Ein Besucher fotografiert Smartphones auf der IFA in Berlin. (Quelle: dpa/Florian Schuh)
Audio: Inforadio | 24.08.2017 | Johannes Frewel | Bild: dpa Themendienst

Technikmesse vom 1. bis 6. September - Die Deutschen klotzen, die IFA freut's

Weihnachten steht vor der Tür – zumindest für die Hersteller von Unterhaltungselektronik. Die IFA ist das große Aushängeschild für das Weihnachtsgeschäft, die Aussteller erwarten wieder Milliarden-Umsätze. Auch weil die Deutschen kaum sparen. Von Johannes Frewel

Unter dem Funkturm klingeln bald wieder die Kassen: Elektrogeräte für voraussichtlich 4,5 Milliarden Euro werden Händler vom 1. bis 6. September auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin bestellen. Schon kurz darauf ist die Technik im Fachhandel und in Elektronikmärkten für Kunden verfügbar.

Hans-Joachim Kamp, Chef des IFA-Veranstalters und Branchenverbandes gfu, findet viele Gründe für die guten Umsatzerwartungen. Das Konsumklima befinde sich auf einem 16-Jahres-Hoch, außerdem sei die Konjunkturerwartung weiter im Aufwind. "Die Einkommenserwartung ist auf einem Rekordniveau. Und die Konsumstimmung ist auch weiter positiv. Das ist kein Wunder, denn die Sparrate ist praktisch auf dem Niveau der letzten Jahre, also unterhalb von zehn Prozent."

Einbrüche bei Notebooks und PC

Verbraucher kaufen und sparen nur wenig. Aber was? Das TV-Kerngeschäft gilt mit rund sieben Millionen Geräten als weitgehend gesättigt. Dagegen wachsen die Umsätze mit Zusatzgeräten wie etwa Set-Top-Boxen für das neue terrestrische Digitalfernsehen oder für Anbieter, die Filme via Internet nach Hause streamen, sehr stark. Deutliche Einbrüche gibt es hingegen bei PC, Notebooks und Tablets.

Die Verkaufszahlen von Smartphones stagnieren zwar bei etwa 24 Millionen Geräten pro Jahr. Der Trend zu höherer Qualität mit entsprechendem Preis beschert den Herstellern dennoch Freude. "Das Wachstum kommt daher, weil der Durchschnittspreis nach oben geht", so Kamp. "Der Durchschnittspreis von Smartphones wird oberhalb von 400€ sein. Wir haben im ersten Halbjahr einen Durchschnittspreis von 432 Euro - im Vergleich zu 401 Euro vor einem Jahr." Die Geräte seien mit schnelleren Prozessoren und höherer Auflösung hochwertiger. "Ein Smartphone ist nicht mehr ein Gerät zum Telefonieren, sondern 90 Prozent der Smartphones werden für andere Zwecke genutzt."

Microsoft kommt erstmals nach Berlin

Für das Weihnachtsgeschäft halten Smartphone-Marktführer neue Oberklassegeräte bereit und präsentieren sie in Berlin. Leitmessen wie die Internationale Funkausstellung (IFA) sorgen bei der Messe Berlin für ein starkes Wachstum. Haupttreiber sei die Digitalisierung, betont Messegeschäftsführer Christian Göke: "Die Messe Berlin hat sich in den letzten zehn Jahren immer so entwickelt, dass wir jedes Jahr zweitstellig umsatzseitig gewachsen sind. In den letzten drei Jahren allein sind wir nochmal um knapp 70 Prozent gewachsen. Das ist eine enorme Dynamik."

Die Messe Berlin profitiert auch davon, dass die Computermesse CeBIT in Hannover zu einer reinen Fachmesse mit stark geschrumpften Besucherzahlen geworden ist. Marktführer Microsoft entschied, der CeBIT in diesem Jahr fernzubleiben und sich stattdessen erstmals auf der besucherstärkeren IFA in Berlin zu präsentieren. Auch andere IT-Unternehmen wie etwa Router-Hersteller zeigen sich mit ihren Geräten für das vernetzte Heim auf der IFA.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.08.2017, 22.00 Uhr

Beitrag von Johannes Frewel

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