Anhebung aller Löhne gefordert - Mitarbeiter der Ruppiner Kliniken kämpfen mit Warnstreik für besseren Tarifvertrag

Di 25.01.22 | 22:32 Uhr
Ein Plakat mit dem Aufdruck "Streik" klebt an der Tür zu einem Flur. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Video: Brandenburg aktuell | 25.01.2022 | Franziska Tenner | Bild: dpa-Symbolbild/Soeren Stache

Hunderte Mitarbeiter der Ruppiner Kliniken in Neuruppin und der Tochtergesellschaft Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste haben sich am Dienstag an einem Warnstreik beteiligt, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte.

Hintergrund sei die bislang nicht erfolgte Einigung mit dem Arbeitgeber auf einen Tarifabschluss, hatte die Gewerkschaft im Vorfeld mitgeteilt. Verdi fordert unter anderem, die Löhne der Beschäftigten an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes anzugleichen. Die Ruppiner Kliniken böten das aber nur für das Pflegepersonal, so die Gewerkschaft. Das sei aus Sicht von Verdi-Verhandlungsführer Torsten Schulz nicht akzeptabel: "Damit würde die Belegschaft weiter gespalten werden."

Demnach würden etwa 600 der insgesamt rund 1.400 Beschäftigten weiterhin bis zu acht Prozent unter dem Lohn des öffentlichen Dienstes verdienen. "Das wären etwa die Therapeuten, die Beschäftigten in den Laboren und Praxen", so Schulz.

Versorgung der Patienten gesichert

Der Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken, Gunnar Pietzner, verwies im Gespräch mit dem rbb auf die allgemeine Lage des Krankenhauses. So seien die Ruppiner Kliniken in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation: "Wir haben über zwei Jahre ungefähr 15 Prozent weniger Leistung erbracht. Wir haben Bettenkapazitäten freigehalten." Dafür habe es 2020 "sehr üppige" Ausgleichzahlungen des Bundes gegeben, räumte Pietzner ein. In diesem und im vergangenen Jahr kämen die Ruppiner Kliniken aber nur auf einen Erlösausgleich von 85 Prozent. "Und wenn wir in der gleichen Situation mit Kostensteigerungen konfrontiert sind in Millionenhöhe, dann werden wir das finanziell nicht stemmen können."

Verdi versicherte, dass die Versorgung der Patienten gesichert sei, auch wenn eine Verhandlung über eine Notdienstvereinbarung scheiterte. "Wir werden aber mindestens die Nachtdienstbesetzung in allen Diensten sicherstellen", sagte Verhandlungsführer Schulz. Laut Gewerkschaft Verdi soll am 2. Februar weiterverhandelt werden.

Sendung: Inforadio, 25.01.2022, 6:00 Uhr

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