Landesbauerntag in Teltow - Brandenburgs Landwirte fordern mehr staatliche Unterstützung

Di 15.03.22 | 22:05 Uhr
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Weizen © imago images / Margit Wild
Video: Brandenburg aktuell | 15.03.2022 | Bild: imago images / Margit Wild

Der Krieg in der Ukraine, die Corona-Pandemie und die Afrikanische Schweinepest haben in der Brandenburger Landwirtschaft Spuren hinterlassen. Auf dem digitalen Landesbauerntag zogen die Landwirte eine ernüchternde Bilanz. Von Ismahan Alboga

Die Brandenburger Bauern fordern angesichts der vielen Krisensituationen der vergangenen Monate mehr Unterstützung von der Landesregierung. Worum es ihnen geht, hat der Brandenburger Landesbauernverband am Dienstag auf dem Landesbauerntag in Teltow (Potsdam-Mittelmark) in einem zwölf Punkte umfassenden Katalog zusammengefasst.

Das Land wird darin unter anderem aufgefordert, vor allem die einheimische Nachfrage anzukurbeln. Der Selbstversorgungsrad müsse gesteigert werden, so Denny Tumlirsch vom Landebauernverband. Ihm schwebt dabei eine Grundsatzentscheidung vor: "Jede Maßnahme des Landes und des Bundes sollte daran gemessen werden, ob der Selbstversorgungsgrad gehalten oder gesteigert werden kann", so Turmlirsch.

Woidke will helfen

Dass Krieg und Krisen auch den einheimischen Landwirten viel abverlangen, darüber sei sich die Landesregierung im Klaren, so Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der sich digital zu der Veranstaltung zuschalten ließ. Er sicherte zu, gemeinsam nach Lösungen suchen zu wollen. Die Landesregierung wolle erreichen, dass "es für die Brandenburger Bauern gute Rahmenbedingungen gibt, dass es eine hohe Planbarkeit gibt und eine hohe Investitionssicherheit." Konkrete Zusagen blieb er heute aber noch schuldig.

Die Bauern haben derweil konkrete Vorstellungen: Angesichts der stark angestiegenen Stickstoffdünger- und Dieselpreise forderte Landesbauernpräsident Henrik Wendorff staatliche Entlastungen. Ansonsten sei die neue Ernte, die in einigen Monaten anstehe, gefährdet. "Wir müssen die Arbeiten auf den Feldern zu Ende bringen. Auf den Höfen fehlt derzeit Geld für die hohen Energiekosten. Und hier muss ein System gefunden werden, was auch bürokratiearm und schnell bei den Betrieben ankommt", so Wendorff.

Kritk an Vorschlag des Tankrabatts

Den momentan diskutierten Tankrabatt hält der Präsident des deutschen Bauernverbands, Joachim Ruckwied, für wenig zielführend. Auch er will Entlastungen, die seien dringend nötig. Doch Tankgutscheine würden viel Bürokratismus bringen. Er fordert vielmehr, dass die Mineralölsteuer temporär gestrichen wird.

Düngemittelpreise könnten steigen

Auch wenn die ausfallenden Weizenproduktion in der Ukraine Deutschland nicht direkt betreffe, gebe es Befürchtungen, dass der Krieg Auswirkungen auf die Düngerpreise haben könnte, sagt Denny Tumlirsch vom Landebauernverband. Er befürchtet, dass die Ernte künftig dadurch zurückgehen könnte.

Doch die Bauern machten auch Hoffnung: Sorgen vor möglichen Engpässen traten sie mit Optimismus entgegen. Brandenburgs Bauern könnten die hiesige Bevölkerung auch in diesem Jahr stabil mit Getreide versorgen, betonte Landesbauernpräsident Wendorff - unter der Voraussetzung, dass die Politik schnell die nötigen entlastenden Rahmenbedingungen schafft.

Sendung: rbb24, 15.03.2022, 21:45 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Sie sollten mal im TV Folgen mit LANDFRAUEN ansehen. ( lecker auf s Land etc. ) . Man lernt echte Ertragshöfe kennen und fleißige Bauern-oder gar Winzerfamilien. Meiner Frau gefällt das alles sehr.

  2. 9.

    Ach Joe, was Sie alles meinen zu wissen, ist schon sehr erstaunlich. Ich komme aus einer Bauerfamilie und ich weiß, welche Fördermittel, die Bauer der letzten ca. 50 Jahre bekommen haben. Es gibt in Brandenburg, Agrargenossenschaften mit über 3000 Hektar und mehr Land. Jetzt erkundigen Sie sich, welche Summen die an Fördermittel schon bekommen haben. Es geht in die Millionen €, pro Betrieb.
    Die Agrarlobby hat sehr gute Kontakte in die Politik und schon fließt das viele Geld. Sicherlich gibt es kleine Öko Betriebe die zu kämpfen haben und noch nicht die große Lobby haben. Kommt aber noch, da mache ich mir keine Sorgen, Joe

  3. 7.

    wie man unschwer erlesen kann, haben Sabine, Lucky und Günter absolut null Ahnung von den Zusammenhängen und schreiben hier völlig sinnlose Kommentare.

  4. 6.

    Das verstehe wer will? Ich habe den Eindruck das die Bauern immer etwas zu jammern haben? Zu wenig Niederschlag, zu viel Niederschlag, zu hohe Preise, zu niedrige Preise, zu viel Verantwortung? Wir sind natürlich auf die Landwirtschaft angewiesen, nur manchmal glaube ich das das schamlos ausgenutzt wird!

  5. 5.

    Historisch hohe Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse auf dem Weltmarkt: die Bauern jammern. Man weiß nicht so recht ob das jetzt ernst gemeint sein soll.

  6. 4.

    Immer nur fordern, statt was zu ändern. Jammern ist halt einfacher.

  7. 3.

    Egal was passiert, die Landwirte fordern mehr Unterstützung.

  8. 2.

    Ein Bauer der nicht klagt, ist kein Bauer.

  9. 1.

    Die Politik ist für Rahmenbedingungen verantwortlich, damit die Bauern auskömmliche Preise erzielen können und müssen, nicht für Zuschüsse. D.h. die Bauernvertreter müssen einig für sich selber kämpfen und organisieren. Oder aber die Vertretung besser für sich organisieren. Dabei kann die Politik helfen. So wie Pfleger, Metaller u.a. für sich etwas erstreiten müssen, so müssen es die Bauern auch.

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