Zum 1. Mai - Gasag erhöht Gastarife für Bestandskunden in Berlin deutlich

Mo 07.03.22 | 21:25 Uhr
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GASAG-Zentrale in Berlin (Quelle: dpa/Joko)
Video: Abendschau | 07.03.2022 | Carla Spangenberg | Bild: dpa/Joko

Um 70 Prozent stiegen zuletzt bundesweit die Gaspreise für Verbraucher. Auch die Altkunden der Gasag in Berlin sollen nun mehr fürs Gas bezahlen. Die Preise sollen so den Tarifen der Neukunden angeglichen werden, wie es heißt.

Ein Großteil der Kunden des Berliner Grundversorgers Gasag muss ab dem 1. Mai mit höheren Kosten für die Gasversorgung rechnen. Wie das Berliner Unternehmen am Montag mitteilte, wird dann für Bestandskunden in der Grundversorgung der Arbeitspreis um etwa 2,46 Cent pro Kilowattstunde erhöht.

Laut Gasag zahlen Kunden mit einem Verbrauch von 12.000 Kilowattstunden im Jahr für eine durchschnittliche Berliner Wohnungsgröße dann knapp 119 Euro im Monat und damit 24,50 Euro mehr als bisher. Für ein Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr ergebe sich ein monatlicher Mehrpreis von rund 41 Euro.

Preiserhöhung wird mit gestiegenen Gaspreisen begründet

Der Vertriebsvorstand Matthias Trunk sagte der rbb-Abendschau, Preissteigerungen in dieser Größenordnung habe es bei der Gasag bislang noch nicht gegeben, sie lägen bei 26 Prozent. In Berlin seien davon rund 200.000 Kunden betroffen.

Das Unternehmen begründet die Anhebung vor allem mit den stark gestiegenen Großhandelspreisen für Erdgas. Schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine hätten die Preissteigerungen bei 500 Prozent gelegen, seit Beginn des Krieges habe sich diese Entwicklung noch einmal verstärkt, sagte Trunk. Sollten Kunden Schwierigkeiten bei der Zahlung haben, biete das Unternehmen Ratenzahlungen oder Stundungen an.

Außerdem solle der Grundversorgungstarif für Neukunden, der im Dezember eingeführt wurde, wieder mit dem Tarif für Bestandskunden zusammengeführt werden. Für Neukunden wird die Gasversorgung damit deutlich billiger.

Schwierige Umrechnung, aber klarer Trend: es wird teurer

Als Hilfe für eine Verbrauchskalkulation ihrer Kunden erklärt die Gasag: "Grundsätzlich ist ein Gasverbrauch von etwa 14 Kubikmetern pro Quadratmeter Wohnfläche für Heizung und Warmwasser ein guter Richtwert."

Und in ihrer Musterrechnung schreibt das Unternehmen weiter, dass "der durchschnittliche Gasverbrauch von 14 m³ im Jahr" etwa "140 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche" betrage, schließlich würden auf der Gasabrechnung immer Kilowattstunden abgerechnet, denn entscheidend ist laut Gasag die "Energie in Kilowattstunden (kWh) [gasag.de], die das gelieferte Gas enthält" - und die eben schwanken kann.

Sendung: Inforadio, 07.03.2022, 14.20 Uhr

55 Kommentare

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  1. 55.

    "... aber auch andere Länder nehmen mit vollen Händen aus dem Topf. Ich erinnere nur an Griechenland oder Italien die über ihre Verhältnisse gelebt haben und wir sie mit Milliarden vollgepumpt haben sonst wäre die EU wahrscheinlich auseinander gebrochen" Da schwant mir aber noch Schlimmeres bei den neuen Beitrittskandidaten im Osten. Oder wie sehen Sie das?

  2. 54.

