Zunahme vor allem bei alternativen Antrieben - Autobestand ist 2021 in Berlin und Brandenburg gewachsen

Di 26.04.22 | 20:52 Uhr
  39
E-Auto beim Aufladen (Quelle: imago/Michael Bihlmayer)
Audio: rbb 88.8 | 26.04.2022 | Michael Ernst | Bild: imago/Michael Bihlmayer

Auf Berlins und Brandenburgs Straßen ist es im vergangenen Jahr erneut voller geworden. Das geht aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor. Demnach waren am 1. Januar 2022 mehr als 1,24 Millionen Pkw in der Hauptstadt gemeldet und damit über 7.100 Autos mehr als zum gleichen Stichtag des Vorjahres. In Brandenburg waren mehr als 1,46 Millionen Pkw gemeldet - und etwas über 1.500 Fahrzeuge mehr verglichen zum Vorjahr.

Fast 70 Prozent der erwachsenen Brandenburger haben ein Auto

Statistisch gesehen kamen im vergangenen Jahr laut dem Kraftfahrt-Bundesamt auf jeden Einwohner Brandenburgs über 18 Jahren rund 0,7 Autos. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet sind es 688 Pkw, fast 70 Prozent der erwachsenen Brandenburger haben also statistisch ein Auto. Allerdings sind hier Zweit- oder Drittwagen nicht gesondert aufgeschlüsselt.

Die Zunahme des Autobestands ist inzwischen ausschließlich auf alternative Antriebe zurückzuführen. In Brandenburg waren es zum Stichtag 53.493 Pkw mit Hybrid- oder Elektro-Antrieb, im Jahr zuvor noch 30.917 - und vor vier Jahren sogar noch weniger als 10.000.

Berliner haben durchschnittlich weniger Autos

Die Zahl der Hybrid-Autos stieg in Berlin um rund 20.000 Fahrzeuge auf knapp 61.000 Autos. Auch bei den reinen Batterie- beziehungsweise Elektro-Antrieben stieg die Zahl der in Berlin gemeldeten Pkw um rund 8.000 auf etwa 16.700.

Statistisch gesehen kamen im vergangenen Jahr laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auf jeden Einwohner Berlins rund 0,3 Autos. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner über 18 Jahren gerechnet sind das 393 Pkw, knapp 40 Prozent der erwachsenen Berliner haben also statistisch ein Auto.

Bei den Stadtstaaten liegt Berlin hinter Hamburg und Bremen auf dem letzten Platz, was den Pkw-Bestand pro 1.000 Einwohner angeht. Weil auch die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner in der Hauptstadt tendenziell steigt, hat sich am Verhältnis von Einwohnern und zugelassenen Autos seit Jahren wenig verändert.

Sendung: rbb 88.8, 26.04.2022, 09:00 Uhr

39 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 39.

    Sehr viele Radfahrer sind allerdings nicht allwettertauglich ausgestattet. Die Radler-Zählstellen auch in der Ringbahnblase zeigen im Jahresgang eine deutliche Glockenkurve. Im NVP 2019 findet sich dazu der Begriff der korrespondierenden Röhren zwischen ÖPNV und Radverkehr. Die Aussage wird aber gerne unterschlagen. Es kommt einem Offenbarungseid des Verkehrsrssenates gleich, wenn Jarasch laut darüber nachdenkt, aufgepoppte Radspuren für Busse freizugeben und sogar in FHXP die Autodichte zunimmt. Dass das Team Jarasch bei der letzten Wahl in Berlin deutlich schlechter abschnitt als das Team Baerbock, gibt den Linksalternativen bisher leider nicht nicht zu denken.

  2. 38.

    Diese Freiheit hab ich auch gelebt, bis mir mein recht teures Rad gestohlen wurde... Jetzt fahr ich wieder Auto

  3. 37.

