Reaktivierung der S-Bahn-Strecke - Giffey will unterirdische Verlängerung der Siemensbahn

Fr 06.05.22 | 18:03 Uhr
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Ehemaliger S-Bahnhof Siemensstadt (Quelle: rbb/Pohl)
Video: Abendschau | 06.05.2022 | Martin Küper | Bild: rbb/Pohl

Bis 2030 soll die Siemensbahn, eine stillgelegte Trasse im Berliner Nordwesten, reaktiviert werden. Für eine Verlängerung nach Hakenfelde befürwortet die Regierende Bürgermeisterin Giffey eine unterirdische Strecke, wie sie dem rbb sagte.

Die Siemensbahn im Berliner Nordwesten soll, wenn möglich, unterirdisch verlängert werden. Das sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey am Freitag dem rbb.

Deswegen sei wichtig, bei der Reaktivierung der ehemaligen S-Bahn-Strecke "keine bauliche Entscheidung zu treffen, die dazu führt, dass man nicht mehr weiterentwickeln kann". Es sei nachhaltig, so Giffey, die Verlängerung von der Siemensstadt bis zum Spandauer Ortsteil Hakenfelde bereits jetzt mitzudenken.

Eine endgültige Entscheidung dazu steht allerdings noch aus, bislang ist nur die Reaktivierung der bestehenden Strecke bis 2030 geplant.

Tunnel unter der Wasserstadt Oberhavel

Anfang des Jahres hatte der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) in einer Studie festgestellt, dass eine Verlängerung der Siemensbahn bis nach Hakenfelde technisch möglich wäre. Dafür wurden drei Varianten ins Gespräch gebracht, von denen zwei allerdings nur als Tunnelbau umsetzbar wären: Die Strecke würde dann unter der Wasserstadt Oberhavel hindurchführen.

Für die Verlängerung im Tunnel müsste die Bahn die Pläne für die Siemensbahn aber anpassen. "Wir müssten hinter Siemensstadt auf der bisherigen Trasse in die Tiefe gehen", sagte der Bahnbevollmächtige für Berlin, Alexander Kaczmarek, dem rbb.

Das sei bautechnisch aber "machbar", so Kaczmarek – sofern die Politik sich für die unterirdische Verlängerung entscheide. Zunächst soll die Siemensbahn aber auf der historischen Trasse oberirdisch bis zum Bahnhof Gartenfeld reaktiviert werden – mit der Option, die Strecke später auch unterirdisch fortzuführen.

Bauarbeiten bis Mitte der 2030er Jahre

Eine Verlängerung der Siemensbahn über die Station Gartenfeld hinaus könnte nach Einschätzung von Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese bis Mitte der 2030er Jahre dauern. Ende September 2021 hatte die Bahn begonnen, alte Schwellen und Schotter an der stillgelegten Strecke abzuräumen. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen voraussichtlich ab Mitte 2026 beginnen.

Siemensbahn soll unterirdisch durch Spandau verlängert werden (Quelle: mappa.pro/rbb)

Sendung: Inforadio, 06.05.2022, 18:00 Uhr

39 Kommentare

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  1. 39.

    Dann aber bitte im Tunnel auch gleich einen Radweg mitbauen!

  2. 38.

    "Anstatt nur neue Bahnstrecken zu bauen sollte man sich lieber mal darum kümmern, die vorhandene Infrastruktur im ÖPNV auf Vordermann zu bringen."

    Das bringt aber nicht soviel Gewinn. Das wird das nächste Milliardengrab aber Giffey muß liefern. Die Berliner sPD und die hiesige Betonmafia, da muß man seinen Verflechtungen, pardon... Verpflichtungen nachkommen. Garski lässt grüßen.

    Nach der A 100 und den U-Bahn Verlängerungen, nun auch noch ein sinnloses Projekt mit unberechenbaren Baugrund. Die Betonmafia reibt sich die Hände.

  3. 37.

    Wieso wenden? Die Bahn weiter führen und in der Wichert Straße an die Bötzowbahn anbinden. Dann geht's weiter bis Bahnhof Spandau. Theoretisch wäre sogar ein Ringverkehr Spandau Siemensstadt Hakenfelde Falkenhagener Feld Spandau möglich. Ginge in beide Richtungen.

  4. 36.

    Der DB ist das Brückenthema bei der Schleuse wie auch weiterer Neubauten bereits am Westhafen beginnend bewusst. Gesetzt sind deshalb für mehrere Abschnitte Planfeststellungsverfahren. Bei der Brücke steht eine zumindest anteilige Kostenübernahme durch den Bund zur Diskussion.

