Kosten für Wohnungsbau in Berlin - Geht bauen, bauen, bauen nur noch teuer, teuer, teuer?

Do 17.02.22 | 07:33 Uhr | Von Thorsten Gabriel
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In Berlin wird nach wie vor kräftig gebaut. (Quelle: Sabine Gudath via www.imago-images.de)
Video: rbb|24 | 16.02.2022 | Material: Abendschau | Bild: Sabine Gudath via www.imago-images.de

Bauen ist so teuer wie nie. Trotzdem sollen in Berlin weiter Wohnungen entstehen, die für viele erschwinglich sind. Die Parteien setzen in der Krise auf bewährte Rezepte – doch helfen die noch weiter? Von Thorsten Gabriel

Wer ein Gefühl für die Probleme beim Wohnungsbau bekommen will, muss nur beim Baumarkt um die Ecke vorbeischauen und nach Holzlatten fragen. Oder versuchen, einen Klempner zu beauftragen. Gefühlt mangelt es an allem: an Rohstoffen, Lieferlogistik und Fachpersonal.

Zum Gefühl hat das Statistische Bundesamt jetzt die passenden Zahlen geliefert [destatis.de]. Der Preis für Konstruktionsvollholz etwa stieg 2021 im Vergleich zum Vorjahr um satte 77,3 Prozent. Dachlatten kletterten um 65,1 Prozent und sogar die aus Sägespänen zusammengefegten Spanplatten verteuerten sich um 23 Prozent. Auch beim Stahl sieht es kaum besser aus, bei den Energiepreisen ebenso wenig.

Das hat Folgen für den Wohnungsbau insgesamt in Deutschland, aber ganz besonders für Berlin, wo nicht nur viel, sondern vor allem auch viel preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden soll. Die Stadt hat zu wenige Sozialwohnungen für die mehr als 700.000 anspruchsberechtigten Haushalte [ibb.de]. Gerade erst zeigte eine rbb-Recherche, dass ärmere Menschen in den vergangenen Jahren zunehmend an den Stadtrand verdrängt wurden. Aber auch viele Singles und Familien mit gutem Einkommen finden kaum noch bezahlbare Wohnungen.

Eine Palette überwiegend altbekannter Maßnahmen

Wie aber können angesichts der Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt weiterhin günstige Wohnungen entstehen? Hört man sich unter den baupolitischen Fachleuten im Abgeordnetenhaus um, bekommt man die gesamte Palette altbekannter Maßnahmen präsentiert: von Entbürokratisierung über Förderprogramme bis hin zu einem restriktiveren Umgang mit Investoren.

Einzig die AfD schert hier aus. Deren baupolitischer Sprecher, Harald Laatsch, erwidert auf die Frage, was die Politik für kostengünstiges Bauen tun könne nur: "Wenn ich die Rezepte hätte, würde ich da gerne was zu sagen. Ich sehe nicht, dass wir irgendeinen Einfluss auf die Marktpreise haben." Fördergeld aus dem Haushalt zu investieren, ist aus seiner Sicht verschenkt. Es treibe nur die Preise weiter nach oben.

Vier Ansätze

Im Kern kristallisieren sich bei den Parteien vier Ansätze heraus, von denen sie sich versprechen, dass sie kostengünstiges Bauen noch immer ermöglichen:

Bauen im Bestand und auf landeseigenen Grundstücken

Weniger Bürokratie und gesetzliche Vorgaben

ein Mix aus Fördern und Fordern gegenüber privaten Bauherren

Stärkung der regionalen Holzwirtschaft

Im Groben kann man diese vier Punkte als Konsens unter den Parteien ansehen – nur setzt jede dabei eigene Schwerpunkte. Welches Potenzial also steckt in diesen Ansätzen?

Bauen im Bestand und auf landeseigenen Grundstücken

Auf landeseigenen Flächen sieht vor allem die SPD noch großes Potenzial. "Wir haben insgesamt noch eine Menge an landeseigenen Grundstücken, wo wir günstiges Bauen ermöglichen können, wo also der Grund und Boden dem Land Berlin gehört", sagt die Bauexpertin der SPD-Fraktion, Melanie Kühnemann-Grunow. Das Einsparpotenzial liegt auf der Hand: Grundstückskosten, die in den vergangenen Jahren zunehmend ein Faktor in den Gesamtrechnungen geworden sind, schlagen hier nicht zu Buche.