    Die benötigte Lebenszeit, um ein Auto anzuschaffen, geht in die Monate. Denn Sie dürfen die Zeit nicht vergessen, in der Sie das Geld erarbeiten müssen. Mit Vernunft hat Autobesitz in den meisten Fällen nichts zu tun. Es sind vielmehr Bequemlichkeit, Gier, Status, Gleichgültigkeit.

  4. 36.

    Sie verdienen in einer oder zwei Stunden genug, um sich ein Auto kaufen zu können.?Ob neu oder gebraucht: Respekt. was machen Sie beruflich?
    Und was den Zeitaufwand betrifft: mit dem ÖPNV brauche ich für meinen 19 km langen Arbeitsweg ca. 1 Stunde, inklusive jeweils 10 MInuten mit dem Rad bis zur S-Bahn und 10 Minuten zu Fuß von der letzten U-Bahnstation. Mit dem Auto ca. brauche ich ca. 1,5 Stunden inklusive Parkplatzsuche und Fußweg vom Parkplatz.

    Gruß
    Navan

  5. 35.

    Ein VW Golf kostet laut ADAC zwischen 600 und 700 Euro pro Monat wenn man ihn neu kauft, etwas mehr als die Hälfte davon ist der reine Wertverlust, mit einem alten gebrauchten braucht man also immer noch wenigstens 300 Euro pro Monat. Da kommt schon die eine oder andere Arbeitsstunde zusammen bis man das verdient hat.

  6. 34.

    Das stimmt schon. Natürlich muss der Verkehr in Gänze betrachtet werden. Aber gerade innerhalb des Rings sind viele Fahrten mit dem Auto durch das Fahrrad zu ersetzen. Und das sorgt für eine Entlastung der Strassen. Wichtig ist der Verkehrsmix und da geht nunmal nichts über das Fahrrad. Auch ist es heutzutage keine Problem mehr Setwas längere Strecken mit dem Rad zu pendeln durch die Möglichkeit der Elektro Unterstützung.

  7. 33.

    Die Betonung liegt dabei auf "auch". Berlin ist nicht Münster oder Amsterdam, wo die Menschen im Binnenverkehr nur kurze Wege zurücklegen müssen. Radweg poppten vielfach auf, doch bei den Busspuren geht es nur sehr schleppend voran. Als Notlösung denkt Frau Jarasch jetzt sogar darüber nach, in der Kantstraße die Radspur für Busse freizugeben. Vom Ausbau der Tram schreibe ich erst gar nicht. Für Spandau wurde es schon vom Senat als Erfolg für die Verkehrswende gefeiert, dass aus drei Buslinien (X36, 136, 236) zwei (M36, 136) gemacht worden sind.

  8. 32.

    Die Berliner und Brandenburger wissen aber auch, wie viel Zeit sich mit einem Auto sparen lässt. Und wie viel Lebenszeit kostet denn die Anschaffung eines Autos? 1 Stunde? 2 Stunden?? :)

  9. 31.
    Antwort auf [Nicole] vom 26.04.2022 um 17:48

    Den Willen der Wähler am Konsumverhalten fest zu machen halte ich für mutig. Desweiteren hat der Staat auch eine Fürsorgepflicht gege über den Bürgern U d dazu gehört auch saubere Luft und wenn möglich Emmisonen vermeiden, soweit dies in einer Metropole wie Berlin eben möglich ist. Ich will keine Zustände wie in New York. Im übrigen sind die meisten Fahrten mit Auto bis 5 km, das ist so lächerlich gering,da kann man tatsächlich auch als untrainierter das Rad nutzen.

  10. 30.

    Darum sofort alle Parkstreifen durch Tramschienen ersetzen. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

  11. 29.

    Die Radfahrer Lobby jammert nicht sondern stellt berechtigte Forderungen. Der Vwekehrsraum muss neu aufgeteilt werden wenn es mit einer Entlastung ernst gemeint ist und dazu gehören auch sichere, schnelle und gut ausgebaute Radwege.

  12. 28.

