Arbeitskampf in Berlin und Brandenburg - Thalia- und Ikea-Beschäftigte streiken am Freitag für Tarifverträge

Fr 17.06.22 | 09:08 Uhr
Warnstreik am 20. Mai 2022 bei Ikea in Dortmund (Bild: imago images/Anja Cord)
Bild: imago images/Anja Cord

Kunden der Einzelhandelsketten Thalia und Ikea in Berlin und Brandenburg müssen sich an diesem Freitag auf Einschränkungen einstellen. Die Beschäftigten der Buchläden und Möbelhäuser wurden zu Streiks aufgerufen, wie die Gewerkschaft Verdi am frühen Freitagmorgen mitteilte.

Bei Thalia geht es um eine bessere Bezahlung nach den Tarifverträgen des Einzelhandels, so Verdi. Trotz der "explodierenden Inflation" weigere sich das Unternehmen, den Thalia-Verkäuferinnen und -Verkäufern Tariflohn zu zahlen. "Die Streikenden fordern regelmäßige verbindliche Lohnerhöhungen und den Erhalt ihrer jetzigen Wochenarbeitszeit", betonte Conny Weißbach, zuständig bei Verdi Berlin-Brandenburg für den Bereich Handel.

Kleine Thalia-Filialen könnten am Freitag auch geschlossen bleiben, sagte Weißbach am Freitagmorgen auf rbb-Anfrage. "Die Kunden werden in jedem Fall Einschränkungen spüren, auch bei Ikea", so die Gewerkschafterin.

Ikea-Personal fordert Digitalisierungs-Tarifvertrag

Beim Streik der Ikea-Beschäftigten geht es um eine Beteiligung des Personals an der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens. Konkret soll ein Digitalisierungs-Tarifvertrag ausgehandelt werden. Bislang verweigere das Unternehmen Gespräche, so Verdi.

Angesichts der Veränderungen durch die Digitalisierung sei es nötig, verbindliche Regeln zu den Themen Beschäftigungssicherung, frühzeitige Qualifizierung für veränderte Tätigkeiten und die sozialverträgliche Gestaltung neuer digitaler Systeme in einem Haustarifvertrag festzuschreiben, so Conny Weißbach.

Bereits Ende Mai hatte es zu diesem Thema in allen 54 deutschen Ikea-Einrichtungshäusern eine bundesweite Aktionswoche mit Streiks gegeben.

Sendung: rbb24 Inforadio, 17.06.2022, 08:20 Uhr

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