300 Beschäftigte betroffen - Brandenburger Urstromquelle schließt Werk in Baruth

Do 28.04.22 | 19:02 Uhr
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Archivbild: Baruth (Brandenburg): In der Firma Baruther Urstromquelle, jüngster Mineralwasserproduzent in Brandenburg, mißt Monika Konrad stichprobenartig den Kohlendioxyd-Gehalt in den Mineralwasserflaschen. (Quelle: dpa/K. Schindler)
Video: Brandenburg aktuell | 29.-02.22 | Roman Garthoff | Bild: dpa/K. Schindler

Der Getränkelieferant Brandenburger Urstromquelle in Baruth (Teltow-Fläming) hat angekündigt, sein Werk zum 31. Juli zu schließen. Das hätten die Beschäftigten auf einer Mitarbeiterversammlung am Mittwoch erfahren, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ).

Von der Schließung betroffen sind rund 300 Beschäftigte. Auslöser seien laut Geschäftsführung gekündigte Aufträge von Großabnehmern. Diese hätten gestiegene Energiepreise als Gründe genannt. Ohne Hauptauftraggeber sei das Werk nicht mehr rentabel, hieß es.

SPD: Entscheidung nicht nachvollziehbar

Baruths Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) zeigte sich gegenüber Antenne Brandenburg "geschockt" von der Ankündigung. Der Getränkelieferant zähle seit fast 25 Jahren zu einem der wichtigsten Arbeitgeber und größten Gewerbesteuerzahler in Baruth. "Es ist schmerzhaft, wenn nach so langer Zeit einer über die Wupper geht", so Ilk. Die Stadt arbeite an einem Notfallplan, Beschäftigte gegebenenfalls in anderen Betrieben unterzubringen. Vielleicht fände sich auch noch eine Lösung für das Werk, so Ilk.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Helmut Barthel, bezeichnete die Entscheidung als nicht nachvollziehbar. "Es ist für einen Hersteller normal, gestiegene Produktionskosten an den Handel weiterzugeben. Eine Einigung mit den abgesprungenen Großabnehmern muss aus meiner Sicht möglich sein", so Barthel in einer Pressemitteilung.

Ob auch andere Werke des Getränkelieferanten betroffen sind, ist nicht klar. Neben Baruth betreibt die Firmengruppe Altmühltaler Mineralbrunnen weitere Standorte in Treuchtlingen (Bayern), Breuna (Hessen) und Warburg (NRW). Baruth zählt zu einem der größten Abfüll-, Logistik- und Distributionszentren in Europa. Die Urstromquelle beliefert aus eigenem Brunnen derzeit zwei große Supermarkt-Ketten mit Mineralwasser.

Sendung: Brandenburg aktuell, 29.04.22, 19:30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Wassermangel in Grünheide und Baruth? Absoluter Unsinn, von Laien verbreitet. Grünheide wird Wasser aus einer glazialen Rinne bekommen, deren Kapazität unter der des Baruther Urstromtales liegt. Also: Keine Sorge, Baruth wird nicht trocken fallen.

  2. 8.

    Für die Mitarbeiter tut es mir wirklich leid, da die Chance einen neuen Job in der Gegend zu bekommen nicht einfach sein wird. Aber wie ein anderer bereits schrieb, ist Wasser aus der Leitung die bessere Alternative, da es täglich getestet wird und kurze Wege hat um es zu trinken, d.h. aus Umweltschutzgründen ist es absolut sinnvoll. Ich trinke nur Leitungswasser, weil es schmeckt, kein schleppen und aus Platzgründen.

  3. 6.

    Nunja, Grünheide ist auch nur einen Katzensprung weg, wer weiß, wann dir "Urstromquelle" aus Dürregründen unrentabel geworden wäre.

  4. 5.

    Das kann ich nicht nachvollziehen und finde das gegenüber den Angestellten nicht fair. Dass die Preise steigen und die Produktionskosten sich erhöhen ist verständlich, aber dann muss man die Preise an die Konsumenten weitergeben und nicht über die gesamte Schließung nachdenken!
    Ich denke viele Unternehmen in der Region, wie die Stärkefabrik, Golßener Fleischwaren oder die Iden GmbH (alle unweit von Baruth), werden großes Interesse an den Bewerbungen haben.
    SM

  5. 4.

    Am besten auf das Produkt verzichten und Leitungswasser trinken. Das Wasser mit LKW durch die Gegend zu karren ist ohnehin überflüssige Verschwendung. Mehr öffentliche Trinkbrunnen ist volkswirtschaftlich auch effizienter als das weit entfernte Abfüllen in Flaschen.

  6. 3.

    Es bedarf wirklich keiner großen Anstrengungen, um sich über die Gebaren von Altmühltaler zu informieren. Wiki reicht da schon. Ich stimme Kommentar Nr. 2 völlig zu.

  7. 2.

    Also die Urstromquelle geht nicht über die Wupper, sie und ihre Mitarbeitenden werden aus pekionaären Gründen in die Wupper getrieben - durch die Geschäftsführung, deren Köpfe bestimmt bereits neue Jobs haben, während die Belegschaft in 10 Wochen aufs Amt geschickt wird.
    Und wenn Energiepreise, die wirklich jeden treffen, zum Anlass genommen werden, die BEschäftigten in die Arbeitslosigkeit zu treiben, dann nur aus Profitgier, alles andere ist vorbgeschoben.

  8. 1.

    Zur Urstromquelle, hier geht es für Lebensmittelkonzernen die sich offiziell zu Regionalität bekennen nur ums Geld…lieber nen halben Cent gespart und das Wasser aus Polen, Frankreich und dem Schwarzwald in die Region fahren.
    Dafür ist der Diesel noch zu billig…An der Stelle müssen sich Edeka und Konsorten fragen lassen was sie unter Nachhaltigkeit verstehen.
    Pfui für solch gieriges Verhalten.

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