Besucher schauen sich am 01.09.2017 in Berlin auf der IFA am Stand von LG einen Tunnel aus OLED-Displays an (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Video: Abendschau | 31.08.2017 | Moritz Schudnagies | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Die Highlights auf der IFA 2017 - Wenn dein Spiegel dir sagt, wie das Wetter wird

Mehr Innovationen als je zuvor versprechen die Veranstalter für diese IFA. Mehr als 1.800 Aussteller sind angereist und präsentieren Technik-Fans bis Mittwoch ihre Highlights: Autonome Backöfen, smarte Badezimmerspiegel und ultradünne Riesendisplays.

Schaufenster für Innovationen, das ist die Internationale Funkausstellung (IFA) seit ihrer Premiere 1924. 97 Jahre später sieht der Trend so aus: Egal ob beim Badezimmerspiegel, der Waschmaschine oder dem Fernsehbildschirm – alles wird smarter. Die Digitalisierung soll das ganze Leben durchdringen, wenn es nach den Herstellern von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten geht.

Besucher kommen am 01.09.2017 in Berlin auf das Messegelände zum ersten Publikumstag der Elektronikmesse IFA (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Besucherandrang am ersten Tag der IFA 2017 | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Jahr für Jahr können nicht nur die IFA-Besucher mitverfolgen, wie der Alltag durch die immer autonomer funktionierende Technik immer stärker vernetzt wird. 1.400 Aussteller sind diesmal zur wichtigsten derartigen Publikumsmesse angereist, sechs Tage lang präsentieren sie unter dem Funkturm ihre neuesten Errungenschaften.

Schwierigkeiten bei der Vernetzung

Eines der zentralen Themen: Smart Home. Alle elektrischen Geräte im Haus – vom Fernseher bis zur Armbanduhr – sollen mit dem Internet verbunden und kabellos via Smartphone gesteuert werden können. Im Badezimmer etwa zeigt einem der Spiegel morgens nicht mehr nur das eigene Antlitz, sondern auch gleich die Wettervorhersage und die Verkehrslage.

Der Kühlschrank kann jetzt fotografieren – und informiert seinen Besitzer, wenn etwas aufgebraucht ist. Das Problem bei dieser umfassenden Vernetzung: Fast jeder Hersteller setzt auf eigene Technik mit eigenen Apps. Da es keinen Standard gibt, passt am Ende nichts wirklich zusammen.

IFA 2017: Ein Badezimmerspiegel, der gleichzeitig ein Display ist und etwa das Wetter anzeigt (Quelle: rbb)
Zukunftsvisionen auf der IFA 2017: Ein Badezimmerspiegel, der gleichzeitig ein Display ist und Wetter und Verkehr anzeigt. | Bild: rbb

Von sensiblen Backöfen und autarken Kräutergärten

Eine ganz neue Art von Backofen ist der sogenannte Dialog-Garer. Der High-Tech-Ofen, natürlich vernetzbar mit dem Smartphone, soll laut seinem Hersteller Miele verschiedene Gerichte gleichzeitig über Antennen auf den Punkt garen. Anders als bei einer Mikrowelle dringen die elektromagnetischen Wellen aber nicht direkt ins Innere der Lebensmittel. Ob Kartoffeln, Spargel oder Braten – alles soll auf einem Backblech gleichzeitig fertig sein. Denn der Ofen weiß, welche Mahlzeit wie viel Hitze abbekommen muss.

Der Dialog-Garer von Miele auf der IFA 2017 (Quelle: rbb)
Der Dialoggarer soll etwa Lachs auf den Punkt garen | Bild: rbb

Ähnlich innovativ ist der futuristische Kleingarten im Kühlschrankformat, den hat Grundig erdacht. In dem vernetzten Mikrogarten für die moderne Stadtwohnung werden Kräuter automatisch belüftet, bewässert und mit UV-Licht versorgt. "Über eine App können Sie nachschauen, welche Kräuter schon bereit zum Ernten sind",  erklärt die Produktmanagerin Nina Sender.

Auch auf der IFA müssen sich die traditionellen Hausgerätehersteller wie Miele, Bosch oder Siemens der wachsenden Konkurrenz aus Asien stellen. Vor allem der chinesische Konzern Haier will den deutschen Markt erobern. Die Branchenriesen geben sich gelassen. "Wir brauchen Differenzierungsmerkmale wie den Dialog-Garer. Solange wir diese Innovation bieten können, werden wir erfolgreich am Markt sein", sagt Markus Miele vom gleichnamigen Familienunternehmen.

