Zahlreiche Fahrgäste drängen sich auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte. (Quelle: imago/Hartmut Müller-Stauffenberg)
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Zeitung: Sieben Projekte geplant - Berlin und Brandenburg vor Einigung bei Pendlerstrecken

Täglich pendeln Tausende Menschen zwischen Brandenburg und Berlin zur Arbeit. Um sie zu entlasten, sollen S- und Regionalbahnstrecken ausgebaut werden. Einem Zeitungsbericht zufolge sind die Verhandlungen darüber schon weit fortgeschritten.

Brandenburg und Berlin stehen offenbar kurz vor einer Einigung beim Ausbau von gemeinsamen Pendler-Bahnstrecken. Im Herbst soll dafür eine Rahmenvereinbarung mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg geschlossen werden. Einen entsprechenden Bericht der "Berliner Morgenpost" (Sonntag) bestätigten sowohl die Berliner Senatsverkehrsverwaltung als auch das Brandenburger Infrastrukturministerium.

Reaktivierung der Stammbahn?

Über den Ausbau von S-Bahn- und Regionalbahnstrecken sollen Brandenburg und Berlin besser vernetzt werden. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" geht es um insgesamt sieben Projekte. Ganz oben auf der Liste stehe dabei die Verlängerung der S-Bahn von Spandau über Falkensee bis nach Nauen. Auch die Reaktivierung der sogenannten Stammbahn-Trasse zwischen Berlin und Potsdam werde favorisiert, so das Blatt. Über diese beiden Strecken wird schon seit Längerem diskutiert. 

Zudem werden der Zeitung zufolge der Ausbau des S-Bahn-Abschnitts zwischen den Bahnhöfen Wannsee und Griebnitzsee, der Ausbau der Dresdner Bahn von Blankenfelde nach Rangsdorf und der Wiederaufbau der Strecke von Hennigsdorf nach Velten erwogen. Auch über die Reaktivierung der "Heidekrautbahn" von Basdorf/Schönwalde in Barnim nach Berlin-Wilhelmsruh sowie den Ausbau des Knotenpunkts Bahnhof Königs Wusterhausen werde diskutiert.

Zahl der Pendler rasant gestiegen

Die Zahl der Pendler in Berlin und dem Umland ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zufolge fuhren im vergangenen Jahr rund 274.000 Menschen von außerhalb in die Stadt zur Arbeit. 

Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Pendler aus und nach Berlin zukünftig weiter ansteigen wird. Ein Grund dafür sei der Wirtschaftsaufschwung, den sowohl die Hauptstadt als auch das Berliner Umland derzeit erlebten. Zudem ziehen immer mehr Berliner in das Brandenburger Umland. Sofern sie ihre Jobs in Berlin behalten, werden sie zwangsläufig zu Pendlern.

Mehr Informationen, Reportagen, Analysen und Interviews zum Thema finden Sie im rbb|24-Pendleratlas.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.09.2017, 14.00 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Wenn ich diesen Anblick überfüllter Bahnsteige nur sehe wird mir schlecht.
    Die Öko-Bestimmer wollen die Menschen wie in China in Bahnen wie Ölsardinen quetschen und schuppern sich einen.
    Und im Sommer stinkt der ganze Zug. Nicht mal mehr Fenster kann man aufreißen. Ich musste letztens zwangsläufig nur mal 4 Tage das ertragen und ich bin froh das ich es überstanden habe... Um den Bedarf zu denken müssten alle Züge rund um die Uhr im 5 Minutentakt fahren. Wir brauchen statt unendlicher Stadtparks in Berlin Parkflächen zum Parken. Keine Lust mein Leben auf Bahnsteigen zu verplempern, in unbequemen Zügen sitzen und den Körpergestank Fremder zu erleiden.

  2. 7.

    Ich wohne nur 7 km hinter der Stadtgrenze und würde gerne mit der Bahn pendeln. Aber momentan brauche ich mit der Bahn doppelt so lange wie mit dem Auto. Mit einem Kind, was ich nachmittags pünktlich aus der Kita abholen muss, geht das einfach nicht. Das fängt schon mit den mangelnden Parkplätzen beim winzigen P+R Parkplatz an, der bereits morgens um 7 Uhr überfüllt ist und zu einer nervenaufreibenden und zeitfressenden Parkplatzsuche im Anwohnergebiet zwingt. Oder den diversen Zugausfällen. Und wenn ich nicht die S 25 ab Teltow Stadt nehme, zu der ich ohnehin erst mal 20 min mit dem Auto hinmuss, bleibt mir nur der RE5 ab Großbeeren. Allerdings fährt der nur einmal in der Stunde. Den am Nachmittag zu verpassen und dann eine Stunde zu warten, weil man 5 min zu spät aus dem Büro rauskommt (was ja durchaus schnell und oft passieren kann), ist sehr ärgerlich. Mit dem Ausbau der Strecken allein ist es also nicht getan...

