Interkontinentalflüge am BER - Neustart für die Direktverbindung Berlin - New York

Mo 28.03.22 | 06:05 Uhr | Von Thomas Rautenberg
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Ein Passagierflugzeug der United Airlines wartet am Hauptstadtflughafen BER auf seinen Start zum Erstflug vom BER zum New Yorker Flughafen Newark. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: Abendschau | 28.03.2022 | Holger Brandenbusch | Bild: dpa/Bernd Settnik

Pünktlich mit dem neuen Sommerflugplan fliegt United Airlines wieder Nonstop zwischen Berlin und New York hin und her. Insgesamt hinkt der BER seinen internationalen Ansprüchen aber hinterher. Von Thomas Rautenberg

Interkontinental-Verbindungen gehören für jeden Hauptstadtflughafen dieser Welt zum Alltagsgeschäft. Nicht so am BER, wo sich die Interkontinentalflüge noch an einer Hand abzählen lassen.

Insofern ist die Rückkehr von United Airlines mit ihrem Direktflugangebot zwischen Berlin und New York schon etwas Besonderes, nämlich nur ein erster Schritt in Richtung Normalität, sagt Flughafenchefin Aletta von Massenbach. Sie freue sich natürlich, dass United Airlines den Mut in diesen volatilen Zeiten aufbringe, diese Strecke wieder aufzumachen. Aber eine Direktverbindung zwischen Berlin und New York "ist doch normal, einfach nur normal".

Verbindungen müssen sich rechnen

Zwischen der EU und den USA ist ein so genannter "Open sky" vereinbart. Danach kann jede Airline völlig selbstständig über die Aufnahme neuer Flugverbindungen entscheiden. Doch die tun sich schwer zusätzliche Strecken in ihr Programm aufzunehmen, sagt von Massenbach. "Die Fluggesellschaften machen das nur, wenn es ausreichend Nachfrage gibt. Und zwar in beide Richtungen, hin und zurück. Allein das Interesse der Menschen, Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen im Großraum Berlin an einer Direktverbindung in die USA würde also nicht reichen".

Damit es sich für die Airline lohnt, muss es mindestens vier wöchentliche Verbindungen zwischen den Städten geben, bei einer rechnerischen Auslastung von je rund 300 Passagieren pro Maschine.

Andere Interkontinentalverbindungen sind limitiert

Bei anderen Strecken, wie nach Asien oder in die arabischen Staaten kommt noch eine wesentliche Hürde dazu: Der Luftverkehr ist streng geregelt, die Zahl der Verbindungen pro Land limitiert. Weil das geteilte Berlin damals von deutschen Airlines, wie der Lufthansa, nicht angeflogen werden durfte, wurden die Start- und Landerechte für Interkontinentalflüge auf andere Airports, wie Frankfurt, München oder Düsseldorf verteilt. Und dort sind sie heute noch - zum Leidwesen des Hauptstadt-Airports.

Das Bundesverkehrsministerium könnte nun über zusätzliche Slots auch für Berlin verhandeln, vorausgesetzt natürlich, es gibt auch den zusätzlichen Bedarf und Airlines, die den Verkehr aufnehmen wollen. Die staatliche Airline Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten würde offenbar gern den BER anfliegen. Eine verträgliche Genehmigung gibt es dafür bislang nicht. Stattdessen hat die lettische Smart Lynx die Direktverbindung zwischen Berlin und Dubai übernommen.

Status Quo wieder herstellen

Am BER wird man also erstmal kleinere Brötchen backen müssen. Ziel ist es zunächst, die durch Corona gekappten Interkontinental-Verbindungen wieder herzustellen, erklärt von Massenbach. Dazu sei sie mit den Fluggesellschaften im Gespräch.

"Während der gesamten Zeit der Pandemie haben wir den engen Kontakt zu den Fluggesellschaften gehalten, die früher Tegel angeflogen sind. Die kennen den Markt. Die wissen auch, wie es funktioniert. Und für diese Airlines ist es einfacher, sich wieder für Berlin zu entscheiden."

Mehr Direktverbindungen sollen kommen

Doha, Dubai, Singapore und ab heute New York werden vom BER schon jetzt direkt angeflogen. Ursprünglich wollte United Airlines ab Mai diesen Jahres auch Washington DC als Direktverbindung in den Flugplan aufnehmen. Dieses Vorhaben wurde jedoch um ein Jahr verschoben wegen der unsicheren Reisesituation in Coronazeiten.

Peking, Toronto, Boston, Philadelphia und Ulan Bator in der Mongolei könnten in absehbarer Zeit als weitere Interkontinental-Ziele dazu kommen. Vorausgesetzt natürlich, die Airlines werden ein entsprechendes Angebot unterbreiten.

Neue Direktverbindung Berlin - New York (Quelle: MapTiler/OpenStreetMap contributors)

Sendung: 28.03.2022, rbb 88,8, 6:00 Uhr

Beitrag von Thomas Rautenberg

31 Kommentare

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  1. 31.