Mikrogarten von Grundig auf der IFA 2017 (Quelle: rbb/Mareike Witte)
Kräuter anbauen im eigenen Mikrogarten – nach vier Tagen kann geerntet werden. | Bild: rbb/Mareike Witte

Immer dünnere OLED-Fernseher

Auch bei den Fernsehern legen die Hersteller nach. Ein Trend auf der IFA bleiben ultraflache OLED-Fernsehbildschirme. OLEDs erreichen eine deutlich größere Farbintensität als bisherige Displays - weil alle Bildpunkte von innen heraus leuchten.

Der vernetzte Grundig-Bildschirm etwa ist mit knapp 2,6 Millimeter fast so dünn wie eine Tapete. Noch gibt es dieses schlanke Riesen-Display nicht zu kaufen, viele andere, die auf der IFA gezeigt werden, aber schon. Aber wie bei jeder neuen Technik lohnt sich hier etwas Geduld: Denn noch sind die OLED-Schirme extrem teuer.

Ultradünner OLED-Fernseher von Grundig auf der IFA 2017 (Quelle: rbb/Mareike Witte)
Den ultradünnen OLED-Fernseher gibt es bisher nicht zu kaufen | Bild: rbb/Mareike Witte

Intelligente Vernetzung nimmt laut Studie zu

In Zukunft werden laut einer Erhebung einer Unternehmensberatung in Deutschland immer mehr Hausgeräte durch Fenstersensoren, Zugangskontrollen oder digitale Sprachassistenten vernetzt sein. Laut dem Internetverband eco wird sich der Markt mit Smart-Home-Produkten in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich mehr als verdreifachen. Besonders gut seien die Prognosen für die Bereiche Energiemanagement, Licht- und Fenstersteuerung. Aktuell nutzen laut eco fünf Prozent der deutschen Haushalte Smart-Home-Produkte. In den USA seien es bereits etwa dreimal so viele.

Ein Mitarbeiter zeigt am 01.09.2017 in Berlin auf der Elektronikmesse IFA die neue Smartwatch Ionic am Stand der Firma Fitbit (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Smarte Armbanduhren, die etwa die Schritte am Tag zählen, sind beliebt bei den Besuchern | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Digitaltechnik ist zentrales Thema auf der IFA

Weil die digitale Technik im täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist, treten mittlerweile auch klassische Computerkonzerne bei der IFA auf. Microsoft etwa schickt hochrangige Manager nach Berlin, um neue Hardware vorzustellen. Und auch Dell ist auf der IFA präsent, um seine teure Notebook-Bauserie zu zeigen.

Andere Aussteller zeigen Smartphones, vernetzte Polaroid-Sofortbildkameras, Smartwatches, digital gesteuerte Waschmaschinen, Saugroboter und Drohnen, die durch Räume fliegen und dabei die Luft von Staub und Pollen befreien.

Mit Informationen von Moritz Schudnagies und Christian Sachsinger

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    ... der Unterschied:
    Bei Ihrer Vorgehensweise, die übrigens auch die meine ist, bestimmen Nutzende selber, wenn sie etwas brauchen und fordern das gezielt an. Bei der hier vorgestellten Vorgehensweise drängt sich die Technik auf. Wenn Sie die Wohnung ohne Straßenschuhe verlassen, fängt´s unverzüglich an zu klingeln, zu leuchten und zu krähen: Achtung! Straßenschuhe anziehen!!! Dann müssen Sie das Ding mit der Sonderfunktion programmieren, dass Sie mitunter die Wohnung mit Hausschuhen verlassen, um zum Mülleimer zu gehen oder eben zum Nachbarn.

  2. 1.

    Bei manchen Neuentwicklungen muss man sich fragen, ob auf Verbraucherseite durch die Sucht nach Konsum und materieller Angeberei und auf der Herstellerseite durch Profitgier das normale Denken und die Bereitschaft, umweltgerecht und ressourchensparend herstellen, auf der Strecke bleibt. Das Wetter kann man im Internet abrufen, evlt. auch mit der Sprachfunktion semantischer Suchmaschinen wie Alexa. Einen Spiegel braucht es dabei nicht.

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