Inflation in Berlin und Brandenburg - Verbraucherpreise steigen so stark wie zuletzt 1993

Do 06.01.22 | 17:44 Uhr
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Ein Kassiererin wiegt an der Kasse in einem Supermarkt Gemüse. (Quelle: dpa/Oliver Berg)
Audio: Inforadio | 06.01.2022 | Ricardo Westphal | Bild: dpa/Oliver Berg

Bundesweit hat die Inflation zuletzt 5,3 Prozent erreicht, und auch in Berlin und Brandenburg macht sich das bemerkbar. Besonders Lebensmittel sind hier im Dezember noch teurer geworden. Doch Experten sehen Licht am Ende des Tunnels.

Die Verbraucherpreise in Berlin und Brandenburg sind auch im Dezember im Jahresvergleich deutlich gestiegen. Das Amt für Statistik meldete am Donnerstag für die Hauptstadt eine Inflationsquote von 5,1 Prozent und für Brandenburg von 5,7 Prozent. Besonders Lebensmittel wie Gemüse, Speiseöl und Kaffee seien deutlich teurer geworden. Dagegen seien die Energiepreise nicht mehr so stark gestiegen wie im November, so die Statistiker.

Hauptgrund für die hohe Inflationsquote sei, dass im Jahr 2020 die Mehrwertsteuer wegen der Corona-Pandemie gesenkt wurde, heißt es in dem Bericht weiter. Weil 2021 wieder der volle Satz galt, seien auch die Preise gestiegen.

Ökonom: Inflation hat inzwischen Höhepunkt überschritten

Bundesweit meldet das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 5,3 Prozent im Jahresvergleich. Betrachtet man ganz Deutschland, ist ein starker Anstieg bei den Energiepreisen zu verzeichnen, aber auch - wie in Berlin und Brandenburg - bei den Nahrungsmitteln. Energiepreise stiegen bundesweit um 18,3 Prozent, wie das Statistikamt aufgrund vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilte. Nahrungsmittel wurden demnach im Jahresvergleich um 6 Prozent teurer, Dienstleistungen um 3,1 Prozent. Zu diesen zählen auch Mieten, diese stiegen um 1,4 Prozent an.

Für das gesamte Jahr 2021 ergibt sich den Statistikern in Wiesbaden zufolge eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,1 Prozent zum Vorjahr - das ist der höchste Wert seit 1993.

Ökonom Sebastian Dullien von der Hans-Böckler-Stiftung rechnet damit, dass der Höhepunkt der Inflationsentwicklung nun überschritten ist. Die Inflation war seit Mitte vergangenen Jahres stetig gestiegen. Im November übersprang sie die 5-Prozent-Marke und erreichte 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Dezember stieg sie nun noch einmal leicht an.

Prognose für 2022: Inflation wieder unter drei Prozent

Neben der Mehrwertsteuersenkung von 2020 begründet das Bundesamt die Inflation mit "krisenbedingten Effekten" wie die anhaltenden Lieferprobleme in der Wirtschaft und damit verbundene Steigerungen bei den Erzeugerpreisen.

Ökonom Dullien rechnet ab Januar mit einem deutlichen Rückgang der Inflationsrate "auf spürbar weniger als fünf Prozent". Im Laufe des Jahres 2022 werde die Teuerung weiter nachgeben und im Durchschnitt schließlich unter drei Prozent betragen. Der Ökonom geht aber von einem weiter bestehenden Preisdruck durch gestörte Lieferketten aus. Die Lage werde sich erst "ganz allmählich entspannen".

Die Linke forderte im Bund einen raschen Inflationsausgleich für "Arbeitslose und Armutsrentner". So sei unter anderem der Energiemarkt "völlig aus dem Ruder gelaufen". Energiepreise müssten wieder reguliert und Stromsperren verboten werden, sagte die Berliner Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Linke).

Sendung: Inforadio, Nachrichten, 6.1.2022, 15:40 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Der größte Treiber der Inflation ist der Geldmengenzuwachs der Zentralbanken ohne korrelierenden Produktionszuwachs!

  2. 14.

    Die Antwort ist: Kräftig gestiegene Energiepreise, Lieferengpässe sowie die Rücknahme der zeitweisen Mehrwertsteuersenkung haben die Inflation 2021 auf den höchsten Stand seit 28 Jahren getrieben.

  3. 13.

    Das ist korrekt. Die aktuelle Teuerungsrate in Bezug auf die Preise 12 Monate zuvor ist im Wesentlichen Resultat der Senkung der Mehrwertsteuer in 2020, wo es zeitweise sogar deflationäre Phasen gab.

    Mit einer Teuerung von ca. 5% gegenüber heute vor 2 Jahren liegt die auf 2 Jahre gerechnete jährliche Inflation von 2,5% also recht nahe am 2%-Inflationsziel der EZB.

    Ich schaue der Inflation entspannt entgegen und vermute, dass sie sich mittelfristig in Richtung der angestrebten 2% entwickeln wird.