Diese Flächen seien in erster Linie für die landeseigenen Unternehmen interessant, sagt Kühnemann-Grunow – und benennt damit auch gleichzeitig einen limitierenden Faktor: Denn die städtischen Wohnungsunternehmen blieben zuletzt mit ihren Neubauzahlen hinter den Erwartungen zurück. Immer wieder gibt es Stimmen, die davor warnen, die Unternehmen würden vom Staat überfordert: Sie sollen günstig bauen, sozialverträglich sanieren und gleichzeitig zurückhaltend mit Mieterhöhungen sein. Ein bisschen ist es die Quadratur des Kreises.

Gleichzeitig ist das Land – aus leidvoller Erfahrung, etwa bei Grundstücken am Spreeufer – davon abgerückt, landeseigene Grundstücke an Private zu verkaufen. Allenfalls Erbpacht ist in den meisten Fällen möglich. Hier sehen viele eine Chance für die Genossenschaften, die seit Jahren beklagen, dass sie vom Land nur wenige attraktive Grundstücke angeboten bekämen. "Die Genossenschaften wären stärker, als sie es bisher getan haben, in der Lage zu bauen", sagt der Bauexperte der Linksfraktion, Niklas Schenker. "Hier kommt es sicher darauf an, nochmal stärker in den Dialog zu treten." Doch das Verhältnis zwischen Land und Genossenschaften hat in den vergangenen Jahren unter einer von den Linken geführten Stadtentwicklungsverwaltung viele Kratzer bekommen und will erstmal wieder gekittet werden.

Die CDU stellt das Bauen im Bestand ganz nach vorn, um Kosten zu sparen. "Das sind Dachgeschosse und die ganzen Discounter, die man überbauen kann", sagt der baupolitische Sprecher der Fraktion, Dirk Stettner. "Zusammengefasst ist das ein Potenzial von 100.000 Wohnungen." Wobei zumindest Dachgeschosse gemeinhin nicht als Synonym für günstigen Wohnraum gelten. Das räumt auch Stettner ein. Er hält aber dagegen: "Wenn man im Dachgeschoss Wohnungen schafft, ziehen da Menschen rein, die woanders ausziehen." Dass freiwerdender Wohnraum im Bestand allerdings meist auch nicht günstig wiedervermietet wird, steht auf einem anderen Blatt.

Wenn man im Dachgeschoss Wohnungen schafft, ziehen da Menschen rein, die woanders ausziehen.

Dirk Stettner (CDU)

Weniger Bürokratie und gesetzliche Vorgaben

An der Bauordnung wollen im Grunde alle Parteien schrauben – nur an unterschiedlichen Stellen. Mehr den Bauherren selbst überlassen, lautet etwa die Maxime der FDP. "Es ist aus unserer Sicht nicht Aufgabe der Bauordnung, vorzuschreiben, dass ab einer gewissen Geschosshöhe ein Fahrstuhl angebaut werden oder es intensive Dachbegrünung oder Solaranlagen geben muss", sagt der baupolitische Sprecher der Fraktion, Stefan Förster.

Die CDU findet die Vorgaben zum barrierefreien Bauen zu strikt. "Wenn es heißt, wir müssen 50 Prozent allen neuen Wohnraums barrierefrei gestalten, dann heißt das: für 100 Prozent der Mieter steigt die Miete", argumentiert der CDU-Abgeordnete Stettner. "Das müssen wir uns gut überlegen, ob die 50 Prozent auch wirklich notwendig sind. Aus Sicht der CDU sind sie es nicht. Da wollen wir lieber keine Erhöhung für alle Mieter haben."

Der Bauexperte der Grünen-Fraktion, Andreas Otto, sieht dagegen beim Thema Schallschutz zu viel des Guten in der Bauordnung. "Wir machen einen großen Aufwand beim Schallschutz, den man vor 20, 30 Jahren nicht betrieben hat. Da ist die Frage: Muss es so still sein in einer Wohnung, dass einen dann wiederum ein tropfender Wasserhahn schon zum Wahnsinn treibt, oder kann man ein paar Außengeräusche ertragen?"