    Also eine Hauptstadt mit 3,5 Mio Einwohner im Zentrum Europas benötigt dringend ein Drehkreuz.
    Zumal man eine Vielzahl an Gabel- und Zubringerflügen damit/einsparen einsparen könnte.

  2. 30.

    Immer wieder die gleiche Leier der ewig Gestrigen . Also ich brauche weder 2 noch3 Stunden zum BER von der City West aus und nutze den ÖPNV denn da gib es keinen Stau und wenn Ihnen das so viel Schwierigkeiten bereitet sollten Sie vielleicht überlegen ob fliegen in der heutigen Zeit wirklich notwendig und wichtig für Sie ist .

  3. 29.

    Hätte man vor Baubeginn mit den Airlines gesprochen, dann wäre bekannt gewesen, dass kein weiteres deutsches Drehkreuz benötigt wird.

    Ebenso hat man sich mit vielen LowCostCarriern verzankt, ohne zu bedenken, dass die die Passagiere bringen.

  4. 28.

    Gatow war bis auf eine kurze Episode in der Nachkriegszeit immer nur Militärflugplatz, und Johannisthal war eher ein Ort der Flugpioniere. :) Ansonsten gab es noch Staaken wo u.a. die Zeppeline landeten, und Otto Lilienthals Fliegerberg in Lichterfelde.

  5. 27.

    Es ist so traurig, dass wir einen so dermaßen teueren Flughafen ins JDW gebaut haben und es praktisch keine Nonstop Verbindungen in alle Welt gibt, jedes Mal muss man in FRA, MUC oder LHR umsteigen.

    Wenn man wenigstens - wie früher - innerhalb kürzester Zeit am Flughafen TXL wäre, dann wär das ja nicht so schlimm.
    Aber allein die abenteuerliche Fahrt von der City West in die Pampa von Brandenburg, die irgendwas zwischen einer und drei Stunden beträgt (wenn sich mal wieder Leute auf die Autobahnauffahrt kleben), vermiest mir jede Lust auf eine Flugreise.

  6. 24.

    Na dann bitte schön auch noch Gatow oder haben wir jetzt noch einen der EX Flughäfen in Berlin vergessen ??

  7. 22.

    Ich höre jetzt schon den Alarm der Vielflieger. Egal.
    Fliegen ist das Einzige, was bei Grün pp. durchgeht. Mittlerweile ist der Fluglärm derart hoch, seit alles Vorhandene an Möglichkeiten genutzt wird, dass man fragen darf, ist das zeitgemäß? Erst vor Tagen erlebt, eine Maschine vor und eine hinter uns im Anflug. Und der Kfz. -Verkehr wird ebenfalls randlich zum BER an der Haustür vorbeigefahren, vorher BAB. Nach Schadstoffbelastungen zu Land und Luft fragen, ist bei Ökos nicht inbegriffen

  8. 21.

    Hoffentlich folgen noch viele weitere Airlines diesem guten Vorbild. Berlin eignet sich super als Luftverkehrsdrehkreuz in Ost-West-Achse.

  9. 19.

    So lange Schwedt und Leuna, Rohöl aus Russland bekommt, gibt es in Berlin/Brandenburg nur fossile Brennstoffe aus Russland.

  10. 16.

    "Hier hatte es die Politik versäumt schnell zu handeln." Das stimmt nicht. Die politische Initiative für einen neuen Flughafen begannen schon 1990 von Momper und Schwierzina, noch vor der offiziellen Einheit. Die haben schon richtig gehandelt. Es wurde von den Nachfolgern dann aber bekanntlich vergeigt.

    "Dabei hatten Lufthansa und Interflug früh auf einen Großflughafen gedrängt. " Air Berlin wäre der Wunschkandidat für den Hub gewesen. Die sind aber (zumindest auch) Opfer der Politik geworden.

  11. 15.

    Ich war noch niemals in New York.....
    ( Ich muss da auch nicht unbedingt hin )

  12. 14.

    Wenn dem Bund als Miteigentümer des BER etwas an einer positiven Entwicklung liegt, dann sollte er schleunigst Landerechte für Emirates erlauben. Das wäre nicht nur für die Hauptstadtregion, sondern für Ostdeutschland insgesamt wichtig!

  13. 13.

    Der Flughafen Newark Liberty International ist ein internationaler Verkehrsflughafen im US-Bundesstaat New Jersey. Er liegt 17 Kilometer südwestlich von New York City zwischen Newark und Elizabeth und wird von der Port Authority of New York and New Jersey betrieben.
    Ich würde sagen das kann man ganz entspannt als Verbindung zwischen Berlin und New York sehen. Da brauch nichts medienwirksam verkauft werden.

  14. 12.

    Die fliegen doch nicht mit Kerosin aus russischem Öl.

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