbeiterproblem wieder größer werde, wenn die Pandemie überwunden sei. Zurzeit sei es ein bisschen vernebelt, weil man stark mit den Veränderungen durch die Corona-Pandemie beschäftigt gewesen sei. Aber bald werde man wieder auch Erwerbsmigration in der Region brauchen.

Scheele: Alles in allem war die Entwicklung 2021 gut

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, zeigte sich mit dem Jahr 2021 zufrieden: "Alles in allem war die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Verlauf des Jahres 2021 gut", erklärte er. Anfangs sei sie jedoch noch spürbar von der Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung geprägt gewesen, bevor im Sommer eine Erholung eingesetzt habe. Gleichzeitig seien aber verstärkt Lieferengpässe in den Vordergrund getreten, die insbesondere das Verarbeitende Gewerbe beeinträchtigt hätten.

Sendung: Inforadio, 04.01.22, 10:40 Uhr

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