Auch Ikea und H&M betroffen - Verdi ruft zu Streiks im Einzelhandel und bei Banken auf

Fr 11.03.22 | 07:53 Uhr
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Symbolbild: Ein Streik der Bankmitarbeiter (Quelle: dpa/Oliver Berg)
Bild: dpa/Oliver Berg

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag zu Streiks im Einzelhandels- und Bankensektor aufgerufen.

Beschäftigte des Berliner Einzelhandels wollen für eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen die Arbeit niederlegen. Angestellte von Ikea und des H&M-Konzerns kämpfen laut Verdi für eine sichere Zukunft ihrer Arbeitsplätze und gesunde Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft fordert für sie einen Digitalisierungstarifvertag. Damit sollten die umfassenden Veränderungen der Arbeitsprozesse im Zuge der Digitalisierung rechtsicher geregelt werden, hieß es.

Die Angestellten von Thalia, Esprit und Smyths Toys fordern, dass ihre Bezahlung weiterhin nach dem Tarfivertrag des Einzelhandels erfolgt. Das verweigerten die Unternehmen ihren Beschäftigten, hieß es. So war die Buchhandelskette Thalia zuvor aus der Tarifbindung ausgetreten.

Banken werden schon seit Donnerstag bestreikt

Im festgefahrenen Tarifstreit im Bankgewerbe hat Verdi die Beschäftigten bereits am Mittwoch zu einem zweitägigen Warnstreik am Donnerstag und Freitag aufgerufen. Angestellte bei privaten und öffentlichen Banken in Berlin und Brandenburg sollen die Arbeit ruhen lassen, teilte Verdi am Mittwoch mit.

Aufgerufen sind Beschäftigte privater Banken (Commerzbank AG, Unicredit, Targobank und Deutsche Bank) und von öffentlichen Banken (Berliner Sparkasse, Landesbank Berlin, Investitionsbanken Berlin und Brandenburg, Landesbausparkasse LBS in Berlin und Brandenburg). Während des Warnstreiks kann es in vereinzelten Filialen zu Einschränkungen im Service kommen.

Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Gehalt

Die Gewerkschaft fordert für die 170.000 Beschäftigten der privaten Banken eine Tariferhöhung von 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten, daneben besondere Regelungen für Homeoffice und ein Wahlrecht zwischen Gehalt und Freizeit. Für die öffentlichen Banken fordert Verdi 4,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einer Einmalzahlung von 150 Euro, ein Wahlrecht zwischen Gehalt und Freizeit und eine Regelung zur mobilen Arbeit.

Die Gewerkschaft fordert, dass die Beschäftigten einen Anspruch darauf haben sollen, bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil zu arbeiten. Dafür sollen sie einen Anspruch auf eine Erstausstattungspauschale in Höhe von 1.500 Euro erhalten.

Die jüngste Verhandlungsrunde in dem Konflikt hatte im Januar zu keinem Ergebnis geführt. Der Deutsche Bankangestelltenverband (DBV) will für die Beschäftigten der Privatbanken 4,8 Prozent mehr Lohn sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde auf 38 Stunden durchsetzen. Die Arbeitgeber haben nach eigenen Angaben bislang eine Erhöhung der Tarifgehälter in drei Stufen um insgesamt 3,2 Prozent angeboten.

Auch im Tarifstreit für die rund 60.000 Beschäftigten der öffentlichen Institute war in der jüngsten Runde im Januar kein Abschluss erreicht worden. Der Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) hatte eine Gehaltserhöhung um drei Prozent, eine Corona-Sonderzahlung von 750 Euro bei Tarifabschluss sowie zwei Sonderurlaubstage 2023 angeboten.

Sendung: Brandenburg aktuell, 9. März 2022, 19:30 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    auch bei Onlinebanken arbeiten im Hintergrund menschen und das nicht zu wenig. Diese streiken auch weil es auch Bankangestellte sind. Bei derzeit 5,1 % Inflation muss vom Arbeitgeber einfach mehr kommen als die lächerlichen 3,2 % in 3 stufen. So ist das nun mal. Viel erfolg den streikenden.

  2. 2.

    > Die Arbeitgeber haben nach eigenen Angaben bislang eine Erhöhung der Tarifgehälter in drei Stufen um insgesamt 3,2 Prozent angeboten. < Über welchen Zeitraum gehen den diese drei Stufen? Zwei, zweieinhalb oder drei Jahre?
    Wenn es um die tatsächliche Bezahlung bzw. Wertschätzung von Arbeitnehmern und Arbeitnemerinnen geht ist es fast überall das Gleiche: Vollmundige Ankündigungen, Sonntagsreden, falsche Versprechen. In der Realität bleiben Klatschen und heiße Luft. Eine viel zu große Anzahl von Arbeitnehmern lässt sich dies auch immer wieder gefallen.

  3. 1.

    Und wir alle können klatschend bejubeln wie sich das Filialgeschäft in Zeiten der Digitalisierung selbst weiter abschafft. Zum Glück gibt es gute Onlinebanken.

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