  3. 6.

    Ich gebe Ihnen insofern recht, als dass jeglicher Bahn-Ausbau und -Neubau nur so sinnvoll sein kann, wie die darauf verkehrenden Züge pünktlich fahren. Das aber verhindert seit geraumer Zeit die vernachlässigte Instandhaltung. Das "Zauberwort" heißt in diesem Zusammenhang "ereignisorientierte Instandhaltung": Will sagen, es wird nicht routinemäßig instandgehalten und gemäß Laufleistung ausgetauscht wie bei einer vorsorgenden Instandhaltung, es wird stattdessen erst dann ausgetauscht, wenn das entsprechende Teil abgefahren und verschlissen ist. Das sind dann die berühmten "Störungen im Betriebsablauf". Mit anderen Worten: Instandhaltung ausgerichtet am "Ereignis" des Defekts, nicht aber Instandhaltung bei VERMEIDUNG des Defekts.

    Das macht den Aus- und Neubau von Bahnstrecken nicht sinnlos. Umgekehrt ist es: Um das richtig sinnvoll werden zu lassen, bedarf es eine Umkehrung der Instandhaltungsprinzipien.

  4. 5.

    Da werden auch die Hardcore-Biker das nicht drauf ankommen lassen. Die Stammbahnstrecke ist zwar mit Gleisen abgebaut, aber nie entwidmet worden. Mit anderen Worten: Rechtsgültig ist das immer noch Bahntrasse und nur die Bahn selbst könnte sie aus dem Bahnstatus entlassen.

    Doch auch die Verkehrspolitiker aller Coleur werden begreifen: Das Rad ist zwar ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, doch eben auch ein Individualverkehrsmittel. D. h.: Je dichter die Bebauung und je konzentrierter die Verkehrsströme, umso mehr scheiden Individualverkehrsmittel zugunsten von Massenverkehrsmittel aus. Das beinhaltet schon das Gebot der Flächenschonung. Beim Kfz, ist dies überdeutlich, beim Fahrrad ist dies bei näherem Hinsehen und gesteigerten Radfahrzahlen ebenfalls deutlich.

    Keine Frage, die Stammbahn kommt und sie ist im höchsten Maße sinnvoll. Allein schon deswegen, um nicht nur die Stadtbahn, sondern auch die Tunnelstrecke im Berliner Zentrum anzubinden.

  5. 4.

    Ob mit solch einer Rahmenvereinbarung die Pendler besser dran sind bleibt mal dahingestellt. Schließlich gibt es doch schon so einige Rahmenvereinbarungen. Und nichts klappt... Siehe RE3 Nord und RB 61. Umsteigen und den Anschluss bekommen ist jedes mal ein Kampf bei der geringsten Verspätung.

  6. 3.

    "Auch die Reaktivierung der sogenannten Stammbahn-Trasse zwischen Berlin und Potsdam werde favorisiert." Da werden die Radschnellweger Protest einlegen. Und überhaupt, es wird weiterhin viele Jahre, Jahre, Jahre, ... dauern, weil Einsprüche ohne Ende - da war mal eine Eisenbahn (?), aber wir wohnen doch nun hier ... Protest! Wie schnell und modern war einst Berlin! Wäre 'damals' ein 'heute!, dann wären wir ein Gütersloh im Irgendwo. Nichts gegen Gütersloh ;-)

  7. 2.

    Das ist doch lächerlich ,ein paar Verlängerungen der maroden Reichsbahn S Bahn ,soll das Verkehrproblem
    lösen .Damit noch mehr Züge liegenbleiben und die Ersatzzüge im 30 Minuten Takt den letzten aufs Auto
    Umsteigen lassen .Eine komplett neue Bahn ,auf modernem Standart muss her !

  8. 1.

    Wichtig ist doch auch den RE6 von Neuruppin direkt nach Gesundbrunnen zu verlängern und nach Müncheberg im Berufsverkehr den RB26 halbstündig fahren zu lassen.

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