    Würde nichts daran ändern, daß ich weiter mit dem Auto jeden Tag zur Arbeit unter der Woche fahren muß, da keine sinnvolle Verbindung mit dem ÖPNV besteht auf der Strecke. Was ich dann halt an Mehrkosten bei Sprit habe, wird halt woanders wieder eingespart. E-Auto wären im Moment keine echte Alternative bei gut 200 km Fahrweg und keiner E-Tankstelle unterwegs (mal abgesehen von der Ladezeit im Vergleich zur Tankzeit beim Verbrenner und natürlich dem Preis der E-Autos mit halbwegs vernünftiger Rechweite).

  3. 53.

    Nun, dass von Ihnen zitierte (Tankwart und Napoleon), trifft auf ihn exemplarisch zu. Er erinnert mich an einen Regirungssprecher, der alles nur schönredet. Distanzlos, servil ergeben, hinnehmend.

  4. 52.

    Das mag schon sein aber auch andere Länder nehmen mit vollen Händen aus dem Topf. Ich erinnere nur an Griechenland oder Italien die über ihre Verhältnisse gelebt haben und wir sie mit Milliarden vollgepumpt haben sonst wäre die EU wahrscheinlich auseinander gebrochen. Schauen Sie sich mal das Renteneintrittsalter in diesen Ländern an, wird alles aus dem Topf der EU finanziert. Polen bekommt auch Geld das ist schon richtig, aber ist es auch das Land was seid einem Jahr an seiner Grenze mit dem Flüchtlingsproblem zu kämpfen hat und viele in der EU sind froh das es an Polens Grenze passiert und nicht an ihrer. Und es war auch nicht so das sich Polen aufgedrängelt hat in die EU beizutreten da gehören immer zwei dazu. Danke

  5. 51.

    Ähem, dass Polen einen Gutteil seiner milliardenschweren EU-Zuwendungen auch gerade aus dem "Deutschen Topf" erhält, ist Ihnen aber bewusst? Ohne dem könnte die Polnische Regierung keinen billigen Sprit und die Restaurants in Grenznähe keinen 15%-Rabatt anbieten, Michael.

  6. 50.

    Ich war gestern in unserem Nachbarland Polen tanken für 1.40€ der Liter ein Gutschein von 15% für ein Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant gab es noch oben drauf. Bin mit dem Tankstellenwart ins Gespräch gekommen und wir unterhielten uns über den Umgang der Regierungen mir der jetzigen Situation Benzin/Gas/Heizöl die polnische Regierung hat durch Steuersenkungen ihre Bürger entlastet stand auch in den Medien. So weit so gut er hat aber einen Satz gesagt ich zitiere ihr Deutschen seid schon ein komisches Volk egal was man euch erzählt ,ihr hört drauf und macht es oder nehmt es einfach so hin . Auch Napoleon hat das schon gesagt es gibt kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Natürlich hören wir jetzt von unserer Regierung das sie nicht's für die hohen Energiepreise kann und schuld sind diese bösen Energielieferanten sie verdient daran aber zur Zeit auch ganz gut mit. Wenn ich in Deutschland für 50€ tanke sind ungefähr 34€ Steuern und Abgaben dann soll es wohl so sein.

  7. 49.

    Berlin hat mal selber Stadtgas erzeugt. Lang ist es her, so um die dreißig Jahre. Die Reste der Speicher stehen noch. Bei Benutzung wären wir heute nicht so total abhängig von Russland.

  8. 48.

    Machen wir es uns linkseinfach.

    „Gasdeckel“ druff, wie bei den Mieten.

  9. 47.

    Das ist doch ein Witz, den Sie äußern.
    Seit wann kümmert sich der Staat und der Senat um seine Menschen?
    Und wieweit der Irrsinn auch hier seine Blüten zeugt, ist in dem Beitrag von @Erhard zu lesen: "Das ist immer noch besser als Bomben auf DEUTSCHLAND"

  10. 45.

    ach was?...mir wurde noch vor ein paar tagen erklärt,das es ein luxusproblem wäre!
    interessant...möchten wohl doch nicht alle im dunkeln sitzen und frieren?is doch luxus oder?
    die momentanen preise sind eine tickende zeitbombe,für ein gesellschaftliches miteinander.wo sind se denn hin, die uns erklären das wir bei steigenden preisen frieren sollten zum schaden von putin?
    wie vorhergesagt wird es die momentane regierung bitter bereuen so mit ihren bürgern umzugehen,denn sie verdient am meisten daran.siehe die abgaben auf einen liter sprit.sie könnte gegensteuern,tut es aber nicht.sie lässt bewusst die bevölkerung bluten für ihre sanktionspolitik.politiker interessiert es nicht,wie die bürger auf arbeit kommen,ob sie im dunkeln sitzen und sich einen abfrieren...