Stellt sich angesichts dieser Beispiele die Frage, was solche Deregulierung am Ende wirklich sparen würde. In Nordrhein-Westfalen hätten sich die Baukosten Dank einer "entschlackten" Bauordnung um eine dreistellige Summe pro Quadratmeter reduziert, sagt der FDP-Abgeordnete Förster. Wobei er mit Blick auf Berlin einschränkt: "Wenn wir bei Quadratmeterpreisen im Neubau von sechs- bis achttausend Euro sind, dann ist das vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Muss es so still sein in einer Wohnung, dass einen dann ein tropfender Wasserhahn schon zum Wahnsinn treibt?

Andreas Otto (Grüne)

Was das Bauen verlangsamt

Neben der Bauordnung gibt es allerdings noch andere, kleinere Hürden, die das Bauen verlangsamen oder teurer machen. Ein Beispiel, das fast aus allen Parteien dabei genannt wird: die Genehmigung einer Baustelleneinrichtung. "Wenn ich für eine Baustelleneinrichtung zum Teil über ein Jahr warten muss, kann der Bauherr da nicht bauen. Das muss man beschleunigen", sagt Dirk Stettner von der CDU.

Und sein Fachkollege von den Linken, Niklas Schenker, pflichtet ihm bei: "Es sind tatsächlich manchmal auch ganz einfache Dinge wie eine Genehmigungsfiktion bei Baustelleneinrichtungen, die schon ein halbes Jahr Zeit sparen können und so helfen, ein Bauvorhaben schneller fertigzustellen." Genehmigungsfiktion bedeutet: Bekommt der Antragssteller nach einer bestimmten Frist keine Antwort vom Amt, gilt sein Antrag als bewilligt. Genau dies hat sich Rot-Grün-Rot auch in den Koalitionsvertrag geschrieben.

Ein Mix aus Fördern und Fordern gegenüber privaten Bauherren

Sozialwohnungen werden mit Hilfe von staatlichen Förderprogrammen errichtet. Das Prinzip ist einfach: Land oder Bund gewähren Darlehen oder Zuschüsse und im Gegenzug verpflichten sich Investoren, einen bestimmten Anteil an Wohnungen für einen festgelegten Zeitraum zu günstigen Preisen zu vermieten, im Regelfall ab 6,50 Euro.

Das Problem allerdings: Private Wohnungsbaufirmen haben solche Förderprogramme in den vergangenen Jahren fast nicht genutzt. Wegen der niedrigen Zinsen ist es für sie attraktiver, sich am Kapitalmarkt Geld zu beschaffen statt vom Staat unter Auflagen. "Wir hatten Fördermittel für circa 300.000 Wohnungen bereitgestellt, davon sind tausend abgerufen worden", bilanziert SPD-Fachfrau Kühnemann-Gronow die zurückliegenden Jahre. Sie konstatiert: "Sozialwohnungen zu bauen, war einfach nicht attraktiv."

"Sicherlich muss man da nochmal dran drehen, dass es auch für private Unternehmen attraktiver wird, die Wohnungsbauförderung anzunehmen", sagt deshalb Linken-Bauexperte Schenker. Er verweist aber auch auf das Berliner "Modell der kooperativen Baulandentwicklung", bei dem Investoren, wenn sie Baurecht erhalten wollen, 30 Prozent Sozialwohnungen zur Vorgabe gemacht werden. In München sei diese Quote gerade auf 60 Prozent erhöht worden, gibt Schenker zu bedenken. Außerdem habe sich die Koalition darauf verständigt, mit sogenannten "sektoralen Bebauungsplänen" privaten Bauherren schon bei kleineren Bauvorhaben Vorgaben zu machen.

Dass es unter dem Strich dieser Mix aus mehr Fördern und mehr Fordern sein dürfte, der größeren Erfolg verspricht, bekommt man hinter vorgehaltener Hand auch aus der Wohnungswirtschaft zu hören. Nur auf Freiwilligkeit zu setzen und darauf zu hoffen, dass Förderprogramme angenommen werden, dürfte nicht reichen.

