Einschränkungen am BER erwartet - Eurowings-Piloten zu dreitägigem Streik aufgerufen

Fr 14.10.22 | 20:17 Uhr
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Zahlreiche Passagiere stehen an den Eurowings-Schaltern im Flughafen. (Quelle: dpa/Federico Gambarini)
Audio: rbb24 Inforadio | 14.10.2022 | Bild: dpa/Federico Gambarini

Ab kommendem Montag müssen sich Flugreisende auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen: Die Pilotengewerkschaft Cockpit hat die Piloten der Lufthansatocher Eurowings erneut zu einem Streik aufgerufen - dieses Mal für drei Tage.

Die Pilotenvereinigung Cockpit hat erneut zu einem Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings aufgerufen. Die Piloten sollen von Montag 00:00 Uhr bis einschließlich Mittwoch (19.10.) ihre Arbeit niederlegen. Grund sei das unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite zum Manteltarifvertrag, erklärte die Gewerkschaft am Freitagabend in Frankfurt.

Die Piloten hatten bereits am 6. Oktober den Flugbetrieb der Eurowings in einer ersten Welle bestreikt und rund die Hälfte der geplanten Flüge ausfallen lassen. Auch am Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) fielen etliche Flüge aus. Von insgesamt 50 geplanten Starts und Landungen waren 38 gestrichen worden.

Durchschnittlich führt die Lufthansa-Tochter täglich rund 500 Flüge zu Reisezielen in Deutschland und Europa durch. Zehntausende Passagiere mussten deshalb auf andere Flüge oder die Bahn ausweichen - oder ihre Reise verschieben. Es war bereits der dritte große Ausstand von Beschäftigten der Lufthansa-Gruppe in diesem Jahr.

Gewerkschaft Cockpit fordert geringere Arbeitsbelastung

Der Streikaufruf gilt erneut nur für die deutsche Teilgesellschaft der Eurowings, nicht aber für die in Österreich lizensierte Eurowings Europe und auch nicht für die Eurowings Discover. Erneut dürften die dezentralen Flughäfen in Deutschland außerhalb der Drehkreuze München und Frankfurt am stärksten getroffen werden. Eurowings hatte bereits die erste Streikwelle als unverhältnismäßig bezeichnet.

Bei der Arbeitskampfmaßnahme der Piloten gehe es um die Reduzierung der Arbeitsbelastung, erklärte die Gewerkschaft Cockpit. Die maximalen Flugdienstzeiten müssten begrenzt und Ruhezeiten verlängert werden. Die VC bezeichnete das jüngste Angebot der Geschäftsführung als unzureichend und nicht verhandlungsfähig. Die Verhandlungen seien daher gescheitert.

"Dieser Streik wäre nicht notwendig, wenn Eurowings mit uns auf Augenhöhe verhandeln würde", sagte VC-Sprecher Matthias Baier. Der Arbeitgeber betreibe Augenwischerei und scheine auf Zeit spielen zu wollen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 14.10.2022, 22:00 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    Da müssen sich wohl die Gewerkschaften mal wieder wichtig machen oder geht es den Piloten finanziell wirklich so schlecht?
    Die Können froh sein dass die Branche auch durch Staatshilfen so gut durch die corona Krise gekommen ist. Wir alle zahlen dafür mit Steuergeldern auch noch die nächsten Jahrzehnte

  2. 21.

    Wem beruflich etwas nicht passt, egal ob Geld oder die Arbeitbedingungen, der kann doch kündigen, oder nicht ? Das ist doch das Einfachste und Effektivste. So kann man auch dem Arbeitgeber noch eins mitgeben.

  3. 20.

    Mit einer Elektrowinde, F-Schlepp lehne ich gerne ab und sehe zu, vom Platz aus die Thermik zu nutzen, das geht auch. Und wenn ich nur aam Platz bleibe, so what, dann ist es eben so.

  4. 19.

    Wer Qualität, Service schätzt und auch Wertschätzung dem Personal empfindet, zahlt halt mehr als der gemeine "Geiz macht ungeil" - Billigfliegerunsoziale. Würde ich nochmal Fliegen, dann nur mit LH, denn für mich ist Fliegen keine Ware und mal eben nicht für ein dummes Selfie irgendwo hinfliegen müssen oder ein sinnbefreiter All-Inclusive-Pauschalzeitvertreib. Ich wünsche den Streikenden den Erfolg und ein gerechteres Arbeiten sowie Entgelt.

  5. 18.

    Und wie kommt Ihr Segelflieger in die Luft? Werden Sie nicht auch von einem Motorflugzeug geschleppt?

  6. 17.

    Na Sie erdreisten sich ja was. Geben sich als Weihnachtsmann aus und fordern, jemand soll sein nachhaltigeres Hobby aufgeben poltern durchs Gestühl, Fliegen wäre gut und ein, den Betroffenenen zustehendes Streikrecht eine Straftat? Ich glaube, da ist einiges an Informationen an Ihrer Wohlstandsblase abgeprallt.

  7. 16.

