Geldwäscheverdacht verspätet gemeldet - Bafin verhängt 9,2 Millionen Euro Geldbuße gegen Berliner Digitalbank N26

Di 21.05.24 | 17:07 Uhr
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Symbolbild: Firmensitz der Neobank N26 in Berlin-Mitte.(Quelle:picture alliance/Caro/Ruffer)
Bild: picture alliance/Caro/Ruffer

Mit günstigen Kontoführungsgebühren und komplett digitalem Angebot überzeugt N26 viele junge Kunden. Doch das Berliner Banken-Start-up hat weiterhin mit Problemen zu kämpfen. Verdachtsfälle auf Geldwäsche sollen zu spät gemeldet worden sein.

  • Digitalbank N26 muss eine Geldbuße von 9,2 Millionen Euro zahlen
  • Grund sind zu spät gemeldete Geldwäsche-Verdachtsfälle
  • Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2022

Die Digitalbank N26 muss wegen zu spät gemeldeter Geldwäsche-Verdachtsfälle eine Geldbuße von 9,2 Millionen Euro zahlen. Das teilte die Bankenaufsicht Bafin am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Die Vorwürfe der Behörde gegen N26 beziehen sich auf das Jahr 2022. In dem rechtskräftigen Bußgeldbescheid heißt es, das Institut habe 2022 systematisch Geldwäscheverdachtsmeldungen verspätet abgegeben.

Die Bafin verwies darauf, dass Kreditinstitute verpflichtet seien, eine Meldung an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (Financial Intelligence Unit, FIU) zu erstatten, wenn sie den Verdacht haben, dass eine Transaktion oder ein sonstiger Geschäftsvorfall mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang stehen könnte.

"Diese Verdachtsmeldungen müssen unverzüglich abgegeben werden. Damit kann die FIU, falls erforderlich, zügig weitere Schritte einleiten, wie etwa die Weiterleitung an Strafverfolgungsbehörden", teilte die Bafin mit.

Zwei Drittel der Angestellten in Berlin

Bereits 2021 hatte die Bafin dem Berliner Banken-Start-up vorgeworfen, bei seinem rasanten Wachstum zu wenig zur Bekämpfung von Geldwäsche zu unternehmen. Damals verhängte die Aufsichtsbehörde eine Geldbuße von 4,25 Millionen Euro, weil N26 Geldwäscheverdachtsmeldungen verspätet eingereicht hatte. Es wurde auch ein Sonderbeauftragter eingesetzt, der bei dem Berliner Unternehmen die Umsetzung der Anti-Geldwäsche-Maßnahmen überwachen soll.

N26 verwies am Dienstag darauf, dass das Unternehmen seit 2022 zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Meldeprozesse implementiert habe. "N26 hat mehr als 80 Millionen Euro in die personelle und technische Infrastruktur investiert, um höchste Branchenstandards bei der effektiveren Bekämpfung von Finanzkriminalität und Geldwäsche einzuhalten."

Das Unternehmen habe für das Bußgeld bereits im Jahr 2022 eine entsprechende Rückstellung gebildet. "Das verhängte Bußgeld liegt unter der Höhe der Rückstellung." N26 setze seine Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden fort. N26 ist in 24 Ländern in Europa aktiv und beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 1.000 in Berlin.

Sendung: rbb24 Abendschau, 21.05.2024, 19:30 Uhr

46 Kommentare

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  1. 45.

    Nee, es reicht. Och wechsle (GLS).

  2. 44.

    Bitte noch einmal nachlesen, was ich geschrieben habe. Am besten Buchstabe für Buchstabe. ;-)

    Aber keine Sorge, selbstverständlich ist mir die Angelegenheit der WArburg-Bank bekannt.

  3. 43.

    "Von einer Warburg-Bank habe ich allerdings tatsächlich noch nichts gehört."
    Solche Kommentatoren mein er doch.
    Von nichts Ahnung, sich aber hier aufplustern.

  4. 42.

    Das steht im Text: Die Bank hatte bereits 2022 eine Rückstellung für das zu erwartende Bußgeld gebildet - es kam also nicht völlig überraschend. Aber weh tut es natürlich so oder so ...

  5. 41.

    Naja, das meinte ich ja. Wenn das einzige Kriterium die Gebühren sind, um bei einer unseriösen Bank wie die N26 zu bleiben, dann ist das schlicht gedacht.
    Wer zur Spaßkasse geht oder da bleibt und hohe Gebühren in Kauf nimmt, der ist selbst schuld.

    Das muss heutzutage alles nicht mehr sein.

  6. 40.

    Ich frage mich, woher man als Dienstleister schnell mal 9 Millionen Euro hernimmt, um diesen hohen Betrag als Bußgeld zu zahlen. Eigentlich müsste die N26 nun pleite sein.

  7. 38.

    Was heißt hier schlichte Gemüter? Die Sparkassen zb verlangen exorbitante Kontoführungsgebühren, warum sollte man dafür zahlen? Die Onlinebanken sind kostenlos, praktisch und bequem. Es gibt zig Bankautomaten an denen man Geld abheben kann und (zumindest bei meiner Bank) stimmt auch der Service.
    Man kann sein Geld ja auf diverse Arten sinnlos loswerden aber bei Kontoführungsgebühren hörts auf.

  8. 37.

    Danke Frieda, der Akkudativ hat mir den Abend versüßt...!

  9. 35.

    Die BaFin hätte mal lieber bei Cum Ex aufpassen müssen, aber gut da ist ja unser Bundeskanzler mit verbandelt, dann ist das alles nicht so schlimm.

  10. 34.

    Gute Nacht Freunde, es ist Zeit für mich zu gehen, was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehn.

  11. 32.

    "Auch, weil sie keine exorbitant Kontoführunggebühren erheben."

    So einfach kann man schlichte Gemüter zufriedenstellen.

  12. 31.

    Ich verbitte mir Ihre unterirdische Art, mit der Sie hier alle glauben runterputzen zu dürfen und ausfallend werden. Woher wissen Sie, dass andere Schreiber noch nie etwas von der N26 gehört haben`.

    Von einer Werburg-Bank habe ich allerdings tatsächlich noch nichts gehört.

    Aber hier geht es ja auch nur um die N26, nicht um andere Banken.

  13. 30.

    Nicht vergessen: N26 startete als Wirecard-Frontend.

  14. 29.

    Also ich gehe lieber zu einer renommierten anderen Onlinebank, die Berloner Sparkasse ist mir zu teuer!

  15. 28.

    Welche Bank nimmt denn heute noch Kontoführungsgebühren? Also selbst im Portfolio zahle ich insgesamt nur ca. 1% pro Jahr.

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