    Habe ich schon die Bobbycars erwähnt, mit denen die Kinder selbst in der Ringbahnblase an das Auto gewöhnt werden? ;-)
    https://www.rbb24.de/content/dam/rbb/rbb/rbb24/2021/2021_09/dpa-account/c214252486.jpg
    Die Metropole Berlin hat aus historischen Gründen eine sehr geringe Autodichte. Man braucht ganz banal nicht mit 18 einen PKW, um ins Kino zu fahren. Die Basis ist anders als in kleineren Städten oder gar in der Fläche vorhanden. vorhanden. Noch um die Jahrtausendwende wurde neue Tram-Strecken geplant, dann aber auf Grund der Demografie auf die lange Bank geschoben. Ab ca. 2010 begann auch dabei ein Umdenken. In den letzten Jahren erlahmte jedoch der politische Wille, den ÖPNV als Alternative zum MIV schnell auszubauen. Stattdessen verlor man sich in endlosen regierungsinternen Debatten.

  13. 27.
    Antwort auf [Nicole] vom 26.04.2022 um 17:48

    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wie man z.B. dem Nahverkehrsplan 2019 entnehmen kann, ist der ÖPNV vielfach überlastet und stellt keine allwettertaugliche Alternative zum MIV dar. Anstelle jedoch den Einsatz größerer Gefäße als sich gegenseitig an den Haltestellen behindernde Busse zu planen, sollen es busspurbreite Radwege richten, weil die Lobby der Radfahrer am lautesten jammert.

  14. 26.

    Die Berliner und Brandenburger machen sich halt nicht klar, wie viel von ihrer Lebenszeit für Anschaffung und Unterhalt ihres Autos draufgeht.

  15. 25.

    Auch hier: Wir haben 2022!!!

    Der Verbrennungsmotor ist VHS, in einigen Fällen sogar Betamax...

    Es wird Zeit, dass alle verstehen, niemand möchte den Individualverkehr verbieten. Auch nicht den mit dem Auto. Aber es gibt Alternativen zu Technologien von Gestern und diese sollten genutzt werden. Nicht nur beim Handy, TV, Konsole und Co.

    Und eben hier liegt der Vorwurf an die Politik dieses Jahrtausends: Sie haben den Wechsel einfach verschlafen bzw. nicht gewollt.

    Und einige haben richtig erkannt: 7 von 10 Berlinern haben KEIN Auto... mein Schwiegervater hat im übrigen 12+ ;-)

  16. 24.
    Antwort auf [momo] vom 26.04.2022 um 17:28

    "Nur um zu Erklären. Ein Winterauto - ein Cabrio - ein E-Auto - ein Wohnmobil. Benutzt wird immer nur eines."
    Ja, is' schon logisch.

  17. 23.

    "Die Menschen in Berlin, Brandenburg und allen anderen Bundesländern wollen weiterhin die Freiheit des Individualverkehrs haben"

    Also ich lebe die Freiheit des Individualverkehrs mit meinem Fahrad. In der Regel auf der Straße, manchmal auf dem Gehweg. Ganz freiheitlich und Inividuell.

  18. 22.

    Den Berlinern und Brandenburgern scheint es gut zu gehen. Ich meine, die Beschaffung eines Autos und der Unterhalt sind ja nicht ohne.

  19. 21.

    Danke. Genau so sehe ich es auch. Die Berliner Regierung ist nicht in der Lage, komplex zu denken und zu handeln.

  20. 20.
    Antwort auf [Nicole] vom 26.04.2022 um 17:48

    Zitat: "Kein Wunder dass der ÖPNV keine Passagiere hat . . ."

    Auf Ihre restliche Wutschnauberei gehe ich mal nicht ein. Nur soviel: Im Jahr 2019, also vor der Pandemie, die für sinkende Zahlen gesorgt hat, beförderte die BVG mehr als einskommazwo MILLIARDEN Fahrgäste, Nicole. Das ist ein bisschen mehr als "keine Passagiere", würde ich meinen.

Nächster Artikel