    Lieber Herr Weihnachtsmann, mit einem Segelflieger, der zudem mit einer Elektrowinde gestartet wird, erzeuge ich weniger Schadstoffe, als Sie mit Ihrem Kommentar. Ich bin kein "Aktivist", kein Grüner und auch kein ausgesprochener öko. Aber ich weiß sehr wohl was es bedeutet, wenn andere auf deren Kosten ausgenutzt werden und welche Folgen der überbordende Flugverkehr für unsere Atmosphäre hat. Nutzen Sie doch die bekannten Medien, um Ihr Wissen diesbezüglich zu fördern. Ach und Ihre Rentiere pupsen auch ziemlich viel Methan. Mit hochachtungsvollem HOHOHO,
    Ihr Uiuiui

  8. 15.

    Ah, so ist das..... Danke für diese Einsicht. Und jetzt mal ernsthaft: welchen Schuss haben Sie denn nicht gehört? Der Planet fiebert und Sie meinen, wie bisher weitermachen zu können? Mit dieser simplen Einstellung macht man alles platt.

  9. 14.

    Die Kreuzschiffahrt ist ebenso eine klimakillende Wirtschaft, die zu billig ist. Haben Sie darüber mal nachgedacht? Und übrigens: wäre die Fliegerei wieder so teuer wie vor vielen Jahren Jahren, würden es die Paxe mit Wertschätzung angehen. Nicht jeder Hintern muss von A nach B geflogen werden. Es geht nicht um das Einkommen.

  10. 13.

    Wenn die Personalkosten für deutsches Personal immer höher werden, wird der Flug trotzdem teurer. Außer Sie fliegen z. B. von Polen in die Türkei.

  11. 12.

    Wird bei Türkish Arlines auch so viel gestreikt? Warum Chartert die Lufthansa eigentlich keine Maschinen und Piloten aus dem Ausland? Ich bin 2019 und 2020 mit Freebird (Türkish Airlines) von Düsseldorf nach Zypern geflogen.

  12. 11.

    Dankeschön für die Mühe, die Sie sich gemacht haben.
    Wenn es Piloten gibt die verschiedene Angestelltenverhältnisse haben, mit dem vermuteten Ziel des gegenseitigen Ausnutzens, der Staat dabei als Miteigentümer über „3Ecken“ da auch noch mitmacht, dann kann man ja den AM Herrn Heil, über sein Jobverständnis durchaus mal befragen....?

  13. 10.

    Lieber Wossi,
    ob sich die Forderungen auf verschiedene Gesellschaften der Eurowings-Gruppe beziehen, ist uns nicht bekannt. Aus der Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit (https://www.vcockpit.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/news/neues-angebot-zum-manteltarifvertrag-unzureichend-streik-des-cockpit-personals-bei-eurowings-vom-1.html) konnten wir lediglich entnehmen, dass es sich um Pilotinnen und Piloten bei Eurowings handelt. Die Vereinigung Cockpit ist als Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland tätig und vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von derzeit rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines. Die Pressestelle der Vereinigung Cockpit war zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erreichbar.

    Liebe Grüße, Ihr rbb24-Team

  14. 9.

    Die Forderungen sind gerechtfertigt ist nur komisch das immer Lufthanser und Tochtergesellschaften zum Streik aufrufen.
    Das Fluggeschäft ist ein einziger Konkurrenzkampf wenn Lufthansa so weitermachen sind sie bald vom Himmel verschwunden oder schreien nach Staatshilfe.

  15. 8.

    Solidarität mit allen Streikenden!

  16. 7.

    Und wieder gehen die Bedürftigsten auf die Straße um ihre Forderungen durchzupeitschen. Für viel Geld muss man halt auch viel arbeiten. Aber mit den Gewerkschaften im Rücken kann man ja die Fluggäste weiter an der Nase herumführen. Setzt Euch endlich an einen Tisch und redet miteinander, nach dem sinnlosen Streik geht es doch auch, aber bis dahin ist wenigstens ein großer wirtschaftlicher Schaden entstanden.

  17. 6.

    Was denken Sie eigentlich über die "Ozeanriesen"? Warum sollten Ihrer Meinung nach nur wohlhabene Menschen in die Sonne fliegen dürfen?

  18. 5.

    Fliegen muss nicht teurer werden. Letztlich ist ein Flieger genauso wichtig wie die Bahn.

    Letztlich können viele Orte mit der Bahn nicht erreichen werden

    Wenn fliegen in Deutschland teurer wird, Bucht man über ausländische Websites

  19. 4.

    Bedarf wohl keiner Erwähnung, dass jeder Streik sowohl Einschränkungen als auch Einbußen den unmittelbar beteiligten Gewerkschaften, Beschäftigten und auch den betroffenen Kunden abverlangt.
    Sie tun also was Gutes im Sinne der Grünen Politik, indem Sie sich dem Segelfliegen widmen und das hier noch anpreisen.
    Jeder Aktivist und Grüne, ich übrigens nicht, würde Ihnen zumindest sagen, dass Sie sich ein neue Freizeitbeschäftigung suchen sollten. Spielen Sie Skat im Pullover und gehen früh ins Bett.

  20. 3.

    #rbb24: Gelten die Forderungen auch für Piloten, die aus taktischen Gründen über eine österreichische Personalgesellschaft billiger fliegen?

    P.S. Was machteigentlich der AM Herr Heil bei dieser durchsichtigen Konstellation?

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