  5. 35.

    Da habe ich sie falsch verstanden. Entschuldigung. Von der Siemensbahnbrücke ist nur noch der Teil über den Nebenarm der Spree erhalten. Bei einer Spreequerung müsste die Brückenhöhe also mind. auf dem Niveau der Mörschbrücke und der ebenfalls bestehenden Ringbahnbrücke am Tegeler Weg liegen, was ich technisch für unproblematisch halte. Ob die zu errichtende Brücke planungsrechtlich als Ersatzbau im Rahmen einer Reaktivierung der Bahnstrecke oder kompletter Neubau zählt kann ich nicht sagen. Die aktuellen rechtlichen "Feinheiten" sind mir dazu nicht geläufig.

  6. 34.

    Also quasi Bahndamm statt Bieberdamm ;-)
    Jetzt im Ernst: Der Platzbedarf und der Aufschrei der Anwohner würde bei einer oberirdischen Variante ungleich höher werden. Die Insel Gartenfeld würde geteilt oder eine andere Trassenführung gefunden werden. Der Baugrund ist dabei, wie Sie selber ja angemerkt haben, auch nicht ganz ohne.

    Es fehlt vor allem ein Verkehrskonzept für Spandau unter Berücksichtigung von Bus, Tram, U- und S-Bahn sowie der zunehmenden Pendlerzahl aus dem Umland. Stattdessen wird Flickwerk betrieben. Von hinten durchs Auge steht auch die Bötzowbahn zur Diskussion wie sich doch endlich auch bei der Tram etwas bewegt und es zu der am 12.5. eine Infoveranstaltung geben soll. Die weiterhin aktuelle U7-Verlängerung darf auch nicht vergessen werden. Nur um den O-Bus ist es stiller geworden. Bezeichnend für die aktuelle Verkehrspolitik ist die Drohung von Siemens, in einer anderen Metropole zu investieren, wenn nicht die Siemensbahn reaktiviert wird.

  7. 33.

    1. Sie haben eine politische Stellungnahme abgegeben, indem sie Toska zugestimmt haben und als (schlechtes) Beispiel China genannt haben. Wie dort mit Betroffenen und Arbeitern umgegangen wird dürfte bekannt sein.

    2. Ich habe nichts unterstellt, sondern eine Frage gestellt. Erkennt man am Fragezeichen.

    3. Ich habe etwas zum Bericht beizutragen. Auf jeden Fall keine dummen Vergleiche mit einer Diktatur, die keine Menschenrechte kennt.

    4. "Wir" sind nicht zu langsam, sondern setzen demokratische Rechte von Anwohner und Betroffenen um. Manchen gefällt das nicht und schielt deswegen auf Diktaturen die sich nicht um Menschenrechte scheren.

  8. 32.

    Ich dachte eher an die Brücke an der Schleuse Charlottenburg. Die lässt sich nicht so schnell wieder aufsetzen. Zumal das in der aktuellen Diskussion scheinbar noch niemandem aufgefallen ist.

  9. 31.

    Toll Zeichenbegrenzung :-( .
    Für eine oberirdische Variante würde eine geringere Belastung des bebauten Grundes einhergehend mit einem geringeren Eingriff in die gewachsenen Bodenstrukturen sprechen. Somit auch für eine Verminderung von Baufolgeschäden sorgen. Notwendige Brückenbauwerke könnten durch Tiefgründungen, standsicher und dauerhaft errichtet werden. Eine Grundwasserabsenkung wäre nicht zwingend notwendig.

  10. 30.

    Beim Bau der U-Bahn nach Spandau befürchtete man Schäden durch Setzung des Baugrundes an der Zitadelle, im Kolk und in der Altstadt. Diese hielten sich glücklicherweise in überschaubaren Rahmen (anders als am nassen Dreieck). Die Technik hat sich ja weiterentwickelt und Schildvortrieb oder Senkkasten, auch mit Vereisung, sind keine Zauberei mehr. Allerdings schienen unsere Vorfahren noch gewusst haben wie man in sumpfigen / morastigem Gebieten dauerhaft und sicher baut. Nun hat Spandau auch noch den mit höchsten Grundwasserstand in Berlin und in dieser "Matschepampe" werden Neubauten teilweise "hingerotzt". Die Wasserstadt selbst ist ja auch wohl etwas "wackelig" - wie man bei einem Wohnbauprojekt in Nähe der Wasserstadtbrücke feststellen musste. Letztere senkte sich "etwas" ab und musste saniert werden.

