Vor dritter Verhandlungsrunde - Verdi ruft Brandenburger Kita-Beschäftigte zu Warnstreiks am Mittwoch auf

Do 28.04.22 | 13:19 Uhr
"Wegen des Streiks- Notbetreuung" steht auf einem Hinweis an der Tür einer Schule. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von Sozial- und Erziehungsdiensten zu bundesweiten Streiks aufgerufen. Am Montag, Mittwoch und Donnerstag kommender Woche sollten sie ihre Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Hintergrund sind Tarifverhandlungen für die rund 330.000 Beschäftigten, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt werden.

Auch in Brandenburg sei man gerade dabei, den Streik und entsprechende Aktionen zu organisieren, sagte Andreas Splanemann, Pressesprecher des Landesbezirks Berlin-Brandenburg, rbb|24. In Berlin dagegen werden die Beschäftigten nach einem anderen Tarifvertrag (dem Tarifvertrag für Landesbeschäftigte) bezahlt, hier wird es deshalb keine Auswirkungen des bundesweiten Streiks geben.

Streik nach Arbeitsbereichen auf Tage aufgeteilt

Die zweite Verhandlungsrunde im März war ohne Ergebnis geblieben. Vor der dritten Runde am 16. und 17. Mai in Potsdam soll laut Verdi nun der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöht werden. An den drei Streiktagen in der kommenden Woche soll jeweils ein anderer Bereich bestreikt werden. Am Montag beginnen die Beschäftigten der Sozialarbeit, am Mittwoch folgen Kitas sowie Ganztagsschulen, und am Donnerstag ist ein Streik der Beschäftigten der Behindertenhilfe geplant.

In Brandenburg werde dies vor allem am Mittwoch die kommunalen Kitas betreffen, sagte Andreas Splanemann. Die anderen Einrichtungen seien kleinteilig über das Bundesland verteilt und würden eine Organisation des Streiks dadurch schwierig machen.

Die vom Streik betroffenen Familien werde man informiere, die Organisation dazu laufe gerade noch, sagte Andreas Splanemann rbb|24. Der Landesverband gehe ungefähr von 30.000 betroffenen Personen aus, eine genaue Schätzung sei kaum möglich.

Mehr Zeit für Vorbereitung der pädagogischen Arbeit

Bereits Anfang März hatte es am Weltfrauentag in Kitas und sozialen Diensten im Tarifkonflikt bundesweite Warnstreiks gegeben. Verdi fordert eine Entlastung für die Beschäftigten in diesem Bereich. Wegen mangelhafter Arbeitsbedingungen und unangemessener Gehälter gebe es seit Jahren einen sich zuspitzenden Fachkräftemangel.

"Die Enttäuschung über die Haltung der Arbeitgeberseite, die ein konkretes Angebot bisher verweigert haben, ist massiv", kritisierte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Bei der Frage nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen seien nicht einmal Ansätze für Kompromisse gefunden worden.

In den Verhandlungen forderte die Gewerkschaft Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit. Eine zentrale Forderung von Verdi ist Zeit für Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit.

Sendung: Inforadio, 28.04.2022., 11:45 Uhr

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