Warnstreiks vorerst beendet - Transporteure füllen Geldautomaten in Berlin und Potsdam wieder auf

Di 05.07.22 | 13:34 Uhr
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Ein Kunde steht vor zwei Geldautomaten der Berliner Sparkasse. (Quelle: Jens Kalaene/dpa)
Audio: rbb24 Inforadio | 05.07.2022 | Juliane Kowollik | Bild: Jens Kalaene/dpa

In Berlin und Potsdam konnten viele Menschen zuletzt kein Bargeld an Automaten abheben. Einigen Geräten ging es aufgrund der Warnstreiks von Geldtransporterfahrern aus. Die Rückkehr in den Normalbetrieb läuft schleppend.

Nach viertägigen Warnstreiks in der Geld- und Wertbranche haben Transporteure am Dienstag damit begonnen, die Geldautomaten in Berlin und in Potsdam wieder mit Bargeld aufzufüllen.

Sparkasse empfiehlt bargeldloses Zahlen

"Wir gehen davon aus, dass erst im Laufe der Woche wieder alle Automaten über die normalen Bargeldmengen verfügen", sagte Alexander Greven, Sprecher der Sparkasse Berlin, auf Anfrage von rbbl24. "Wir versuchen das verfügbare Bargeld breiter zu streuen und dafür mehr Automaten mit jeweils etwas kleineren Mengen zu versorgen."

Die Rückkehr in den Normalbetrieb laufe aufgrund der Corona-Pandemie etwas langsamer als unter normalen Umständen, so Greven. Grund dafür sei ein hoher Krankenstand unter den Geldtransporterfahrern.

Die Berliner Sparkasse erklärte bereits am Freitag, sie empfehle ihren Kunden - da wo es geht - das bargeldlose Bezahlen. Zudem gebe es auch an vielen Supermarktkassen und Tankstellen die Möglichkeit, sich Bargeld auszahlen zu lassen.

Tarifverhandlungen gehen am Mittwoch weiter

In der Nacht zu Donnerstag voriger Woche waren die Tarifverhandlungen über die Gehälter der bundesweit etwa 11.000 Beschäftigten der Geld- und Wertbranche vertagt worden.

Daraufhin hatten Fahrer von Geldtransportern von Freitag bis einschließlich Montag ihre Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi waren in Berlin das Unternehmen Ziemann und in Potsdam das Unternehmen Prosegur davon betroffen. Ein Sprecher von Prosegur bestätigte rbbl24 am Dienstag, "die Geldautomaten werden wieder wie gewohnt befüllt".

Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle erklärte, die Arbeitgeber seien noch weit von den Forderungen der Arbeitnehmer entfernt. Verdi fordert unter anderem – je nach Tarifgebiet und Art der Dienstleistung – eine Anhebung der Stundenlöhne zwischen 16,19 Euro und 20,60 Euro sowie für betriebliche Angestellte eine Erhöhung der Bruttonentgelte um bis zu elf Prozent. Die Verhandlungen der Gewerkschaft mit Arbeitgebervertretern sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 05.07.2022, 14:00 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Und wenn dann gleichzeitig, wie vor kurzem, auch noch die Kartenzahlungsterminals in den Läden ausfallen, läuft nix mehr.

  2. 11.

    Jedoch kann man in fast allen Discountern Bargeld an der Kasse abheben.

    Letztlich ist das ne gute Sache und sehr praktisch.

  3. 10.

    Der Verweis auf Supermärkte ist gut, solange die mitspielen.
    Es gibt aber wenigstens einen großen Edeka-Markt, bei dem die Bargeldauszahlung abgelehnt wird.

  4. 7.

    Geldboten haben schon länger keine Dumpinglöhne mehr.

    Letztlich ist das ein Job, der keine große Ausbildung ect benötigt

  5. 6.

    Es ist eben so, dass die Lohnerhöhungsforderungen bei Gruppen die meinen die Macht zur Lahmlegung des ganzen Landes zu haben, immer besonders hoch sind. Nur dass sich hier jemand im Zeitalter der bargeldlosen Zahlungen ziemlich überschätzt.

  6. 5.

    Mann-o-Meter … Die Bargeldversorgung ist gesetzlicher Auftrag der Banken und regelrechte DASEINSVORSORGE … Warum darf da eigentlich gestreikt werden ?! … P.S. Bin selbst Arbeitnehmer, gewerkschafts- und tarifvertragsfreundlich gesinnt.

  7. 4.

    Sicher eine gute Nachricht.
    Aber mich ärgert, dass sich bislang keine Alternative zu Kleingeld durchgesetzt hat.
    Man hört viel zu oft "Erst ab fünf Euro" und wer mal eine trockene Schrippe, eine Currywurst, einen Döner oder ein Getränk kaufen will, kommt da mit einer Karte auch kaum weiter.
    Bargeld ist Freiheit.
    Doch es ist auch eine Freiheit, etwas nicht zu brauchen.

  8. 3.

    Bleibt mal auf dem Teppich. 2x Geld am Automaten gezogen am WE. ohne Probleme. Sogar mit gewünschter Stücklung.

  9. 2.

    Die Gewerkschaftsforderung ist verständlich, zumal allein die Inflation 8 Prozent der geforderten 11 Prozent wieder auffrisst. Außerdem sollte jede*r von der Erwerbsarbeit auch leben können. Wir dürfen also davon ausgehen, dass die Streiks nur unterbrochen wurden...

  10. 1.

    Prima. Die Zeit der Dumpinglöhne muss ein Ende haben.

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