Berlin und Brandenburg - Zuwachs an ausländischen Beschäftigten führt zu wirtschaftlichem Aufschwung

Di 08.02.22 | 09:16 Uhr
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Symbolbild: Junge Mitarbeiterinnen in einem Startup (Quelle: Zoonar.com/Benis Arapovic)
Bild: Zoonar.com/Benis Arapovic

IT, Digitalisierung, Startups: Das sind Branchen, für die besonders viele Arbeitnehmer aus aller Welt in die Region kommen. In Berlin ist die Zahl in fünf Jahren um zwei Drittel gestiegen, in Brandenburg hat sie sich verdoppelt.

Immer mehr Ausländer finden Arbeit in Berlin und Brandenburg. In der Hauptstadt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne deutschen Pass innerhalb von fünf Jahren um gut zwei Drittel gestiegen, in Brandenburg hat sie sich nahezu verdoppelt, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Beide Bundesländer legten damit in der Gunst ausländischer Arbeitnehmer stärker zu als Deutschland insgesamt.

"Der Standort Brandenburg wird auch außerhalb Deutschlands zunehmend geschätzt", hob die regionale Agenturleiterin Ramona Schröder hervor. Neben den Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten locke die Nähe zur Bundeshauptstadt. "Berlin hat in den vergangenen Jahren einen kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung genommen, der allerdings durch die Corona-Pandemie eine Delle bekommen hat", erklärte Schröder.

Wichtigste Herkunftsländer: Polen und Türkei

Die Digitalisierung habe in vielen Branchen sowie in den Bereichen Information und Telekommunikation und in der Start-up-Szene viele neue Arbeitsplätze gebracht, die Menschen aus Europa und aus aller Welt nach Berlin zögen. Sie kämen auch wegen des Lebensgefühls.

Im Juni 2021 kam knapp jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Berlin aus dem Ausland. Die Zahl stieg von 161.757 im Juni 2016 auf 272 127 fünf Jahre später. Wichtigstes Herkunftsland blieb die Türkei vor Polen. In Brandenburg wuchs die Zahl im selben Zeitraum von 36.032 auf 71.747. Das entspricht etwa jedem zwölften sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die meisten davon kommen aus Polen.

Starker Wirtschaftsaufschwung auch dank Zuwanderung

"Brandenburg wird auch in den kommenden Jahren auf Zuzug aus dem Ausland angewiesen sein", sagte Schröder voraus. Die wirtschaftlichen Aussichten seien gut, unter anderem wegen großer Investitionen. Gleichzeitig altere die Bevölkerung.

Berlin hätte ohne die Zuwanderung seinen starken Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre nicht genommen, bemerkte Schröder. Fachkräftezuwanderung sei notwendig, sie führe aber auch zu einem größeren Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Es müssten alle inländischen Potenziale für den Arbeitsmarkt erschlossen werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.02.2022, 5:30 Uhr

31 Kommentare

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  1. 31.

    Eine Gartennachbarin erzählte uns stets über die Beschäftigungstherapie ( Papier falten, Figuren aus Kastanien bauen etc. ) im Rahmen einer "Erwachsenenqualifizierung". Diese Quatsch hat nur gekostet. Die Nachbarin hatte noch nicht ganz das Rentenalter.

  2. 30.

    Wird da nur mir als Steuerzahler schwindelig ? Was könnte man mit diesen Unsummen z.B. in der Wissenschaft, Forschung,
    Infrastruktur und Umwelt alles machen ?

  3. 29.

    Freut mich. Hoffentlich kommen noch mehr. Schöne Nachrichten.

  4. 28.

    Da haben Sie den Artikel wohl entweder nicht gelesen, nicht verstanden oder Ihre Vorurteile wurden nicht ausreichend bedient. Es geht im Artikel um Arbeitnehmer.

  5. 27.

    ...handeln mit gebrauchte Kfz unterm Radar, verunstalten mit zig Fastfood-Grills teils tote Shoppingstraßen, bedienen Spätkaufs mit Importware ohne Pfand, und betreiben Geldwäsche mit Shisha, Solariums & Nail Shops, vertickern fremden TR-Mobilfunk. Ach so A&V Läden mit eingestaubten Kassettendecks habe ich noch vergessen...

    Wie hoch kann man bei diesen Beispielen die Steuereinnahme und den Nutzen festlegen???
    Oder fließt der Nutzen nur ins Ausland? Hier gibt es nichts was für uns Werte schafft...

  6. 26.

    Warum sind Ihre Zahlenangaben so undeutlich, Frau Schröder? Nennen Sich doch einfach die Anzahl der Sozialleistungsbezieher durch Ihre Behörde für Ihr Gebiet, aufgeschülsselt nach Nationalität und den Verlauf der vergangenen Jahre.

  7. 25.

    Na dann geht es ja im Straßenbau voran! Danke.

  8. 24.

