Tarifverhandlungen in Potsdam - Verdi ruft zu Warnstreiks in Brandenburger Kitas und Horten auf

Mo 16.05.22 | 08:18 Uhr
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Kita-Beschäftigte protestieren am 16.05.2022 in Potsdam (Quelle: rbb/Daniel Gaesche)
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Video: rbb|24 | 16.05.2022 | Material: rbb24 Brandenburg aktuell | Bild: rbb/Daniel Gaesche

Eltern in Brandenburg müssen sich am Montag auf geschlossene Kitas und Horte einstellen. Mit einem Warnstreik will Verdi den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen. Ob es bei dem einen Mal bleibt, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Im Zuge der Tarifauseinandersetzung mit den kommunalen Arbeitgebern für die Sozial- und Erziehungsdienste hat die Gewerkschaft Verdi für Montag zu Warnstreiks in Brandenburger Kitas und Hort-Einrichtungen aufgerufen. Dann werden in Potsdam die bundesweiten Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) fortgesetzt.

Verdi teilte mit, dass am Montag zahlreiche Kitas im Land komplett geschlossen bleiben dürften, voraussichtlich in Zossen, Königs Wusterhausen, Ludwigsfelde, Panketal oder Blankenfelde-Mahlow. Nach Gewerkschaftsangaben wurden betroffene Eltern bereits informiert.

Demo und Kundgebung in Potsdam

Zu einer Demonstration und einer Kundgebung vor dem Tagungshotel werden am Montagvormittag in Potsdam laut Verdi mehr als tausend Teilnehmer aus Brandenburg sowie weitere hundert aus Sachsen-Anhalt und Thüringen erwartet. Start ist laut Verdi um 8:30 Uhr am Schillerplatz, von dort führt anschließend eine Demo über Zeppelinstraße/Luftschiffhafen zum Kongresshotel, wo die Protestierenden gegen 9:50 Uhr eintreffen sollen. Ab 10 Uhr findet dort eine Kundgebung statt, wo der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke und seine Stellvertreterin Christine Behle sprechen wollen.

Tarifverhandlungen bislang ohne Ergebnis

Die Gewerkschaft fordert eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie finanzielle Verbesserungen für die bundesweit rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. "Mit dem Streik auch in den Brandenburger Kitas wird vor der so wichtigen dritten Verhandlungsrunde der Druck noch einmal erhöht", teilte Andrea Kühnemann, stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin am Donnerstag mit.

Bisher verliefen die beiden vorangegangenen Tarifrunden im Februar und im März erfolglos. Bislang liegt nach Angaben von Verdi kein konkretes Angebot der Arbeitgeberseite vor.

Zuletzt rief Verdi Anfang Mai zu einem bundesweiten Warnstreik auf, an dem sich in Brandenburg etwa 1.000 Kita-Beschäftigte beteiligten.

Arbeitgeber zeigen Kompromissbereitschaft

Die Präsidentin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Karin Welge, kritisierte die Streiks als unangemessen. "Jeder Streiktag führt zu weniger Betreuung und einem Verlust an Vertrauen in unsere Daseinsvorsorge, aber nicht zu besseren Ergebnissen", sagte Welge der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag).

Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen äußerte die Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite aber Kompromissbereitschaft. "Wir hoffen auf einen sehr konstruktiven Kompromiss, zu dem wir ohne Weiteres bereit sind", erklärte sie. "Es gibt nichts Wichtigeres als Frieden in diesen Tagen - und keinen Grund, einen großen Arbeitskampf vom Zaun zu brechen."

Die VKA war zunächst mit der Position in die Gespräche gestartet, dass die Entgelte der kommunalen Beschäftigten bereits meist über denen bei anderen Trägern im Sozial- und Erziehungsdienst liegen. Zudem wurde vor den Kosten von mindestens einer halben Milliarde Euro von einem Teil der Forderungen gewarnt.