Gerade der Soziale Wohnungsbau alter West-Berliner Prägung hat zu sehr vielen Fehlanreizen geführt.

Stefan Förster (FDP)

Gerade deshalb ruhen die Hoffnungen von Melanie Kühnemann-Grunow auf dem Wohnungsbündnis, das die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey zusammengetrommelt hat: "Ich glaube, gerade dafür ist der runde Tisch eben auch da. Auf der einen Seite können wir Gelder im Haushalt bereitstellen. Auf der anderen Seite müssen wir trotzdem Forderungen stellen. Unabhängig davon, dass die Regierende Bürgermeisterin natürlich der Bauwirtschaft ein Stück weit den roten Teppich ausbreitet. Wir wissen, dass wir es nur Hand in Hand schaffen."

Die FDP sieht zwar auch die Notwendigkeit, zu fördern – würde das System aber lieber auf den Kopf stellen, wenn man so will: "Gerade der Soziale Wohnungsbau alter West-Berliner Prägung hat zu sehr vielen Fehlanreizen geführt", sagt Stefan Förster. "Die FDP-Fraktion ist deshalb dafür, dass wir statt einer Objekt- eine Subjektförderung betreiben." Das bedeutet: Nicht die Unternehmen erhalten Geld für den Bau von Sozialwohnungen, sondern die Mieterinnen und Mieter, die sich ihre Miete nicht leisten könnten. Sozialwohnungsbau sieht er vor allem als Aufgabe der landeseigenen Gesellschaften und nicht von Privaten: "In erster Linie müssen das die städtischen Gesellschaften leisten, dafür sind sie da, dass sie im Neubau 50 Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen anbieten. Das ist auch richtig so."

Stärkung der regionalen Holzwirtschaft

Ein Ansatz, den die Politik schon vor einigen Jahren in den Blick genommen hat, ist das Bauen mit Holz. Angesichts der drastisch gestiegenen Holzpreise erscheint es auf den ersten Blick widersinnig, gerade hier Kostensenkungspotenzial zu sehen. Doch der Grüne Andreas Otto verweist darauf, dass nicht der Rohstoff das Produkt verteuert.

"Die Eigentümer der Wälder bekommen gar nicht so viel für ihr Holz. Die, die daran verdienen, sind die mit den Sägewerken, die das Holz zuschneiden und vermarkten." Deshalb müsse man vor allem sicherstellen, dass Berlin künftig genug Sägewerkskapazitäten hat, um das Holz aus den Wäldern in der Region hier selbst zu verarbeiten. "Bisher ist es so, dass sehr viel Holz von hier verkauft wird, auch ins Ausland. Dass wir Holz nach Kanada und Amerika verkaufen, wo die selbst doch sehr viel Holz dort haben, ist nicht sinnvoll."

Wir haben mit den Berliner Forsten eine wirklich gute Holzwirtschaft.

Melanie Kühnemann-Grunow (SPD)

Gerade das neue Schumacher Quartier am stillgelegten Flughafen Tegel soll hier ein Holzbau-Vorzeigeprojekt werden. "Wir haben mit den Berliner Forsten und mit den Stadtgütern, die wir teilweise auch in Brandenburg haben, eine wirklich gute Holzwirtschaft, die uns auch rückgekoppelt hat, dass sie da Möglichkeiten sieht", sagt Melanie Kühnemann-Grunow von der SPD.

Das Thema Holzbau will die Koalition in den nächsten zwei Jahren forcieren. "Bauhütte 4.0" heißt das Projekt, das wissenschaftlich von der Technischen Universität Berlin und dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik begleitet wird [schumacher-quartier.de]. Auch CDU und FDP sehen im Holzbau ein großes Zukunftsthema mit viel Potenzial, nicht zuletzt für den Klimaschutz.

Sendung: Abendschau, 16.02.2022, 19:30 Uhr

Beitrag von Thorsten Gabriel

68 Kommentare

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  1. 68.

