Himmelfahrt und Pfingsten - Berliner Tourismusbranche erwartet im Mai und Juni viele Kurzurlauber

Di 10.05.22 | 16:52 Uhr
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Fahrradtouristen besichtigen auf ihrer Tour durch die Mitte der Hauptstadt, bei Temperaturen um 25 Grad Celsius, das Humboldt-Forum, das nei Berliner Stadtschloss. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Audio: rbb 88,8 | 10.05.2022 | 15:30 Uhr | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Die Berliner Tourismusbranche erwartet in den kommenden Wochen zahlreiche Gäste in der Stadt. "Pfingsten und Himmelfahrt sind klassische Zeiten für Städtereisen. Die Buchungen sehen positiv aus", sagte der Sprecher von Visit Berlin, Christian Tänzler, der Deutschen Presse-Agentur. Er rechne außerdem mit vielen kurzfristigen Buchungen.

Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ist optimistisch, was die Auslastung der Hotels betrifft, wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn sagte.

Internationale Gäste vor allem aus Nachbarländern

Neben den Feiertagen zögen auch viele Veranstaltungen Menschen in die Stadt. Im Juni seien zum Beispiel das Greentech Festival im ehemaligen Flughafen Tegel und die Special Olympics geplant. Außerdem beginne der Kultursommer, der an 90 Tagen und 90 Orten 90 Veranstaltungen biete. "Auch das Finale im DFB-Pokal findet wieder mit Zuschauern statt", sagte Tänzler. Viele seien auch neugierig auf Neues, etwa das Humboldtforum, die Kinderwelt im Jüdischen Museum oder das Samurai-Museum. All das seien Leuchttürme, die Anlass zur Hoffnung auf viele Besucher böten.

Auch aus Sicht von Visit-Berlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker ist die Hauptstadt als Reiseziel nach wie vor attraktiv: "Die Marke Berlin hat die Corona-Pandemie unbeschadet überstanden." Während ausländische Besucher vor der Pandemie vor allem aus Großbritannien und den USA gekommen seien, habe sich der Schwerpunkt auf Nachbarländer verschoben, aus denen die Anreise ohne Flug zügig möglich sei, so Tänzler.

Ukrainische Geflüchtete finden Jobs

Wie viele Hotels und Gaststätten wegen der Pandemie schließen mussten, ist unklar. Hier lägen noch keine genauen Zahlen vor, sagte Buchhorn. Einige Häuser seien auch nur zeitweise geschlossen gewesen.

Ein weiteres Problem sind Personalengpässe in Hotels und Gaststätten. Ihm seien einige Betriebe bekannt, die bereits ukrainische Geflüchtete eingestellt hätten. Der Verband beteilige sich außerdem am 2. Juni an einer Stellen- und Informationsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer für ukrainische Flüchtlinge mit Arbeitserlaubnis – in der Hoffnung, weitere Mitarbeiter zu finden.

Zahl der Übernachtungen in Berlin gestiegen

Derweil ist die Zahl der Übernachtungen in Berliner Hotels, Pensionen und Gasthöfen in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter gestiegen. Sie liegt aber immer noch weit unter dem Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie.

Im 1. Quartal wurden rund 3,5 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben der Hauptstadt gezählt, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg nach vorläufigen Berechnungen am Dienstag mitteilte. Das seien rund 269 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum, in dem die Vermietung zu touristischen Zwecken untersagt war. Im Vergleich zum 1. Quartal 2019, das nicht von der Corona-Pandemie beeinflusst war, gab es den Angaben zufolge aber nur halb so viele Übernachtungen.

Auch die Zahl der Gäste war geringer: Sie ging von drei Millionen im ersten Quartal des Jahres 2019 auf 1,4 Millionen im selben Zeitraum dieses Jahres zurück. Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich die Situation der Berliner Beherbergungsbetriebe allerdings verbessert: Im ersten Quartal des Jahres 2021 gab es fast eine Million Übernachtungen in Berlin, 2,5 Millionen weniger als 2022.

Sendung: rbb24 Inforadio, 10.05.2022, 16:00 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Interessant, gilt diese denn nur für Hotels, Pensionen etc. oder auch für private Vermieter wie Airbnb? Vielleicht sollte man den Preis anheben und dann das ÖPNV Ticket implementieren.

  2. 3.

    Die Citytax gibt es in Berlin ja schon seit Januar 2014. Ob damit allerdings Vergünstigungen auf BVG oder Tickets für Veranstaltungen enthalten sind, weiß ich nicht.

  3. 2.

    Diese neudeutsch "Citytax" ist ja nichts anderes als in klassischen Urlaubsregionen die Tourismusabgabe oder Kurtaxe. In vielen Tourismusgebieten mit dieser Abgabe ist in der Tat ein ÖPNV Ticket für den regionalen Nahverkehr und weitere Vergünstigungen der touristischen Angebote enthalten. Das wäre für Berlin in Tat doch mal ne Idee.
    Den anreisenden Touristen nützt das allerdings nichts. Die kommen meist entweder mit Fernzügen, dem Flieger, dem Bus oder eben privat mit PKW angegurkt.

  4. 1.

    Könnten wir für die Zeit der Feiertage dann bitte bereits mal zum Test die ÖPNV-Ticketpflicht für Übernachtungsgäste in Berlin (Hotel, Pensionen, Ferienwohnungen...) einführen? Nach dem Vorbild der "Citytax" in anderen Städten. Das wäre super, weil die sonst alle wieder mit Reisebussen oder dem eigenen Auto unsere schöne Stadt verstopfen.

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