DAB (Quelle: rbb/Matthias Nareyek)
Audio: Inforadio | 04.09.2017 | Johannes Frewel | Bild: rbb Presse & Information

Digitalradio-Tag bei der IFA - Hören Sie schon digital?

Hören Sie Radio über UKW oder schon per Digitalradio? Beim DAB+-Tag auf der IFA geht es am Montag um die digitale Zukunft des Radios. Mehr als 60 neue Modelle für den Radioempfang stellt die ARD in der IFA-Halle 2.2 vor. Von Johannes Frewel

Im Jahr 1949 ist die Ultrakurzwelle (UKW) in Deutschland gestartet. UKW bietet zwar gute Tonqualität, doch Digitalradio kann das systembedingt besser. Die ARD wirbt am Montag an ihrem Stand auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin für das Digitalradio, das sogenannte Digital Audio Broadcasting DAB+.

Ähnlich wie bei UKW kommt das DAB+-Signal vom Funkturm – allerdings nicht analog, sondern digital. Der Vorteil: Digitalradio belastet anders als etwa Audiostreaming per Smartphone die Handyrechnung nicht. In vielen Städten und deren Umgebung ist DAB+ bereits empfangbar. Dort gibt es im Digitalradio schon jetzt mehr Sender als auf UKW.

Neuere Autoradios schalten automatisch auf besten Empfang

Die Frage ist nicht, DAB+ oder UKW – Autoradios schalten auf den jeweils besseren Empfang um, erklärt der Berliner Digitalradioexperte Jürgen Zimmer. "Innerhalb der Stadt empfangen Sie mit DAB+ mehr Sender als über UKW". Zudem beherrschten praktisch alle DAB-Radios auch UKW. Das sei besonders im mobilen Empfang wichtig, dass je nach Empfangslage hin- und hergeschaltet werden kann, so Zimmer.

In der ARD-Halle 2.2 auf der IFA nimmt DAB+ breiten Raum ein. Am Digitalradiotag schlägt die ARD die Werbetrommel für das Radio der nächsten Generation. Einige Besucher haben es schon zu Hause. Hörer aus ländlichen Regionen wünschen sich vor allem eines: schnell einen besseren Ausbau des Sendernetzes, das Schritt für Schritt ergänzt wird. "Manche Sender muss man noch über UKW hören", sagt eine Besucherin, aber "was digital geht, wird auch digital gehört."

Autoradio kann nachgerüstet werden

Am Ausbau wird derzeit gearbeitet. Die Zeiten, als DAB+-Radios noch sehr teuer und zudem nur wenige Modelle erhältlich waren, sind vorbei. Digitalradios gibt es ab etwa 40 Euro von zahlreichen Herstellern. Direkt neben dem ARD-Messestand auf der IFA zeigt der deutsche Hersteller Technisat Dutzende neue Geräte, die oft weitaus mehr können als DAB+. Mark Inhestern erklärt am IFA-Stand von Technisat, dass die Unterschiede vor allem im Klang, im Komfort und bei den verschiedenen Features lägen. "Wir haben Internetradio, CD, Bluetooth, Spotify, DAB+ und UKW mit drin - in verschiedenen Varinaten." Zudem gebe es Radios mit Direktwahltaste in Zusammenarbeit mit einigen Radiosendern. "Damit kommt man direkt zum Lieblingssender."
Für das Auto gibt es zum Nachrüsten zigarettenschachtelgroße DAB+-Empfänger. Sie werden an den analogen Audioeingang gestöpselt und machen so auch ältere Autoradios zum Digitalradio.

IFA Radio 1977 (Quelle: rbb)
rbb

Alles Wichtige zu DAB+

  • Was ist DAB+?

  • Was kann übertragen werden?

  • Verbreitung von DAB+ in Deutschland

Beitrag von Von Johannes Frewel

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8 Kommentare

  1. 8.

    In ein paar Tagen soll Sender Casekow digital senden, leider nur den langweiligen Bundesmux. Dem RBB ist es zu teuer im eigenen Gebiet landesweit digital präsent zu sein, schade, so wird das nix mit der DAB Aktzeptanz.

  2. 7.

    Die sogenannte digitale Wiedergabe macht absolut keinen Sinn, da alle Sender nur mp3 ausstrahlen. Wenn man schon so großmundig Reklame für DAB+ macht, sollte auch mindestens mit 16 Bit, besser sogar 24 Bit, übertragen werden. DANN ist es sinnvoll.

  3. 6.

    Die Klangqualität der Digitalradios ist in der Regel unterirdisch, weil die übertragene Datenmenge zu gering ist.

    UKW war dem hoch überlegen, als man dort noch nicht mit Lautstärke-Kompression herumpfuschte.

    Der heutige Standard für gute Qualität ist FLAC, den kein einziges Digitalradio bietet, weil man dann größere Übertragungskapazitäten bräuchte als bei UKW.

    Aber wenn die wenigstens die Qualität, die den 320 kbit/s bei mp3 entspricht, bieten würden, da könnte man sagen naja - zwar Schrottqualität, aber man hört es kaum.

    Aber nicht mal das.

    Auf Wikipedia heißt es:
    "DAB+ wurde mit 80 kbit/s eingeführt"
    Verwenden tut man dabei laut Wikipedie dan Audio Codec HE AAC v2.

    Das ist absolute Schrottqualität.
    Da fehlen die hohen Frequenzen.
    Das Klangbild ist dadurch nicht mehr scharfkantig, sondern blubberweich.
    Der Stereoeffekt in den hohen Frequenzen erscheint verstärkt, in den Tiefen fehlt er.

    Da kann man nur abraten, sich das anzuschaffen.

  4. 5.

    In Brandenburg geht die Empfangsmöglichkeit gegen null. In Sachsen und Bayern ist der dab-Empfang dagegen wesentlich besser.

  5. 4.

    Seit in der Schweiz per 28.12.2008 die Mittelwelle abgestellt wurde, musste man auf DAB und später auf DAB+ umsteigen, um seinen
    Lieblingssender und Spartensender zu hören.

    Ich geniesse in meinen Oldtimer, Youngtimer und im neuen Dacis mit DAB+-Autoradio mein Lieblingssender.

    DAB+ ist ein Hörgenuss allemal.

  6. 3.

    Die Netzabdeckung sagt nichts über die Beteiligung der öffentlichen und/oder privaten Sender aus !!! In Berlin sind ein großer Teil der Sender, die ich höre, nicht auf DAB+ empfangbar. Oberflächlicher Artikel !!!

  7. 2.

    Zum Unterschied zwischen DAB+ und DAB empfehlen wir Ihnen diesen Text:
    http://www.digitalradio.de/index.php/de/fakten-zum-deutschen-digitalradio/item/was-unterscheidet-dab-von-dab

  8. 1.

    Bei meinem Radio habe ich die Möglichkeit zwischen UKW und normalen DAB zu wechseln. Habs allerdings noch nie ausprobiert, warum auch. Aber was ist denn DAB plus ? Kann man mit dem normalen DAB auch DAB plus Sender empfangen oder fällt das nomale DAB einfach weg, irgendwann einmal? Das wäre allerdings absoluter Mist und Geldverschwendung. Hat die Redaktion darauf eine Antowrt ????
    Ich weiß nur durch meine Norwegenfahrt dass das staatliche Radioprogramm dort nur noch in DAB ausgestrahlt wird. Regionalsender allerdings senden weiterhin auf UKW.

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