Philips Ambilight Fernseher auf der IFA 2017 (Quelle: imago/STPP)
Bild: imago/STPP

Aussteller hoffen auf Milliardenumsätze - Auf Wiedersehen IFA, hallo Weihnachtsgeschäft

Nach dem Ende der Internationalen Funkausstellung ist das Weihnachtsgeschäft nicht mehr fern. Die Branche rechnet mit milliardenschweren Umsätzen. Dabei präsentierte sich auf der IFA eine Branche, die momentan nur in Trippelschrittchen vorankommt. Von Johannes Frewel

Neue Smartphones, Fernseher, Digitalradios und Kameras - die Unterhaltungselektronik- und Hausgerätebranche kann zufrieden sein. Allein zehn Milliarden Euro für Smartphones und vier Milliarden Euro für Fernseher geben deutsche Verbraucher jedes Jahr aus. Ein Drittel dieses Geschäfts fällt dabei auf den Herbst. Verbraucher warten mit einem Großteil ihrer Ausgaben, um jeweils die neuesten Geräte zu kaufen, die bei der Weltleitmesse der Branche auf dem Berliner Messegelände vorgestellt wurden.

Die Händler haben sich mit Einkaufsorders im Gegenwert von rund 4,5 Milliarden Euro für den herbstlichen Umsatzschub gewappnet. "Die hohen Erwartungen wurden erfüllt und in vielen Fällen sogar übertroffen", zieht Hans-Joachim Kamp, Chef des IFA-Veranstalters und Branchenverbandes gfu Bilanz, "es wurde hervorragend geordert".

Welcher HDR-Standard wird das Rennen machen?

Da es in zahlreichen Bereichen Innovationen in Trippelschrittchen gibt, stehen Kunden mit ihrer Kaufentscheidung bei neuer Technik vor der Qual der Wahl. Bei TV-Geräten hat die hochpreisige OLED-Technik mit QLED nun einen ernstzunehmenden Wettbewerber. Das dürfte die Bildqualität in beiden Lagern nach oben treiben und die Preise fallen lassen.

Allerdings – bei den HDR-Techniken, die für höheren Dynamikumfang bei der Bilddarstellung sorgen, hat sich die Branche wieder einmal nicht auf einen Standard einigen können. Vier verschiedene HDR-Standards buhlen um die Gunst der Käufer. Wobei offen ist, welcher das Rennen macht. Drei von vier Käufern dürften also auf das falsche Pferd setzen und in eine digitale Sackgasse investieren. Die fehlende Zukunftssicherheit wird das Geschäft mit HDR-Geräten insgesamt kaum beleben.

IFA hat der Cebit die Aussteller abgeworben

Vom Fritz-Router-Hersteller AVM bis zum Branchenriesen Microsoft - die IFA konnte einige Aussteller gewinnen, die sich bisher bei der IT-Fachmesse CeBIT in Hannover präsentierten.

Das Rückgrat für das intelligent vernetzte Haus sind leistungsfähige WLAN-Netze. Dazu präsentierte die Routerbranche neue Geräte, die in der Lage sind, zwischen mehreren WLAN-Routern ein leistungsfähiges Mesh-Netz aufzubauen. Das beseitigt Funklöcher in der Wohnung und macht das WLAN-Netz deutlich zuverlässiger und vor allem schneller. Einige Hersteller stellen Updates auch für ältere  Router bereit. So können diese zumindest mit einem Teil der Funktionen an der WLAN-Revolution Mesh teilnehmen, damit etwa der Saugroboter die Verbindung zum Netz nicht verliert.

Ähnlich wie die TV-Branche bei HDR haben sich auch die Hausgerätehersteller bisher nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen können, der notwendig ist, damit Geräte im Smart Home wirklich smart werden. Einige Hersteller unterstützen inzwischen mehrere Smart-Home-Dialekte parallel. Ob das letztlich dazu führt, dass die Geräte verschiedener Hersteller gemeinsam in das Heimnetz eingebunden und gesteuert werden können, bleibt jedoch ein Glücksspiel mit oft ernüchterndem Ergebnis.

"Smartphones sind inzwischen ausentwickelt"

Nach Krisenjahren sehen führende Kamerahersteller wie Canon, Nikon oder Sony mit ihren Spitzenprodukten in der IFA inzwischen wieder eine attraktive Plattform, um sich zu präsentieren. Allgegenwärtig waren auch die neuesten Smartphones international marktführender Android-Anbieter. Zudem trafen sich Android-Entwickler am Rande der IFA zur Fachmesse Droidcon. Allerdings ist die IFA weit davon entfernt, die Innovationskraft der Mobilfunk-Leitmesse Mobile World Congress in Barcelona zu erreichen. "Smartphones sind inzwischen auch ausentwickelt", betont Georg Schnurer vom Computermagazin "c‘t". "Ich muss mir kein 800-Euro-Smartphone mehr kaufen, ein Gerät für 200 bis 300 Euro bietet schon fast alles, was man sich wünscht."

Bei der IFA wurden leistungsfähige Smartphones vorgestellt, die ihren Nutzern in Echtzeit mit augmented Reality und Funktionen virtueller Realität unterstützen. Das Interesse der Besucher war eher verhalten. Im nächsten Jahr trifft sich die Branche erneut Anfang September zur IFA 2018 in Berlin.

Beitrag von Johannes Frewel

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