Kohle-Embargo der EU - Vattenfall stoppt Einkauf von russischer Steinkohle

Fr 08.04.22 | 16:42 Uhr
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Symbolbild: Vattenfall Berlin (Quelle: dpa/Michael Kuenne)
Video: Abendschau | 08.04.2022 | Bild: dpa/Michael Kuenne

Der Berliner Energieversorger Vattenfall hat den Einkauf russischer Steinkohle gestoppt. Das sagte ein Konzernsprecher am Freitag der rbb24 Abendschau.

In den Berliner Vattenfall-Kraftwerken Reuter West und Moabit wurde bisher bis zu 85 Prozent Steinkohle aus Russland verfeuert. Das Unternehmen habe sich bevorratet und suche jetzt alternative Lieferanten. Engpässe seien nicht zu erwarten. Allerdings müssten an den Kraftwerken einige Umstellungen vorgenommen werden, weil verschiedene Kohle-Sorten auch unterschiedliche Eigenschaften haben.

Branchenverband: Alternativen stehen bereit

Hintergrund des Vattenfall-Vorgehens: Die 27 EU-Staaten haben am Donnerstag ein Embargo für russische Kohle beschlossen. Der Importstopp für Kohle, Holz und Wodka ist Teil des fünften großen Pakets mit Russland-Sanktionen, die von der Europäischen Union auf den Weg gebracht wurden.

Laut einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern des Vereins der Kohleimporteure (VdKi) können die Steinkohle-Importe aus Russland zumindest mittelfristig vollständig durch andere Länder ersetzt werden. "Bis zum nächsten Winter sollte der komplette Verzicht auf russische Kohle möglich sein", sagte VdKi-Vorstand Stephan Riezler am Freitag in Berlin.

Sendung: rbb24 Abendschau, 8. April 2022, 19.30 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Bravo, Leni, immer gib's ihnen. Einige Herren scheinen den Donnerschlag noch immer nicht verstanden zu haben.

  2. 11.

    Als es noch BOLLE gab hatten wir gedacht, dass es alles friedlich bleibt in der Welt nach Fall der Mauer. BOLLE in der Potsdamer Str. in Berlin war das erste Geschäft in dem wir nach Erhalt der 100 DM einkauften. So volle S-Bahnen aber alle friedlich und entspannt. Was hat man nur angerichtet? Wie hat sich so viel negativ entwickeln können ? Nun sogar Krieg nicht weit weg und nicht ohne Gefahr.

  3. 10.

    Statt euch darüber auszulassen, dass es keine Alternativen gäbe, fangt lieber an über sie nachzudenken! Wir hatten 30 Jahre Zeit. Nun sind es nur noch 3. Sonst entscheidet die Natur und das schneller als wir denken. Es ist 10 NACH 12. Begreift das endlich.

  4. 9.

    "Zumal der Energiebedarf durch E-Mobilität massiv steigt."
    Also meine Erfahrung ist eine andere.
    Meine neuer Stromer bislang ca. 21kWh/100km nur Winterbetrieb, wird derzeit stetig weniger.
    Netzverluste, Kraftwerkswirkungsgrad würde ich mal in Summe mit einem Faktor 3 bewerten wobei das schon eher schlecht ist. Macht 63kWh/100km.
    Mein alter Dienstwagen ca. 8l/100km Benzin. macht ca. 68kWh, dazu ca. 10kWh für Raffinerie, Transport und Vertrieb. Faktor 3 für den indirekten Teil. Macht 98kWh/100km. Ölgewinnung und Transport lass ich großzügigerweise aussen vor, findet ja nicht in Deutschland statt.
    Energiebedarf sinkt also.
    Wissenschaftlich exakt werden Sie den Vergleich sicher im Netz finden.
    Was meinen Sie mit PT auf dem Dach? Vielleicht PV? Warum sollte der Vermieter Kosten umlegen, wenn er die Anlage mit Gewinn betreiben kann. Da entstehen keine umlegbaren Kosten.
    Ansonsten ja von heute auf morgen wird es nix.

