Warnstreik am Dienstag - 700 Telekom-Beschäftigte demonstrieren in Berlin - Service eingeschränkt

Di 10.05.22 | 13:17 Uhr
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Telekom-Beschäftigte in Berlin und Brandenburg nehmen an einem Warnstreik teil und ziehen mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt der Hauptstadt. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Video: rbb|24 | 10.05.2022 | Material: rbb24 Abendschau | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Hunderte Beschäftigte der Telekom haben am Dienstag in Berlin für höhere Gehälter demonstriert. Anlass waren bundesweite Warnstreiks bei dem Konzern. Einschränkungen beim Service der Telekom sollten den Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen erhöhen.

"Wir gehen stark davon aus, dass es dem Unternehmen schwerfallen wird, die Anfragen wegzuleiten", sagte der Berlin-Brandenburger Streikleiter der Gewerkschaft Verdi, Olaf Budert. Nach seinen Angaben zogen etwa 700 Beschäftigte durch Mitte, vorbei auch an der Konzernrepräsentanz an der Französischen Straße. In den Bundesländern Berlin und Brandenburg waren ingesamt etwa 1.000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen.

Keine Störungsbehebung und kein Breitbandausbau

Bereits am Montag hatte die Gewerkschaft Verdi angekündigt, dass Berliner und Brandenburger Kunden der Deutschen Telekom am Dienstag mit erheblichen Service-Einschränkungen rechnen müssten. Wegen des Warnstreiks könnten Störungen voraussichtlich nicht beseitigt werden; auch bei Bauvorhaben wie Neuanschließungen und Breitbandausbau werde es möglicherweise zu Verzögerungen kommen.

Am Dienstag hat die dritte Verhandlungsrunde im festgefahrenen Tarifkonflikt begonnen. Verdi fordert für die Telekom-Beschäftigten bundesweit sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Zudem sollen die Vergütungen für Auszubildende und für Studierende in dualen Studiengängen um 80 Euro pro Monat steigen.

Arbeitgeber bieten 4,2 Prozent in zwei Schritten an

Bei der vorigen Verhandlungsrunde hatte die Telekom eine stufenweise Lohnerhöhung von bis zu 4,2 Prozent angeboten, aufgeteilt auf die Jahre 2022 und 2023. Nachwuchskräften wurde zudem eine Einmalzahlung von 100 Euro angeboten.

Die Deutsche Telekom hat nach eigenen Angaben bundesweit 50.000 Tarifbeschäftigte sowie 5.500 Auszubildende.

Sendung: rbb24 Inforadio, 10. Mai 2022, 12:05 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Das ist der Anfang der befürchteten Preis- Lohnspirale. Aber wen wundert es, wenn man Grundrechte wie Wohnen, Energie und co. dem freien Markt überlässt. Von daher kann ich die Forderungen der Gewerkschaft vollkommen nachvollziehen.
    Um die Spirale zu durchbrechen würde nur helfen, runter mit den Preisen.

  2. 10.

    @berliner Ihre Behauptung, dass Nichtorganisierte besser arbeiten ais Gewerkschafter ist eine.Beleidigigung aller Gewerkschafter. Die Trittbrettfahrer genießen das, was die Gewerkschafter erkämpft haben. Zu Zeiten der Behörden
    haben die Arbeiter und Angestellten für uns Beamte die Vorteile erstreiken müssen. Der Organisierungsgrad war aber bei der DPG sehr gut. Die Behauptung, dass zwischen Mitgliedern und Funktionären ein Riss sei, ist Unfug.

  3. 9.

    Horst, das hätten sie wohl gerne? Nix da, höhere Löhne sofort! Sie können sich gerne einschränken.

  4. 8.

    völliger Blödsinn - in der Regel zahlt ein Unternehmen für einen MA, der eine Zeitarbeitskraft ist, sogar mehr, als für den eigenen MA - wenn das Geld beim MA da nicht ankommt, liegt es an dem Beschäftigungsverhältnis DORT

  5. 7.

    Nur weil wir jetzt mal kurz eine überbordende Inflationsrate von 7% haben, können wir doch nicht die Löhne in demselben Maß anpassen. Völliger Unfug, weil dass dann zu entsprechenden Preisspiralen führen würde. 2-3mal pro Jahr in Urlaub ist halt zukünftig ebenso wenig drin wie jeden Abend in der Eckkneipe saufen!

  6. 6.

    Und wie die sub Unternehmer bzw die Techniker dort erst Verascht werden . Nie wieder t -com ... Ausbeute mehr nicht ...

  7. 5.

    Also liebe Gewerkschaften nicht den Bogen Überspannen bei den Tarifverhandlungen.
    Man sollte auch bedenken das die Telekom einen sicheren Arbeitsplatz bietet.
    Und allgemein viele Projekte zu stemmen hat , die andere Anbieter nur ausnutzen ohne selber aktiv dafür was tun.
    Ein Angestellter der Telekom hat ja auch viele Vorteile das darf man nicht vergessen.

  8. 4.

    Lächerlich falscher Berliner, 7 bis 8% Inflation zur Zeit und dieses Angebot zieht sich auch noch über drei Jahre, das heißt ein bis 2% pro Jahr.

  9. 3.

    Dann ändert sich für die Kunden praktisch nichts, wenn sie sich auf Einschränkungen einstellen müssen!

  10. 2.

    Das ist Ein Gerechtigkeitsproblem. Nur weil man Teil einer Gewerkschaft ist arbeitet man nicht automatisch besser. Der umgekehrte Fall ist die Regel. Ich finde die 4,2 Prozent für alle Telekomtariflöhner mehr als angemessen. Das ist sogar großzügig.

    Für alle engagierten Mitarbeiter rate ich dazu das Gehalt selbst zu verhandeln. Herausragende Leistungen sollten besser bezahlt werden.

  11. 1.

    Die Prozente, um die es aktuell geht, sind lächerlich, eigentlich. Zumindest gemessen an der aktuellen Inflationsrate. Und die wird kaum nach unten gehen.
    Dem gegenüber stehen die Gewerkschaften, deren "Treiben" ich auch als Gewerkschafter sehr skeptisch gegenüber stehe. Viel zu viele verlassen seit Jahren ihre Gewerkschaften. Also agieren die Vorstände eigentlich mehr für Unorganisierte. Und kleines Insidergeheimnis, die Hauptamtlichen interessieren sich nicht die Bohne für Auswirkungen.

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