    Ich würde sagen Sie verkennen das Problem. Weil die Stadt/Land Berlin den grundgesetzlichen Anspruch auf freie Wahl des Wohnortes nicht erfüllt bzw. verschläft, schlagen Sie vor dass Berliner eine gesonderte Behandlung verdienen. Hat Berlin einen besonderen Status im Grundgesetz? GG Artikel 3 ?
    Das Problem sind nicht die Zuziehenden sondern diejenigen in Berlin die es nicht auf die Reihe bekommen ausreichend Wohnraum sozialgerecht zur Verfügung zu stellen, obwohl Sie selbst davon träumen Berlin wieder zur Weltstadt wachsen zu lassen. Da muss man eben etwas für tun. Das kommt nicht von allein. Die zugezogene OB macht es zumindest zur Chefsache, erster richtiger Schritt.
    Wenn die Berliner das so nicht wollen, haben sie alle 5 Jahre die Wahl. Wenn es zu wenige nicht so wollen, Pech gehabt.

  2. 67.

    Die Latrinenparolen mit abstrusen Hinweisen zur DDR zu verteidigen macht es nicht wirklich besser, im Gegenteil. Zumal man in der DDR die richtige Gesinnung brauchte und nicht etwa Wissen oder Fähigkeiten um z.B. studieren zu können.

    Ihre Beleidigung zum Schluß auch nicht. Wenn hier einer kaspert, dann sind das nachweislich sie.

  3. 66.

    Hat alles seinen Hintergrund. Bin ja ehem. DDR-Bürger und erinnerte mich an Dinge, die hier Realität waren. über alles regierten ja Parteikader. Wenn da einer mal nicht so spurte wie es die "Parteimoral" forderte gab es ein Parteiverfahren und das endete meist mit einem längeren Einsatz in der " sozialistischen Produktion". Verstanden ? Nun erfahren wir ja immer wieder, dass Parteimitglieder ohne besonderen Abschluss einen Schnellstart in die höhere Ebene machen. Ich denke jetzt mal an den Kühnert ( SPD ). Eine "Arbeiterpartei" vom Ansatz her. Hätte der nun einen Handwerksberuf o.ä. und dann noch ein abgeschlossenes Studium könnte der ein festes Fundament nachweisen. Es gab derartige Politiker, die hatten auch Charakter. nun dürfen Sie weiter kaspern.

  4. 65.

    "Warum sollte ein Berliner mehr Anrecht auf Wohnraum in Berlin haben als ein anderer Deutscher?"

    Weil es bei extremer Wohnungsknappheit nun mal nur bedeuten kann, dass zahlreiche Ortsansässige das Weite suchen müssen, wenn sie aufgrund explodierender Mieten für die Ortsfremden, die sich die Wohnungen aufgrund einer besseren Einkommenssituation leisten können, Platz machen müssen. Das bedeutet Verteibung/Verdrängung. Ich wüsste nicht, was daran gerecht sein soll und auch nicht, wie das mit dem Grundgesetz vereinbar sein könnte.

    Ist Ihnen denn diese ganze Thematik des riesigen sozialen Problems der Mietenexplosion und Mieterverdrängung in den Ballungszentren, aus der auch die Vergesellschaftungsinitaitive erwuchs, völlig entgangen?

  5. 64.

    "Berufspraktikum in der Produktion für alle Politikstudenten ehe die Unheil anrichten."

    Gratuliere! Auf eine so dämliche Latrinenparole mit einer noch dümmeren Latrinenparole zu antworten, das macht ihnen so schnell keiner nach!

  6. 63.

    Große Güte, wo haben Sie denn das her? Glauben Sie wirklich eine Genossenschaft ist mit einem zu 0 - Geschäft zufrieden. Weiterhin gute Träume....

  7. 62.

    Auch hier im Ort gibt es eine derartige Genossenschaft ( früher AWG ). Auffallend sind die wenigen Mitarbeiter in der Verwaltung. Die Gebäude sind alle modernisiert und das neueste ein Hingucker - ringsum alles sauber gepflegt. Auch in Strausberg findet man ähnliches. Bemühen Sie sich doch mal..

  8. 61.

