Angleichung an das West-Niveau - Siemens senkt Arbeitszeit für Beschäftigte in Berlin und Brandenburg

Do 10.03.22 | 17:17 Uhr
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Siemens AG Schaltwerk in Berlin (Quelle: dpa/Schoening)
Bild: dpa/Schoening

Beschäftigte des Siemens-Konzerns im Osten Deutschlands müssen künftig weniger arbeiten. Die Wochenarbeitszeit sinkt in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in mehreren Stufen auf 35 Stunden, wie die Gewerkschaft IG Metall und das Unternehmen am Donnerstag nach Verhandlungen mit Betriebsräten mitteilten.

"Von Oktober 2026 an wird bei Siemens in Ost und West gleich lang gearbeitet werden", erklärte die Gewerkschaft. Im Moment arbeiten die Beschäftigten im Osten pro Woche drei Stunden länger als die im Westen.

Stufenpläne zur Absenkung hatten auch schon VW, Porsche, BMW, ZF und weitere Unternehmen vereinbart - für insgesamt zwei Drittel der Metall-Tarifbeschäftigten im Osten. Gewerkschaft und Arbeitgeber hatten eine Öffnungsklausel für die Flächentarifverträge vereinbart.

Sendung: Fritz, 10. März 2022, 19 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Man will ja nicht immer recht haben. Die Kernaussage ist klar raus gearbeitet. Die Details stimmen nicht ganz. Die Hoffnung, dass andere das nachrechnen und sogar Beispiele bringen, wie krass Produktivität verschiedene Ergebnisse zeigen, wenn man nichts dazu sagt, ist berechtigt.

  2. 14.

    Die Produktivität wird dann verwendet, wenn man weniger zahlen will. Umgedreht aber nicht! Dann gelten Lohn/Stück-Kosten."
    Mit Verlaub, da fehlen Ihnen ein paar Basisinformationen.
    Aber gut, das Sie uns dafür Ihre Meinung mitteilen.

  3. 13.

    Die Produktivität wird dann verwendet, wenn man weniger zahlen will. Umgedreht aber nicht! Dann gelten Lohn/Stück-Kosten.
    Produktivität = Output/Input; Output=Verkaufspreis; Input beinhaltet auch die (teurere Abwassergebühr).
    So, und nun stellen Sie sich vor, wenn Pfanni in MV No-Name Ware für Diskounter herstellt. Da ist die Produktivität dann schlecht, wegen der niedrigen Preise, weltweit aber die Höchste (in Originalverpackung), die Löhne aber nicht.

  4. 12.

    Und nicht einmal ist das Wort "Produktivität" gefallen.

  5. 11.

    Vielleicht ist es ja viel banaler: geringerer Programmieraufwand in Abrechnungsfragen bei Lohn, Steuer, Urlaub, Statistik usw. usf.
    P.S. So gesehen kann sich auch das "*" nicht durchsetzen, weil Dateinamen mit falscher Schreibweise nicht akzeptiert werden... (wenn da mal nicht Bill dahintersteckt... ;-)

  6. 10.

    "Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit" gilt durch die Bank weg bei allen Firmen nur pro Standort. Es wird der Lohn immer an die lokalen Lebenshaltungskosten angepasst. Übrigens auch bei Jobs, die 100% remote passieren. Zynisch ist dies natürlich in Berlin, wo zum Beispiel Siemens Treptow wenige Meter hinter der ehemaligen Mauer gebaut ist.

  7. 9.

    Da Siemens in dem Bereich ein seltener Betrieb ist, kann man das ruhig loben. In der Fläche des Ostens ist der Arbeitgeberverband jedenfalls nicht bereit das umzusetzen. Siemens hat sich somit besser aufgestellt als der Tarif. Das beim Suppe essen fast ausschließlich nur nach Haaren gesucht wird, anstatt mal die Suppe zu genießen.
    Typisch D.

  8. 8.

    „Seit wann gehört die Siemensstadt zum Osten?“
    Wo steht hier was von der Siemensstadt? Im Artikel ist die Rede von allen östlich der ehemaligen innerdeutschen Grenze gelegenen Bundesländer.
    „Soweit ich mich noch erinnere, gehört Siemens auch nicht nach München, sondern nur nach Berlin.“
    Wie alt sind Sie denn?
    Siemens ist schon kurz nach der Gründung zu einen Streukonzern geworden mit inzwischen Niederlassungen in der ganzen Welt. Schon lange ist das Auslandsgeschäft größer als das deutsche. Hauptsitz der AG ist München und Berlin.
    Siemens in dem Sinne wie Sie es glauben zu verstehen gibt es nicht. Jeder einzelne Standort hat seine eigene Geschichte, die oft älter als die Zugehörigkeit zum Siemens Konzern ist.
    Siemens ist ein Unternehmen des stetigen Strukturwandels, wo man wahrscheinlich morgen nicht sicher sein kann wer übermorgen der eigene Chef ist.

  9. 7.

    "Seit wann gehört die Siemensstadt zum Osten?" Tut sie nicht, aber Siemens hat auch Standorte in Ostberlin

  10. 6.

    Na Wahnsinn, endlich, auch wenn ich mittlerweile da nicht mehr arbeite in dem Verein aber das war schon vor 20 Jahren ein Thema bei unseren Kollegen aus LPZ.

  11. 5.

    Das schlimme daran ist, dass der Betriebsrat sich jetzt auch noch selbstbeweihräuchert, wie toll sie sind, dass sie das jetzt schon geschafft haben. Zusätzlich machen sie den nicht Gewerkschaftsmitgliedern auch noch Vorwürfe, sie seien schuld daran. Als wenn das damit was zu tun hat. 36 Jahre spricht eigentlich nur für die Unfähigkeit dieses gewerkschaftlich organisierten Betriebsrates in den vielen Jahren nach der Wende.

  12. 4.

    Schon irre, dass diese Anpassung so lange dauert. Kenne das aus der chemischen Industrie. Im Westen 35h Woche und bei uns 39h Woche. So schafft man in den Köpfen keine Wiedervereinigung.

  13. 3.

    Seit wann gehört die Siemensstadt zum Osten? Soweit ich mich noch erinnere, gehört Siemens auch nicht nach München, sondern nur nach Berlin. Die Siemensstadt liegt übrigens im Bezirk Spandau und der gehörte zum damaligen West-Berlin. Schöne Grüße nach Hamburg.

  14. 2.

    Man muss sich das mal reinziehen, unglaubliche 36 Jahre sind dann ins Land gegangen um das anzugleichen.
    Und weiterhin wird bei jeder Umfrage der Medien, besonders die der öffentliche Rechtlichen, der Osten extra ausgewertet.
    Solange dieses so weiter geht, wird Deutschland nie richtig vereint sein.

  15. 1.

    Nur 36 Jahre nach der Vereinigung soll beim Weltkonzern Siemens schon das Prinzip „Gleicher Lohn für Arbeit“ umgesetzt werden? Na, das ging ja schnell. Bravo!

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