  4. 12.

    sie irren der Mensch ist prinzipiell der Verursacher so oder so. Das Problem das 2 Generationen1+2 Weltkrieg über ihre Verhältnisse leben/ lebten. Einfache; Rechnung sie zahlen monatlich etwa 300 € in die Rentenkasse, das wenn es gut geht bis zum Renteneintrittsalter, mit Abzügen für Studium/ Ausbildung/ Militär/ Arbeitslosigkeit/ ALG II, also 30 Jahre 300x12x30=108000€, etwa, sie wollen im Rentenalter Monatlich etwa genau so gut leben, also benötigen sie in etwa1500€ 108000:1500€=72 Monate, wenn sie älter werden, woher kommt das Geld, wenn die Nachfolgenden Generationen nicht die Möglichkeit haben überhaupt Rentenanteile ein zahlen können. Schon heute hat die Bundesregierung Kredite aufgenommen, die erst mit Beginn 2038 abgezahlt werden.

  5. 11.

    Danken kann man allein der Bundesregierung (ja Merkel noch) dieser völlig dämliche deutsche Verhalten die Welt alleine ohne bedacht retten zu wollen kostet den Bürger soviel Geld wie sonst irgendwo in Europa. Der Bürger wollte und will es. Es hätte auch Alternativen geben z.B die akw eben nicht blind abzuschalten etc etc aber der Bürger ist extrem leidensfähig. Schade nur wenn die eigene Regierung das künstlich verursacht. PS inflation bringt der Regierung nur gutes- Entschuldung ….

  6. 10.

    die Steigerung wird weiter gehen. Aber mal gefragt, wie bestimmen eigentlich bestimmte Organisationen wie viel Lebensmittel durch die Menschen entsorgt werden? Mir ist aufgefallen das keiner bei den Biotonnen steht der meinen Abfall nach wiegt. Und ich würde empfehlen sich mit den Begriff "Just in Time" und folgen auseinander setzen

  7. 9.

    Ich sehe in Ihrer Antwort auch keinerlei konstruktive Nachricht. Mir scheint es als wollten Sie nur Ihren Unmut kund tun.
    Offensichtlich ich mein sogenannter "undurchdachter Quatsch mit Soße" Ihre Antwort wert.

  8. 8.

    Ja, daran ist nicht der Bürger schuld und auch nicht Corona! Da sollte man mal nachdenken, warum das so ist und leider nur in Deutschland!

  9. 7.

    Wow - wer hat ihnen denn diese Weisheiten telegrafiert. Was zum Nachlesen:
    https://thinkaboutgeny.com/inflationsursachen

  10. 6.

    Ich glaube von den Aussagen zur Inflation nicht viel.
    Ist meistens eh immer das gleiche:
    - Inflation wird bald spürbar sinken
    - Menschen fühlen nur die Inflation, real existiert sie kaum
    - Preise steigen nur, weil Energie 2020 viel zu billig war
    - Schulden müssen nicht zurückgezahlt werden usw.
    Reiche können sich der Geldentwertung mit Aktien und Sachwerten entziehen. Der Arme verliert Lohn- und Rentenkaufkraft.
    Die wirtschaftlich rosigen Aussichten passen auch überhaupt nicht mit der Corona-Gefahr zusammen.

  11. 5.

    Also ich sehe noch lange kein Ende der Preisspirale. Momentan sind die direkten Energiekosten der Haupttreiber der Inflation. Energie ist aber der Motor der Wirtschaft, sodass alle energiehaltigen Produkte erst in den kommenden Monaten Stück für Stück nachziehen werden. Wasser, Abwasser, Transport, Fernwärme, Nahrungsmittel etc. Da dürften die hohen Strompreise der Börse derzeit noch gar nicht eingepreist sein, weil erst jetzt die neuen Preise beim Letztverbraucher ankommen. Und an der EEX zeigt der Trend für 2023 und Folgejahre weiter nach oben.
    Das Abschalten der AKW ist umwelttechnisch sicher richtig aber preislich bleibt es spannend. Sogar die dreckige Kohle wird teurer auch ohne CO2 Preise.

  12. 4.

    Lesen Sie auch manchmal Ihre eigenen Kommentare? Ihr Kommentar ist einfach völlig undurchdachter Quatsch mit Soße.

  13. 3.

    Was soll das denn. Ich lebe auch nur einmal und bin nicht bereit meine Lebensqualität runter zu schrauben. Bei 6 Wochen Urlaub im Jahr will ich auch 3 x wegfahren. Warum wollen sie entscheiden wie man leben soll oder im Urlaub zu fahren hat

  14. 2.

    Sie selbst gehen mit gutem Beispiel voran? Leben ohne Geld? Oder müssen Sie Ärmster etwa von Almosen der Steuerzahler leben. Nun dann gestatten Sie mir, meine Steuern nicht Ihnen überlassen zu müssen.

  15. 1.

    Wenn einfach mal aufgehört wird allen freies Geld, in Form von höheren Tarifelöhnen oder Coronaprämien, zu geben wird auch die Inflation gestoppt.

    Die Inflation kommt durch die Erhöhung der Kaufkraft. Wir müssen eigentlich anfangen gerade im Bereich der Massenverträge jetzt die Verdienstmöglichkeiten drastisch zu verringern um die Kaufkraft wieder zu verringern. Es muss nicht jeder drei mal im Jahr in den Urlaub fahren. Am Ende schadet es allen.

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