    Wien ist ein Beispiel wie Genossenschaften helfen. Genossenschaften wären die Lösung für viele unserer Mietprobleme. Sie arbeiten nicht gewinnorientiert und müssen Einnahmen komplett wieder in den Bestand stecken. In der Genossenschaft in der ich lebe liegt die Miete im Schnitt bei 6,80 Euro/m2. Selbst im Neubau liegt man mit 9,80 unter dem was man sonst so zahlt. Leider haben Genossenschaften keine Lobby in der Politik und die Politik weiß oft gar nicht dass sie anders funktionieren.

  9. 60.

    Hallo Elias,
    das was Sie beschreiben ist nicht vergleichbar. In einem Stadion gelten bspw. Brandschutzbestimmungen, statische Vorgaben (wie viele Personen tragen die Tribünen?) und das Hausrecht des Eigentümers (wie viele Tickets verkaufe ich?). Das kann man so nicht auf eine Stadt beziehen. Hinzu kommt, dass es verfassungsrechtlich nicht möglich ist, personen aufgrund ihrer Herkunft (Berliner vs. Nicht-Berliner)in der von Ihnen geforderten Form zu diskreminieren. Das ist übrigens bspw. auch bei Studienplätzen nicht zulässig.

    Im Übrigen möchte ich auch Ihrer Moralauffassung widersprechen. Die Zuteilung aufgrund der Herkunft ist nicht sozialer als eine Zuteilung anhand der Zahlungskraft. Im Gegenteil kann man das eigene Einkommen leichter beeinflussen als die eigene Herkunft. Warum sollte ein Berliner mehr Anrecht auf Wohnraum in Berlin haben als ein anderer Deutscher? Bei Ihrer Forderung würde Berlin auch als Wirtschaftsstandort unattraktiver und dadurch die Einkommen sinken.

  10. 59.

    Auf jeden Fall profitieren die Mieter, weil man das will ! Auch diese Wohngebiete mussten erst erbaut werden!

  11. 58.

    Ist Wien das Beispiel für günstiges Bauen? Oder eher das Beispiel für günstiges Wohnen?

  12. 57.

    Da ist was dran: Die reden grün aber meiden die schaffende Tätigkeit auf dem Bau. Die halten sich gar für die Retter der Menschheit. Berufspraktikum in der Produktion für alle Politikstudenten ehe die Unheil anrichten.

  13. 56.

    Sie verkennen vieles. Wohne selbst gerade außerhalb. Zu DDR-Zeiten war es extrem schick in Ostberlin zu wohnen. Möglichst Neubau; bis zur Hochhausplatte. Man arbeitete ( war beschäftigt ) irgendwo aber man hatte eine Kaufhalle und Kinderunterbringung in der Nähe. Es gab eindeutig Zuzugsbegrenzung und das war wiederum richtig. Heute will man zahlungskräftige Leute anlocken egal was die von Beruf sind. Es gibt ja Brandenburger, Polen und Ukrainer. Kapitalismus kann sehr brutal sein.

  14. 55.

    Bauen ist und wird noch teurer wegen der Grünen

  15. 54.

    Na z.B. die(schöne Welt-)Stadt Wien! Aber man hat damit auch schon viel eher angefangen als unsere Diskussionen. Wir haben in der Region auch Wohnungsbaugenossenschaften, die am Ende des 19. Jh. gegründet wurden u.eigentlich auch sehr erfolgreich sind. Und es scheint mir wirklich ein gutes Modell zu sein. Der Deutschlandfunk hat seiner Zeit darüber berichtet. Wir hier neigen ganz stark dazu, alles zu zerreden, denn das Recht (!) und die Freiheit (!) stehen auf --unserer --- welcher Seite? möchte man eigtl. fragen. Bei mir in der Nähe stehen auch vermutlich große Wohnungen leer. Wer kann sie bezahlen? Das ist die Frage. Ich habe zwar das Enteignungsvorhaben in Berlin nicht unterschrieben, weil ich derzeit keine Basis für eine Umsetzung sehe. Aber D muss sich ernsthafter um seine Bürger bemühen. Es ist mit der Gerechtigkeit vieles in Schieflage geraten. Bundesweite Lösungen müssen her! Nun nicht noch weit.20 Jahre diskutieren, sondern die demographischen Berechnungen ernst nehmen.