  11. 29.

    "von jungfernheide über spandau nach henningsdorf und gatow"
    Die Strecke wäre sowas von realitätsnah, das traue ich dem Senat glatt zu. Zum "Erklimmen" der Kalorienhöhe, äh, Karolinenhöhe kommt dann 'ne Untersützung durch 'ne Zahnradbahn - in der Schweiz gehts ja auch ;-).

  12. 28.

    Man könnte auch wie auf der alten Siemensbahn am Bahnsteig wenden.

    Die Kosten werden sicherlich das größte Hindernis sein, wobei viele Ihrer Punkte aber erst Recht gegen eine oberirdischen Variante sprechen. Bis dieser Senat sich zu einer Entscheidung aufraffen wird, wird aber noch viel Wasser die Havel herunter fließen und unzähligen Menschen dem überfüllten Bussen hinterher schauen.

  13. 27.

    Wenn man davon ausgeht, dass die unsägliche „Kanzler-Bahn“, mit ihren 2,2 km fast 12 Jahre Bauzeit brauchte, kann man sagen, dass das Bauvorhaben, so es nicht im Bürokratengewirr untergeht, in ca. 100 Jahren fertiggestellt ist.
    Darum sollte man die Ankündigung, wie auch die Person selbst, von Frau Giffey nicht Ernst zu nehmen.

  14. 26.

    1. Es geht in dem Bericht um den Ausbau der Bahn und nicht um politische Einstellungen!
    2. Unterstellen sie nicht Menschen, die sie überhaupt nicht kennen, irgendeine politische Gesinnung. Das ist anmaßend aber leider nix neues für Leute ohne Argumente.
    3. Haben sie auch etwas zum Bericht beizutragen oder wollen sie nur Bürger mit anderer Meinung als der Ihren "anmotzen?"
    4. Wir sind von Staatsseite einfach zu langsam um Infrastrukturprojekte in Dtschl. umzusetzen!

  15. 25.

    "Die Zeitung mit den 4 Buchstaben berichtete letzte Woche über Bahnbau in China, da kann man sehen was in anderen Staaten möglich ist!"

    Die Zeitung mit den 4 Buchstaben verschweigt leider was in China noch so alles möglich ist. So z.B. das man als Journalist froh sein muß wenn man "nur" im Gefängnis landet wenn man dort über Korruption und Verletzungen der Menschenrechte schreiben möchte!

    Aber was interessiert das schon Anhänger von gnadenlosen Dikaturen, nicht wahr?

  16. 24.

    Genauso ist es. Da sind andere Länder bedeutend schneller, die Zeiten wo uns Andere beneidet haben sind leider vorbei!
    Heute lähmen Bürokratie, Einsprüche, Widerstände und kleine Käfer/Echsen schnelleres Bauen!
    Die Zeitung mit den 4 Buchstaben berichtete letzte Woche über Bahnbau in China, da kann man sehen was in anderen Staaten möglich ist!

  17. 23.

    Als Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel befürworte ich das und hoffe das ich es noch erlebe.
    Ich bin gerne mit unseren Verkehrsmitteln unterwegs und freue mich immer an die Autofahrer vorbei zu fahren und später zu beobachten wie Sie einen Parkplatz suchen und wenn Sie dann endlich einen haben dafür noch bezahlen zu müssen.
    Ich frage mich jedesmal es hat Sie doch keiner dazu gezwungen?
    Also ÖPNV bitte weiter ausbauen

  18. 22.

    Mal ein anderes Beispiel, welches die Zeithorizonte aufzeigt, die bei solchen Projekten in Berlin nötig sind: Der neue Nord-Süd-Tunnel vom Wedding zum Südkreuz ist mit 15 Jahren Bauzeit angesetzt, geplante Fertigstellung ist 2037. Schnell und billig geht hier nichts.

  19. 21.

    Kosten interessieren nicht mehr.
    Man ENTEIGNET durch GELDENTWERTUNG die ARMEN und GERINGVERDIENER.
    Und die, die über 5.000 Brutto verdienen, erklären uns einfachen Leuten, warum das alles so sein muss.

  20. 20.

    Giffeis Devise: Bahnen unter die Erde, Fahrräder auf den Gehweg - Straßenland ausschließlich für PKW.

    Geldprobleme gibt es offensichtlich in Berlin keine, wenn ohne Not Tunnel gebuddelt und Autobahnen ohne Ende gebaut werden.

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