Verkauf abgeschlossen - Nordamerikanisches Unternehmen übernimmt Studio Babelsberg

Mo 03.01.22 | 14:42 Uhr
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Archivbild: Einfahrt zu den Studios Babelsberg in Potsdam. (Quelle: dpa/S. Steinach)
Bild: dpa/S. Steinach

Der Verkauf des Studio Babelsberg ist unter Dach und Fach. Das Filmstudio, das 1912 gegründet wurde und das inzwischen eine Aktiengesellschaft ist, ist nun Teil der Studioplattform Cinespace Studios, dem zweitgrößten Studiobetreiber in Nordamerika.

Der Verkauf der Filmproduktionsstätte Studio Babelsberg in Potsdam an die TPG Real Estate Partners (TREP) ist abgeschlossen. Das teilte die Firma am Montag mit.

Damit wird das Studio nach Unternehmensangaben Teil der Studioplattform Cinespace Studios, zweitgrößter Studiobetreiber in Nordamerika. Studio Babelsberg bleibt eine eigenständige Marke. TREP erwirbt ein Anteilspaket vom Hauptanteilseigner Filmbetriebe Berlin Brandenburg GmbH (FBB). Es hatte zuvor ein öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb der Mehrheit der Aktien an Studio Babelsberg gegen eine Barzahlung von 4,10 Euro je Aktie gegeben.

Man wolle in einen führenden Studiobetrieb investieren, um von den langfristigen Wachstumstrends im Medien- und Content-Konsum zu profitieren, sagte Michael Abel, Partner bei TREP. Die große Expertise und Erfahrung von TREP im Aufbau von Unternehmen werde Studio Babelsberg helfen, das nächste Kapitel erfolgreich zu schreiben, sagten die Gesellschafter Carl L. Woebcken und Christoph Fisser. Beide bleiben mit einer Minderheitsbeteiligung beteiligt.

Gegründet wurde das Studio Babelsberg 1912

Studio Babelsberg wurde 1912 gegründet und ist nach eigenen Angaben das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. Zum Programm gehörten die deutschsprachige Serie "Babylon Berlin" oder international erfolgreiche Spielfilme wie "Inglourious Basterds" oder "Bridge of Spies".

Nach der Wende verkaufte die Treuhandanstalt die ehemaligen DEFA-Filmstudios an den französischen Konzern Compagnie Générale des Eaux (heute: Vivendi Universal). 2004 wurde an die Beteiligungsgesellschaft FBB mit den Gesellschaftern Carl L. Woebcken und Christoph Fisser verkauft. Seit 2005 ist Studio Babelsberg eine Aktiengesellschaft.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.01.2022, 13 Uhr

30 Kommentare

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  1. 30.

    Dann lernen Sie doch gleich etwas dazu: Wir hatten in der 7. und 8. Klasse einen Erdkundelehrer, der als Kriegsgefangener in den USA auf einer Farm arbeiten "musste". Er zu uns: Meine schönsten Jahre. Dann gab er uns die Aufgabe im Maßstab "xyz" über einen vorgegebenen Breitengrad einen Querschnitt durch die USA anzufertigen. Es machte richtig Spaß bei diesem Lehrer. Den hätten Sie auch haben müssen.

  2. 29.

    Herzlichen Dank für die Belehrung. Man lernt nie aus. Und stimmt, Geografie war nie so meins.

  3. 28.

    Da zeigen Sie, warum der RBB Präziser sein sollte. Sie verstehen es nicht.

    Nordamerika = Kanada, USA, Mexiko

  4. 27.

    Zum Verständnis:
    Der Kontinent Amerika unterteilt sich in Nordamerika und Südamerika. Zu Nordamerika gehört auch als Staat Kanada. Die USA sind auch ein Land/Staat des Kontinents Nordamerika. Im Geografieunterricht nicht aufgepasst? Oft meint jmd. die USA, wenn man von Amerika soricht. Das ist sowohl inhaltlich als auch geografisch falsch. Alles klar? Falls nicht, einfach mal im Atlas (bei Google maps) nachsehen.

  5. 26.

    Häh??? Nordamerika ist der Norden von Amerika und ganz bestimmt nicht Kanada. Kanada ist ein eigentständiges Land und NICHT ein Teil von Amerika.

  6. 25.

    Was nennen Sie Nordamerika? Das ist nur ein geographischer Begriff. Meinen Sie die USA oder Kanada? Der rbb sollte präziser arbeiten.

  7. 24.

    Real Estate. Schönes Gelände für Stadtvillen. Und versteckt dahinter ein paar Wohnblocks für's Soziale.

  8. 23.

    Alles ist ständig in Bewegung und verändert sich, nichts bleibt wie es ist. So ist das nun einmal und daran erkennen wir, ob wir noch mitgehen können oder alt sind und Veränderung nicht mehr tolerieren können. Studio Babelsberg bleibt eine eigenständige Marke und ist seit 2005 bereits eine Aktiengesellschaft.

