Symbolfoto: Ein Vater fährt im Mai 2017 auf einem Hoverboard und hält die Hand seiner Tochter (Quelle: imago/Westend61)
Audio: Inforadio | 31.08.2017 | Marc Koch | Bild: imago/Westend61

Elektromobilität-Trend auf der IFA - Unterwegs mit Hoverboards und Elektro-Tretrollern

Mit Spaß elektrisch mobil – das versprechen Hersteller von E-Tretrollern und Hoverboards. Auf der IFA können Technikfans bis Mittwoch die strombetriebenen Scooter und Skateboards testen – und hoffen, dass mittlerweile sämtliche Gefahrenherde beseitigt wurden.

In den 1980er Jahren reist Schauspieler Michael J. Fox im Filmklassiker "Zurück in die Zukunft" als Marty McFly ins Jahr 2015 und fliegt auf einem sogenannten Hoverboard – einem schwebenden Skateboard. Seit 2014 gibt es diese Vision tatsächlich, wenn auch in etwas anderer Form: Statt zu fliegen, balanciert sich das Board dank Elektromotor selbst aus.

Bis Mittwoch können Besucher die E-Hoverboards auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin ausprobieren. Die Hersteller haben an der Sicherheit gepfeilt. Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Boards in Brand geraten sind, präsentiert etwa der deutsche Hersteller Hama neue Balance-Boards mit sicheren Akkus 'Made in Germany'. Damit wolle das Unternehmen der chinesischen Konkurrenz davonrollen, so Produktmanager Bastian Strommer.

Archivbild: Flug auf einem Hoverboard zum 25. Geburtstag des Films "Zurück in die Zukunft" am 8. November 2010 in Californien/USA (Quelle: imago/ZUMA Press)
Wie hier bei einer Aktion aus dem Jahr 2010 zum 25. Geburtstag des Films in Kalifornien, hing das ursprüngliche Hoverboard aus dem Film "Zurück in die Zukunft" an einem Drahtseil, das später retuschiert wurde. | Bild: imago/ZUMA Press

Ein Problem: die Qualität der Akkus

Die E-Boards funktionieren ähnlich wie das zweirädrige Balance-Board Segway: Zwei Elektromotoren halten es in Balance, der Fahrer steuert es mit den Füßen durch Gewichtsverlagerung. Anders als beim Segway verfügen die Elektro-Boards aber über keinen Lenker.

Knackpunkt der E-Boards war lange Zeit die Verarbeitung der Akkus. Wer Pech hatte, dessen Hoverboard explodierte beim Aufladen des Akkus an der Steckdose. Im Januar etwa setzte ein Hoverboard auf diese Weise eine Wohnung in Potsdam in Brand. In den USA wurden daher bereits hunderttausende E-Boards wegen Brand- und Explosionsgefahr zurückgerufen.

Ein weiteres Problem: die Straßenzulassung

Auch auf der Straße leben E-Board-Fahrer gefährlich. "Mit Geschwindigkeiten bis zu 20 Kilometer in der Stunde ist ein Hoverboard sehr viel schneller unterwegs als ein Fußgänger", sagte Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. Außerdem sei die rechtliche Situation unklar. Denn die motorisierten, flinken Boards sind noch gar nicht für Straße und Fußweg zugelassen. Voraussetzungen dafür, wie Bremsen und Beleuchtung, fehlen laut Dekra: "Das bedeutet, dass die Boards nur auf privatem Gelände unterwegs sein dürfen", so Carsten Liewald.

Um die rechtliche Situation zu klären, arbeitet die Bundesregierung derzeit an der Straßenzulassung für Elektrokleinstfahrzeugen, wie aus der Antwort des Bundesverkehrministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht [bundestag.de]. Freizeitgeräte wie elektrisch betriebene Skateboards, Tretroller und Wheels sollen demnach in Kategorien eingeteilt werden mit dem Ziel, sie "gegebenenfalls unter bestimmten straßenverkehrsrechtlichen Voraussetzungen im öffentlichen Straßenverkehr" einzusetzen.

Bisher sind seit 2009 nur Segways über eine Verordnung für "elektronische Mobilitätshilfen" für den Straßenverkehr zugelassen.

Teilnehmer einer Sightseeing-Tour fahren am 25. Juli 2010 auf Segways durch Berlin (Quelle: imago/Reiner Zensen)
Tour mit dem Segway durch Berlin | Bild: imago/Reiner Zensen

Nie wieder abstrampeln: akkubetriebene Tretroller als Trend

Unternehmen wie der chinesisch-niederländische Hersteller Segway glauben an die Zukunft der Ein-Personen-Elektromobilität. Segways neue Zielgruppe sind Privatleute und Gewerbetreibende, die kurze Strecken nicht mit dem Auto oder Fahrrad zurücklegen wollen. Denn fast die Hälfte des täglichen Personenverkehrs finde in einem Umkreis von fünf Kilometern statt, sagte Segway-Geschäftsführer Dennis Hardholt. Die Lösung: ein Elektro-Tretroller, 20 Stundenkilometer schnell, mit einer Reichweite von bis zu 45 Kilometern. Im Herbst soll er auf den deutschen Markt kommen.

Auch Hama steigt in den E-Scooter-Markt ein: Für rund 700 Euro gebe es den E-Roller zu haben, sagte Strommer. Die Hersteller versprechen eine bequeme Fahrt: Der Fahrer des E-Scooters muss anders als beim E-Bike nicht einmal mehr in die Pedale treten. Der E-Motor und eine App kümmern sich um alles.

Mit Informationen von Marc Koch

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich frage mich wer braucht so ein Scheiß. Wieder ein Spielzeug für Verrückte.

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