Rückgang bei festgestellten Parkverstößen - Deutlich weniger Bußgeldbescheide an Berliner Falschparker

Do 26.05.22 | 09:32 Uhr
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Archivbild: Eine Fahrradfahrerin weicht einem Auto aus, das auf dem Fahrradstreifen parkt (Bild: dpa/Andreas Gora)
Bild: dpa/Andreas Gora

Berliner Autofahrer haben in den vergangenen 14 Monaten mehr als 1,6 Millionen Euro an Verwarn- und Bußgeldern bezahlen müssen, weil sie zum Beispel auf Radwegen, Busspuren und Gehwegen geparkt haben. Das bedeutet einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Jahren 2019 und 2020.

Insgesamt rund 51.400 dieser Ordnungswidrigkeiten erfasste die Bußgeldstelle der Polizei von März 2021 bis Anfang Mai dieses Jahres - so die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen.

Meiste Verstöße in Tempelhof-Schöneberg registriert

2019 wurden rund 29.000 Bußgeldbescheide wegen Parkens auf Busspuren verschickt. 2020 waren es knapp 20.800 und im vergangenen Jahr knapp 18.300. Bei den Radwegen ging es von rund 18.000 (2019) auf knapp 12.000 (2021) herunter.

Entweder hielten sich mehr Berliner Autofahrer an die Halte- und Parkverbote auf den Radwegen und Busspuren - oder es wurde nur ein kleinerer Teil der Verstöße geahndet, beispielsweise wegen weniger Kontrollen. Hierzu traf die Senatsverwaltung keine Aussagen. Die Zahl der Kontrollen werde nicht erfasst, hieß es in der Antwort.

Im Bezirksvergleich lag im vergangenen Jahr Tempelhof-Schöneberg vorne, mit mehr als einem Viertel der insgesamt festgestellten Parkverstöße, gefolgt vom Bezirk Mitte. Auffällig war der Rückgang in Friedrichshain-Kreuzberg: Zwischen 2019 und 2021 sank die Zahl der registrierten Verstöße um mehr als 80 Prozent. Der Bestand der dort gemeldeten Pkw ist in dieser Zeit leicht gestiegen, nicht gesunken - auch wenn der Bezirk bundesweit die wenigsten Pkw pro 1.000 Einwohner verzeichnet.

Sendung: Fritz, 26.05.2022, 08:20 Uhr

39 Kommentare

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  1. 39.

    Ich hoffe, dass es daran liegt, dass die Autofahrer die Gesetze besser beachten. WAS ICH ABER BEZWEIFLE!
    Ich denke eher daran, dass die Ordnungsämter wegen Personalausfällen nicht in der Lage sind aber leider auch oft aus Faulheit das eine oder andere Vergehen "übersehen".

  2. 38.

    @ Jammas, die Parkscheibe ist gut sichtbar hinter das Fenster zu platzieren, allerdings ist der Mitarbeiter vom Ordnungsamt nicht verpflichtet, nach der Parkscheibe zu suchen.
    Daran wird's gelegen haben.

  3. 37.

    Tja und wenn man sich dazu noch die Webseite von "Weg.li" ansieht, auf der es unter "Leaderboard" zugeht wie in einem schlechten Telespiel, inkl. "Mitarbeiter des Monats" und "All-Time-High", kann ich durchaus verstehen, das "Anzeigen", generiert von solchen, imho rechtlich zweifelhaften, Tools wohl überwiegend in die Tonne kommen.
    Falsches Parken, gerade zu Lasten anderer, geht gar nicht. Es gibt Parkhäuser, zwei- dreihundert Meter latschen sollte für jeden nicht körperlich benachteiligten drin sein, letztlich hundert Meter weniger als zur avisierten Haltestellendichte. Aber ebenso daneben ist eine "Ansch...App". Wenn jemanden was stört, kann er dazu auch mit seinem Namen stehen. Ich für meinen Teil halte dies so und habe bisher weder "Drohbriefe" noch ernstzunehmenden "Besuch" bekommen.

  4. 36.

    Ich verstehe nicht, wieso nicht mwhr kontrolliert wird. In unserer Straße wird ständig auf Gehwegen, vor abgesenkten Bordsteinen und bis in Kreuzungen herein geparkt. Das ist teilweise "nur" ärgerlich, teilweise gefährlich. Ständig wird davon geredet, dass zu viele Unfälle passieren. Und trotzdem wird es kaum geahndet, dass Fahrzeuge auf Radwegen, Gehwegen, Zebrastreifen und bis in Kreuzungen herein stehen.
    Als gesunder Erwachsener ist das schon ärgerlich, mit meiner Schwiegermutter im Rollstuhl noch ärgerlicher (zu 2. geht es noch, aber wie soll sie denn allein hohe Bordstein herunter, weil die niedrigen zugeparkt sind?!), für Kinder und Radfahrer ist es einfach nur gefährlich, wenn sie erst kurz vor knapp an Kreuzungen gesehen werden, weil das stehende Fahrzeug die Sicht versperrt.
    Ernsthaft, wann wird da endlich etwas geändert?!

  5. 35.

    Zitat: "Wenn irgend möglich, holzt man das auch noch der AfD auf. Ich habe nichts für die übrig, aber es fällt doch auf, wie oft die das zugeschoben kriegen."

    Dafür, dass Sie "nichts für die übrig" haben, stellen Sie hier aber eine völlig zusammenhanglose Behauptung auf, die nicht nur bzgl. Ihrer Beteuerung einfach keinen Sinn ergibt.

  6. 34.