  9. 22.

    Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass der überwiegende Publikumsgeschmack sich (leider) an US-amerikanischen Filmen orientiert. So manch jugendlicher Mensch, der tagsüber gegen das Vordringen US-amerikanischer Wirtschaftstätigkeit in anderen Ländern demonstriert und dort den großen Hegemon sieht, zieht sich abends den neuesten Hollywood-Schinken rein.

    ;-

  10. 21.

    Wenn Sie genau gelesen haben, dann sollten Sie wissen, dass ich auf die Frage von 'Teddybär' geantwortet habe.
    Und es ist nunmal eine Tatsache, dass immer weniger Firmen noch in deutscher Hand sind. Und da der Trend dazu, alles in ausländische Hand zu verkaufen, überdimensional steigt, wird es bald wegen des 'Ausverkaufes' nichts Deutsches mehr geben.
    Dazu gehören nun eben auch die Babelsberg Studios. Und es hat nichts damit zu tun, ob ich ins Kino gehe oder nicht. Was ich im übrigen, um Sie zu beruhigen, sehr wohl tue.

  11. 20.

    Da gebe ich dem Spandauer aber auch recht! Nein, die Wenigsten haben sich für den ehemaligen Besitzer interessiert, dass ist vollkommen richtig, aber es geht ja hier um das Prinzip! Nicht nur Kino kam von da, nein auch Filme für das Fernsehen wurden dort produziert, nur mal so nebenbei. Deutschland hat auch die Magnetschwebebahn an China verkauft und die haben jetzt ein Streckennetz, das dem Äquator entspricht und hier nimmt man das Auto, oder das Flugzeug und bezahlt in Zukunft an Amerika.

  12. 19.

    Genau, außerdem was nützt das Studio wenn die Regisseure, Crew & Staff deutscher Filme heutzutage grottenschlecht sind. Man kann sich nicht ewig im 60 Jahre alten Ruhm wälzen. Die Amis wissen wenigstens mit Filmstudios umzugehen.
    Ich habe keine Lust auf politische Aufarbeitung, auch nicht auf die 1920er sondern Lust auf Unterhaltung. Und am besten schnell im Stream.

  13. 18.

    Da haben Sie recht: Wenn national Filme produziert werden, für die sich genug zahlende Zuschauerinnen und Zuschauer finden, ist das eigentlich kein Problem. Kommen nicht genug zahlende Zuschauer, ist offensichtlich das Angebot im Kino nicht attraktiv - und somit wird im Umkehrschluss der deutsche Binnenmarkt immer uninteressanter für das internationale Filmbusiness. Aber das ist doch keine politische Frage, sondern schlichtweg Publikumsgeschmack. Bleiben die Leute weg, wird doch kein Unternehmer der Welt freiwillig Geld verbrennen, wieso auch? Und das galt ausdrücklich schon vor Corona.

  14. 17.

    Hand aufs Herz, wenn Sie sich nun schon als leidgeprüfter Deutscher betrauern: Wussten Sie vor diesem Artikel hier, wer der Eigentümer des Studio Babelsberg ist, hat Sie das interessiert? Und haben Sie, als man vor Corona noch normal ins Kino gehen konnte, die Produktionen des Studios als zahlender Kunde verfolgt?

  15. 16.

    Ihr habt es nicht kapiert....Babelsberg ist international der "Renner." Aber National läuft nichts mehr

  16. 15.

    Klar, die DEFA-Produktionen waren außerhalb der DDR, ach was sage ich, weltweit jedem Cineastin und jeder Cineastin ein leuchtender Begriff, Weltruhm bis in den letzten Winkel des Erdballs. Früher war alles besser, ne?

  17. 14.

    >>"Und was kam danach.....nichts was die internationale Welt anspricht."

    Dabei wäre mit Google es so leicht die ganzen Produktionen, an denen Babelsberg beteiligt war, raus zu suchen.

  18. 12.

    Und schon wieder geht uns ein Teil unserer Identität verloren! Armes Babelsberg.

  19. 11.

    Sie übersehen, dass im Studio Babe!sberg in den letzten Jahrzehnten viele internationale Filme produziert wurden. "Zu den jüngeren Produktionen gehören u. a. Sonnenallee, Das Bourne Ultimatum, Operation Walküre, Eddie the Eagle, Der Ghostwriter, Cloud Atlas, Monuments Men, Berlin Station und Babylon Berlin sowie die oscarprämierten Filme Die Fälscher, Der Vorleser, Inglourious Basterds und Grand Budapest Hotel." (Wikipedia) Es wird sich diesbezüglich nicht viel ändern, nur dass jetzt eine nordamerikanische Fima statt einer regionalen die Gewinne machen wird. Wenn es allerdings ganz schlimm läuft, wird hier irgendwann dichtgemacht.

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