    Das Gegenteil dürfte zutreffen. Die fiskalische Lasten dieser Art von Zuwanderung nach Deutschland kosten Milliarden. Mir ist keine seriöse Betrachtung bekannt, die das Gegenteil ermittelt hätte.
    Lt FAZ (2018) betrugen die Kosten für die Migrantenpolitik, Flüchtlingspolitik möchte ich nicht sagen, denn es sind in übergroßer Zahl keine Flüchtlinge im Sinne des Asylgesetzes, 78 Milliarden Euro bis 2022.

    https://www.faz.net/aktuell/politik/78-milliarden-euro-fuer-fluechtlingspolitik-bis-2022-15598121.html

  9. 23.

    "Berlin hätte ohne die Zuwanderung seinen starken Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre nicht genommen, bemerkte Schröder."
    Gibt es für diese These auch irgendeinen Beleg?

  10. 22.

    Die Kosten der Migration, klagt SpiegelOnline, werden nicht als plausible Zahl veröffentlicht. Man muss sich, so der SPIEGEL, die Einzelposten zusammenklauben, und hat dennoch keinen richtig Überblick. Die Ausländerzahl in Deutschland ist von Ende 2014 bis Mitte 2019 um fast drei Millionen auf 11,1 Millionen gestiegen. Allein der Bund hat im Jahr 2019 für Flüchtlings- und Integrationskosten 23,1 Milliarden Euro ausgegeben. Die hierbei angegebenen Kosten sind allerdings nur ein Teil der tatsächlichen Ausgaben für die massenhafte Zuwanderung.

  11. 21.

    Mir ist es eigentlich völlig schnuppe woher die Fachkräfte kommen, die mein Dach decken oder meine Heizung warten, Hauptsache sie machen ihren Job gut.

  12. 20.

    Deutschland braucht endlich ein EINWANDERUNGSGESETZ ---- seit Jahren diskutiert - auch hier in diesem Forum - und wer das ausspricht wird angeguckt, als ob er vom Mond kommt.
    "Das Problem darf nicht nach Deutschland durchgewunken werden" (21.10.2021) #10 und #23
    https://www.rbb24.de/studiocottbus/politik/2021/10/interview-buergermeister-guben-fred-mahro-grenzsituation-gefluechtete-polen.html
    Zuwanderung in die Sozialsysteme hilft uns nicht die wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Und ich komme auch nicht aus der rechten Ecke und werde mich nicht in die drängen lassen, auch nicht durch fortwährende Zensur der eignen Meinun

  13. 19.

    Ich bin wohl missverstanden worden: Deutschland braucht FACHKRÄFTE - unabhängig von ihrer Herkunft. Auf weitgehend beruflich unqualifizierte „Einwanderer in die Sozialsysteme“ sollte D. verzichten; auch wenn sie von manchen Unternehmern gern als „billige Arbeitskräfte“ genutzt werden.

  14. 18.

    Gute Englischkenntnisse sind Einstellungsvoraussetzung. Wir sind ein internationales Unternehmen, man muss auch mit den Kollegen im Ausland sicher kommunizieren können.

  15. 17.

    Wo bitte ist in Berlin ein wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen, die aktuellen Arbeitslosenzahlen liegen immer noch bei 9,8% , so wie vor 5 Jahren. Wirklicher Wirtschaftsaufschwung geht anders.
    Hier wird aus einer Mücke ein Ellefant gemacht, typisch Berlin.

  16. 16.

    Damit diese genauso ausgebeutet werden, wie alle anderen? Nach 5 Jahren müssen sie die völlig ausgelaugten und um Jahre gealterten Pfleger wieder austauschen. Eine gute Nachricht dazu, die Arbeitsbedingungen für fast alle Pfleger sind im Ausland besser als bei uns. Wir benötigen keine Pfleger, sondern andere Rahmenbedingungen, damit dieser Beruf nicht nur dazu dient, dass die Aktionäre etwas von der Ausbeutung haben, sondern junge Leute ihn tatsächlich wieder ausüben wollen. Ausländische Pflegekräfte werden fast immer als Hilfskräfte eingesetzt, überhaupt wird die teuer bezahlte Pflege überwiegend von Hilfskräften ausgeführt und auch das sollte hinterfragt werden.

  17. 15.

    Bevor wir verstärkt auf ausländische Hilfskräfte setzen sollten wir viel stärker das Arbeitskräftepotential heben, welches in der sozialen Hängematte liegt

  18. 14.

    Schön, dass wir Zuwächse in IT, Digitalisierung und Startups haben. Diese Fachkräfte werden demnächst auch die Heizung warten, das Dach decken und die Elektrik installieren. Ach nein, das machen ja die Fachkräfte im Handwerk, von denen wird es aber immer weniger geben.

  19. 13.

    Ja, Zuwanderung von Fachkräften ist notwendig, nicht aber Zuwanderung in die Sozialsysteme. Zur Info: Ich komme NICHT AUS DER RECHTEN ECKE!

  20. 12.

    Leider hat das BAMF ausgebildete Migranten mit Duldung abgeschoben. Da habe ich mich gefragt, gehört diese Bundesbehörden eigentlich zu Deutschland? Pflegekräfte bzw. Helfer und Handwerker wurden hier umsonst ausgebildet.

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