  5. 8.

    Ein sofortiger Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist nicht machbar, da keine Alternative vorhanden ist. Keine der vorhandenen EE ist lieferstabil und dauerhaft verfügbar. Zumal der Energiebedarf durch E Mobilität massiv steigt.

    Selbst der Ausbau mit PT auf Hausdächern in den Großstädten scheitert kläglich. Wenn der Vermieter eine PT Anlage auf dem Dach anbringen lässt, muss er die Kosten auf die Miete umlegen.

    Die Ökos sollten sich lieber an der Realität orientierten

  6. 7.

    Politisch Flagge zu zeigen, ist dem Unternehmen erstmal hoch anzurechnen. Da der Glockenschlag zur ökologisch notwendigen Energiewende bei Vattenfall angkommen zu sein scheint, bleibt zu hoffen, dass in der Vorstandsetage und im Aufsichtsrat in Zukunft darauf verzichtet wird, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu torpedieren und durch Lobbyisten wie U. Freese direkten Einfluss auf die Bundesregierung zu nehmen.
    https://wärme.vattenfall.de/energie-news/heizkraftwerk-mit-turbo-funktion!/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Vattenfall_(Deutschland)#Lobbyismus

  7. 6.

    Die EE sind noch lange nicht in der benötigten Menge und absolut lieferstabil vorhanden. Wind und Sonne reichen nie in nimmer. Um allein die Jahresmenge an russischem Gas durch LNG zu ersetzen. brauchen wir 12 LNG Terminals, die unter Volllast laufen müssen.

    Die Grünen sind Weltmeister im Schönreden

  8. 5.

    Genau solche Aussagen bremsen seit 30 Jahren Fortschritt!! Es gilt, nicht zu schauen, warum etwas nicht geht sondern zu überlegen WIE erneuerbare Energien schnellstmöglich in die Nutzung kommen. Dazu gehört aus meiner Sicht, den Einsatz fossiler Brennstoffe sofort zu stoppen. Die Sanktionen gg russische Kohle sind ein kleiner Anschieber dafür. Wir haben keine Zeit mehr zu verschwenden!

  9. 4.

    Das sind Heizkraftwerke. Heizen mit Erneuerbaren Energien - so desolat, wie die Eneriewende von den Konservativen gemeinsam mit den Sozen und den "Liberalen" umgesetzt wurde, wird das noch eine Weile dauern.

  10. 3.

    Es gibt Leute, und nicht nur H. Macron, die zählen auch die Kernenergie zu EE mit dazu, damit es dann reicht. Man kann auch Energie einsparen durch Nichtstun und Festkleben. Da arbeiten ganz bestimmte extremistische (Umverteiler-)Kreise gerade an der „Salonfähigkeit“... merkt man überall...

  11. 2.

    >"Langfristig braucht man die russische Kohle nicht durch andere Kohle zu ersetzen. Dafür gibt es die erneuerbaren Energien. "
    Ja ja... Sie Technikassistent. Kohle- und Gaskraftwerke sind derzeit noch wichtig für die Abdeckung der Spitzenlasten.
    Weil: Die können schnell und berechenbar ihre Leistung hoch- oder runterfahren je nach Bedarf.
    Das Versuchen Sie mal mit Wind und Sonne zu machen.
    Kernkraftwerke können das auch, aber...
    In gaaaanz weiter Zukunft wird diesen Spitzenlastbedarf vielleicht gespeicherter "grüner" Wasserstoff abdecken.
    Aber bis dahin werden wir wohl um Kohle oder Gas für Spitzenlasten nicht drumherum kommen.

  12. 1.

    Langfristig braucht man die russische Kohle nicht durch andere Kohle zu ersetzen. Dafür gibt es die erneuerbaren Energien.

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