    Zitat: "Fabian, sie sind bestimmt ein Radfahrender . . . Ich finde es toll, dass Sie hier zum denunzieren aufrufen. Das fördert den Zusammenhalt der am Verkehr teilnehmenden Menschen."

    Es hätte mich auch gewundert, wenn unter einem Artikel zu Falschparkern nicht auch "Kampfradler" zur Sprache kämen. Noch mehr wundert mich aber, dass Sie Falschparker als am Verkehr teilnehmende Menschen bezeichnen, denen Solidarität im Sinne eines "Zusammenhaltens" gebührt, Dirk.

  7. 33.

    Ob so eine App geeignet ist um eine Verfolgung einer Anzeige zu erreichen? Die Voraussetzungen kann man jedenfalls hier nachlesen: https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/bussgeldstelle/anzeigenerstattung/
    So eine "schottische Anzeige", also von Ann O'nym z.B. dürfte eher in Rundordner landen, wenn man sich die dortige Tabelle so ansieht.

  8. 32.

    "Wenn man noch die StVo bei Radfahrern konsequent anwenden würde, Berlin wäre reich. Gehwegradeln, rote Ampeln…."

    Immer wenn sich Verkehrsrowdys ertappt fühlen zeigen sie auf andere. Typisch.

  9. 31.

    "Allein, es sind nirgends die Freunde vom Ordnungamt zu sehen. Manche Autos stehen den ganzen Tag im absoluten Halteverbot und es passiert nichts! Warum bleibt der Senat und die Bezirksämter so tatenlos?"

    Wieso Senat? Das ist Aufgabe der Ordnungsämter!

  10. 30.

    #Bine, Sie haben wohl noch nie in Auto rumgekramt, mit Taschen und Beuteln und einem zappeligen Hund ? Wenn ja, dann würden Sie jetzt nicht so klugschnacken.

  11. 29.

    Ich frage mich, wie eine Parkscheibe vom Fenster auf den Sitz "rutschen" kann. Das muss eine sehr talentierte Parkscheibe sein, die solche Weitsprünge hinbekommt. Sie haben nicht bezahlt, weil Sie Ihre Nerven schonen wollten, sondern weil Sie etwas falsch gemacht hatten.

  12. 28.

    So so, mit Pollern fühlen Sie sich als Radfahrer also sicherer. Haben Sie auch einmal daran gedacht, was bei einem Sturz (soll bei Radfahrern vorkommen) passiert? Von wegen sicherer.

    Was "weniger Parkverstöße" angeht: Wird denn in Berlin überhaupt irgend ein Gesetz kontrolliert? Es werden ständig neue Regeln aufgestellt. Nur hält sich keiner dran und es kontrolliert keiner.

  13. 27.

    Sind Sie denn sicher, dass die Anzeigen auch gelesen, geschweige denn verfolgt werden? Gibt es eine Antwort oder ist gerade kein Personal da, weil alles beim OA abgeladen wird, vom Lärm bis zum Hausmüll auf der Strasse? Da hat man doch einen richtigen Blitzableiter eingerichtet, auf den man alles abschieben kann. Wenn irgend möglich, holzt man das auch noch der AfD auf. Ich habe nichts für die übrig, aber es fällt doch auf, wie oft die das zugeschoben kriegen.

  14. 26.

    Sie wollen also für Rechtsbrecher einen rechtsfreien Raum schaffen und kehren dafür das Täter-Opferverhältnis um. Zynischer geht es nicht! Nach Ihrer Sicht kann sich auf der Straße sein Recht rausnehmen und andere Verkehrsteilnehmer ungestraft gefährden oder gar verletzen.

  15. 25.

    „Knölli“ ist auch eine tolle App, Falschparker aufs Korn zu nehmen und dem Ordnungsamt ein Foto zu schicken.
    Ich ärgere mich täglich über zugestellte Zufahrten zur Tiefgarage in der Wendenschloßstraße. 50 m weiter fahren und alle Probleme sind gelöst. Ich fasse mich jedes Mal an den Kopf über so viel Intelligenz!

  16. 24.

    Diese Austellung ist ja wohl ein Scherz!
    Da klaffen Theorie und Praxis wohl sehr weit auseinander.
    Ich lade gern mal in den Gesundbrunnen ein. Da werden Fußwege, Grünflächen, abgesenkte Bordsteinkanten regelmäßig zugeparkt, gelegentlich sogar komplett die Fußgängerampel. Es interessiert niemanden!
    Als ich einmal eine Polizeistreife darauf aufmerksam machte, meinten diese, das wäre nicht ihre Aufgabe. Dafür sei das Ordnungsamt zuständig.
    Ordnungsamt? Nie gesehen!

  17. 23.

    Gott sei Dank sind Radler alles Engel, die brav nicht auf dem Gehweg rasen, die brav nicht über eine rote Ampel fahren und die brav nicht den Schulterblick vergessen.

  18. 22.

    Wenn man noch die StVo bei Radfahrern konsequent anwenden würde, Berlin wäre reich. Gehwegradeln, rote Ampeln….

  19. 21.

    Warum müssen Sie die Leute vom Ordnungsamt als "Honks" bezeichnen, wenn Sie einen Fehler gemacht haben?

  20. 20.

    Das hat nichts mit Denunziantentum zu tun, wenn ich persönlich betroffen bin und mich aufgrund des Falschparkers in eine Gefahrensituation begeben muss. Sie wollen offenbar die Täter schützen, aus welchem Grund auch immer.
    Mit den Falschparkern sprechen endet leider zu oft in Gewaltandrohung von deren Seite.
    Bin übrigens selbst PKW-Fahrer, aber auch Radfahrer.

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