  11. 44.

    Vielleicht braucht es erst einen Spritpreis von 5 Euro bis Sie anfangen nachzudenken.

  12. 42.

    Die Verträge sind langfristig, daher kann ich diese Steigerungen nicht nachvollziehen. Was mehr kostet sind NEUE Bedarfe, die über diese Verträge hinaus gehen. Die GASAG muss als Grundversorger jeden aufnehmen, dessen bisheriger Versorger Konkurs gegangen ist oder der seine Tarife wegen Fehlplanung explodiert sind. Diese Mehrbedarfe zahlen alle Bestandskunden mit.
    Das erinnert mich an das System private Krankenkassen. In der günstigen "Jugendzeit" schön Beiträge in den privaten sparen aber wenns im alter teuer wird und mehr Leistungen fällig werden schnell noch zurück wechseln.
    Ich finde die Neukunden sollten die Kosten tragen, die sie verursachen.

  13. 41.

    Könnte ein Brandenburger Minister oder ein kompetenter Tesla-Mitarbeiter bitte mal in Stade und Brunsbüttel anrufen und denen kurz erklären, wie man mit Vorab-Genehmigungen und Rückbau-Bürgschaften LNG-Terminals OHNE bereits erteilte Genehmigung innerhalb von wenigen Monaten baut … Denn die Baupläne dafür sind ja angeblich schon lange fertig … Ja, ja LNG vielleicht nicht besser, bla, bla … Aber wir müssen uns Lieferanten aussuchen können, um (auch zukünftig) die Preise etwas im Griff zu haben.

  14. 40.

    Der Widerstand der Landbevölkerung ist komischer Weise stets gebrochen, wenn sie selbst an den Gewinnen beteiligt werden. Übrigens ein tolles Geschäftsmodell. Entweder Kohle oder wir sind dagegen. Auch das NIMBY-tum muss endlich in seine Schranken gewiesen werden. Als guten Willen, sollte Berlin z.B. auf dem Tempelhofer Feld 4 Windräder aufstellen. Oder 6. Statt immer mehr Verbraucher in die Stadt zu locken.

  15. 39.

    Ausbau von eneuerbaren Energien, weniger Verschwendung von Lebensmitteln, weniger Verbrauch von fossilen Brennstoffen – alles Unsinn, genau! Herr, schmeiß Hirn …

  16. 38.

    Is doch kein wunder das daß Gas teurer wird wenn man sich von den Russen Abhängig macht.

  17. 37.

    "absurden Abstandsregeln"? - na dann Windräder auf das Tempelhofer Feld und Sie haben schlagartig preiswerten Wohnraum. Was beweist, dass man Abstand auch anders sehen kann. Aber so meinen Sie das nicht. Was ist denn für ein Abstand nicht absurd? Wissen Sie warum die 10H-Regel akzeptiert wird und alles darunter, so wie hier zu Streit führt? Wollen Sie mal für sich einen Abstand definieren und dann mit echt Betroffenen abgleichen?
    P.S. Nur Ideologen, frei von Tatsachen, sehen in unseren Breiten mehr als 50% Erneuerbare. Und ohne Abstandsregeln sind es dann hochgerechnet... Hm, 50,5% - mehr geht so oder so nicht, leider.

  18. 36.

    Na ganz einfach ,die Kosten weiterreichen! Die Politik sollte zur Entlastung der Bürger Mal nachdenken die Abgaben und Steuern offenzulegen und gegebenfalls zu senken !

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