  16. 53.

    Die Politik macht doch das Bauen auch teuer mit ihren Vorschriften, Auflagen und Abgaben. Ich verstehe nicht, dass gerade die öffentlichen Gesellschaften klagen, bekommen sie doch kostenlose oder vergünstigte Grundstücke, die privaten aber nicht. Na klar sind dann private Wohnungen teurer als diese tot subventionierten öffentlichen. Aber Mathematik scheint ja in diesem Senat nicht gerade anerkannt zu sein.

  17. 52.

    Na z.B. die(schöne Welt-)Stadt Wien! Aber man hat damit auch schon viel eher angefangen als unsere Diskussionen. Wir haben in der Region auch Wohnungsbaugenossenschaften, die am Ende des 19. Jh. gegründet wurden u.eigentlich auch sehr erfolgreich sind. Und es scheint mir wirklich ein gutes Modell zu sein. Der Deutschlandfunk hat seiner Zeit darüber berichtet. Wir hier neigen ganz stark dazu, alles zu zerreden, denn das Recht (!) und die Freiheit (!) stehen auf --unserer --- welcher Seite? möchte man eigtl. fragen. Bei mir in der Nähe stehen auch vermutlich große Wohnungen leer. Wer kann sie bezahlen? Das ist die Frage. Ich habe zwar das Enteignungsvorhaben in Berlin nicht unterschrieben, weil ich derzeit keine Basis für eine Umsetzung sehe. Aber D muss sich ernsthafter um seine Bürger bemühen. Es ist mit der Gerechtigkeit vieles in Schieflage geraten. Bundesweite Lösungen müssen her! Nun nicht noch weit.20 Jahre diskutieren, sondern die demographischen Berechnungen ernst nehmen.

  18. 51.

    Zweitens mir persönlich ist die Lage in Berlin Wurscht. Das Kapitel hab ich vor Jahren abgeschlossen und bin jedesmal froh wenn ich die Ortseingansschilder von Berlin im Rückspiegel sehe oder in den Bahnhof Erkner von Berlin einfahre.
    Na gut in Köpenick oder Friedrichshagen würde ich vielleicht sogar mal übernachten um zu sehen ob es noch wie vor 20 Jahren ist.
    Warum sollte ich mir also diesbezüglich aus dem GG etwas raussuchen was mir passt?
    Wenn Menschen nach Berlin ziehen wollen gibt es kein Gesetz, was sie davon abhalten kann, auch wenn ich die Motivation persönlich nicht nachvollziehen kann. Zum Studieren vielleicht noch aber sonst? Also muss Berlin die Probleme lösen oder damit leben, dass die Leute ganz schnell wieder verschwinden, weil sie merken was für eine Blase der Hype um diese Stadt ist.

  19. 50.

    Genau die von Ihnen genannten Gruppen meine ich nicht. Das sind eben die Personen die das Gemeinwesen tragen und gefördert werden sollten. Und eben nicht diejenigen, die sich teils in dritter Generation allimentieren lassen. Per se nettes populistisches Beispiel mit Brokern in Berlin. Ich bin jedenfalls stolz darauf, dass wirtschaftlich endlich etwas vorwärts geht und Menschen aus verschiedensten Ländern hier ihren Beitrag leisten. Da weine ich verdrängtem Kreuzkölner Sozialadel nicht hinterher.

  20. 49.

    Lieber Adrian, damit liegst du leider falsch. Genossenschaften sind gerade keine Privatunternehmen. Den Mietern gehört durch ihre Anteile der Wohnungsbestand. Und es ist einfach nicht möglich, dass eine Genossenschaft nach Ende der Erbpacht den Nutzer vor die Tür setzt bzw. er sein Dauernutzungsrecht verliert. Genossenschaften sind Gemeinschaftsbesitz der Mitglieder und Genossenschaften sind per Satzung verpflichtet Wohnraum für die Mitglieder zu stellen. Da gibt es kein Ablaufdatum.

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