Sendung: rbb24, 16.05.2022, 6:00Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    na so ein Blödsinn …
    Man sollte mal überlegen, wer die wirklichen Preistreiber sind!!!
    Erzieher sollten genauso gerecht entlohnt werden,

  2. 9.

    Selten so einen unklugen Beitrag gelesen. Sie halten doch bestimmt auch die Hand auf wenn es mehr Geld gibt?

  3. 7.

    Da muss ich Ihnen als Mutter eines kleinen Kindes leider zustimmen. Man sucht verzweifelt nach einer Betreuungsmöglichkeit, in der das Kind auch gefördert wird und nicht nur aufbewahrt wird - als hätte man eine Wahl. Aber bei einem Betreuungsschlüssel von 13 kleinen Kindern ist mir unklar, wie die Erzieher das leisten sollen. Kinder sind in Deutschland nur ein notwendiges Übel. Was leider für die Zukunft sehr kurz gedacht ist.

  4. 6.

    "Ob es bei dem einen Mal bleibt, [...]"
    Es ist das dritte Mal in den letzten Wochen! Dazu kommen zahlreiche Bitten, die Kinder früher abzuholen oder wenn möglich gar nicht zu bringen (die besonderen Bedingungen zur Pandemie lassen wir mal außen vor). Und wir Eltern (die mal nebenbei gesagt für die Betreuung nicht eben wenig bezahlen) sollen das ohne Murren tragen. Zumindest mein Arbeitgeber (und er ist sicher nicht der einzige) hat inzwischen nur noch bedingt Verständnis.

  5. 5.

    Wichtiger als Geld wäre eine Förderung der Ausbildung und mehr Stellen.

    Was bringen mir lächerliche 5% mehr Lohn wenn ich ständig durch Krankheit und Urlaub mit 20 und mehr Kindern alleine da stehe? Man weiß gar nicht mehr was man zuerst macheb soll, bekommt von den Eltern und dem Arbeitgeber Kritik weil man nichts mehr schafft... meine Kollegen die in Rente sind (oft vorzeitig mit Abzügen) sind heilfroh da raus zu sein. Obwohl sie den Job so gerne gemacht haben.

    Ich werde sobald es möglich ist auch aus der Kita raus gehen. Man kann es nicht mehr verantworten und brennt irgendwann regelrecht aus.

  6. 4.

    Die öffentlichen Auftraggeber beim Bau vereinbaren mit den Auftragnehmern Stoffgleitklauseln um die sprunghaften Preissteigerungen auszugleichen.
    Bei den Arbeitnehmern sollte auch eine Inflationsgleitklausel in die Tarifverträge kommen.
    In Polen liegt die Inflation derzeit über 12% und man erwartet in weiteren Jahresverlauf 15%. Das wird bei uns wohl auch kommen, wenn russisches Öl/Gas substituiert werden muss.

  7. 3.

    Es geht hier in erster Linie um den Betreungsschlüssel. Meine Tochter ist in dem Beruf in der Kita tätig. So viele Missstände dort. Bin froh keine kleinen Kinder mehr zu haben. Wenn jemand wegen Krankheit oder Urlaub ausfällt, passiert es oft , das ein Erziher für über 25 Kinder da ist... alles nur noch Aufbewahrungsstellen. Erzieher kommen gar nicht mehr dazu , pädagogische Arbeit zu Leisten. Hinzu kommt dadurch, das es oft psychische Krankmeldungen gibt, da ständig unterbesetzt . In der heutigen Zeit, würde ich keine Kinder mehr bekommen. Projekte werden auf Eis gelegt, da der Schlüssel vom Personal nicht stimmt.

  8. 2.

    Wie wäre es denn mal mit 7% weniger über 2 Jahre? Damit würde die Allgemeinheit entlastet werden. Damit kann man die Inflation entschärfen.

  9. 1.

    Hoffentlich zeigt sich Verdi stark und holt eine der Inflation entsprechende Erhöhung heraus. Der VKA braucht nicht mit lächerlichen 5 Prozent über 2 Jahre kommen. Es braucht jeden Jahr mind 7 Prozent.

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