Bilanz der Versicherer - Unwetterschäden in Berlin und Brandenburg stark gestiegen

Mi 18.05.22 | 09:12 Uhr
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Archivbild: Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr vom Amt Odervorland schneidet mit einer Kettensäge Äste von einem umgestürzten Baum im Ort. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Audio: rbb 88,8 | 18.05.2022 | Michael Ernst | Bild: dpa/P. Pleul

Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg wurden den Versicherungen im vergangenen Jahr deutlich mehr Unwetterschäden gemeldet. Wegen des Klimawandels rechnen die Versicherer in Zukunft immer öfter mit schweren Schäden.

Die Schäden durch Unwetter in Berlin und Brandenburg sind stark angestiegen.

Starkregen, Hagel und Überschwemmungen haben in Berlin im vergangenen Jahr einen Versicherungsschaden von rund 30 Millionen Euro verursacht. Damit habe sich der Schadensumfang im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mit. Hauptsächlich waren Gebäude betroffen.

In Brandenburg beliefen sich die Unwetterschäden auf rund 43 Millionen Euro - nach 36 Millionen Euro im Vorjahr. Auch hier waren in erster Linie Häuser und Hausrat sowie Gewerbe- und Industriebetriebe betroffen. Die Zahl der Schadensmeldungen hat hier sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.

Milliarden-Schäden in Westdeutschland

Vergleichsweise kamen Berlin und Brandenburg aber glimpflich davon - denn für die Versicherer war 2021 das Jahr mit den bislang teuersten Naturkatastrophen in Deutschland. Hauptgrund dafür war die Sturzflut "Bernd", die im Juli vor allem im Ahrtal eine Katastrohe auslöste.

So waren die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in besonderem Maße von den Flutschäden betroffen, aber auch Bayern und Baden-Württemberg traf es hart. Der GDV beziffert die Gesamtsumme der Flutschäden auf 12,7 Milliarden Euro.

Die Versicherungen rechnen nach eigenen Angaben damit, dass als Folge des Klimawandels künftig immer öfter mit Wetterextremen und schweren Schäden gerechnet werden muss. Sie deswegen "Klimafolgenanpassung", um künftige Schäden zu verringern. Konkret gemeint sind damit unter anderem Bauverbote in hochwassergefährdeten Gebieten.

Sendung: rbb24 Inforadio, 18.05.2022, 09:00 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Dort wieder alles aufzubauen zeugt nicht von Intelligenz. Kommende Katastrophe mit Ansage.
    Vor dem morgigen Unwetter zittern schon alle. Versicherungen wird es wenn überhaupt nur noch sehr teure geben. Staatshilfen versprochen, kaum was angekommen. Versicherungsanspruch und Hilfsgelder nur bei Neubau an anderem Ort, das wäre intelligent.
    Hier wurden tausende Leute für den Bergbau vertrieben und dort die Leute für dessen Folgen.

  2. 5.

    Aber immer schön uber jede autofreie Zone, Tempolimit, Gleichberechtigung von Fahrrädern diskutieren. Das ist wie zwanghaft ein Duell durchführen müssen während die Titanic sinkt .

  3. 4.

    "Brandenburg wird zur Agrarwüste."

    Schön wär‘s. Mit Agrar ist da bald nicht mehr viel. Dafür dann aber umso mehr Wüste.

  4. 3.

    "Im Ahrtal schon wieder abgesoffene Keller, die Lernfähigkeit des Menschen scheint begrenzt.“

    Was hätten die Leute dort machen sollen? Wegziehen? Ihre Keller zuschütten?

  5. 2.

    In Brandenburg wurden doch schon seit Jahrhunderten, ganze Landschaften für Ackerbau und Viehzucht, trockengelegt. Feuchtwiesen und Feuchtgebiete sind verschwunden - Brandenburg wird zur Agrarwüste.

  6. 1.

    Nun ja, jetzt kommt der Raubbau an der Natur auch in unseren Geldbörsen an. Der" billige" Kohlestrom schickt die Rechnung Zeit verzögert. Im Ahrtal schon wieder abgesoffene Keller, die Lernfähigkeit des Menschen scheint begrenzt.

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